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Leitartikel

Erstmals Ratten in Höngg – Situation unter Kontrolle

11. November 2021 von

Erstmals Ratten in Höngg gesichtet.
Foto: pixabay

Erstmals Ratten in Höngg gesichtet.

Von

Online seit
11. November 2021

Printausgabe vom
25. November 2021
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In Höngg haben sich nach den starken Regenfällen vom Sommer Ratten angesiedelt. Inzwischen ist die Situation unter Kontrolle. Damit sich die Nagetiere nicht erneut vermehren, gilt es, die ungewollte Fütterung von Ratten zu vermeiden.

An der Limmattalstrasse und dem angrenzenden Wohngebiet haben sich erstmals Ratten angesiedelt. Die Schädlingsprävention und -beratung des Umwelt- und Gesundheitsschutz Zürich (UGZ) vermutet, dass die Nagetiere durch das Hochwasser im Sommer von der Limmat den Berg hoch in Richtung der Wohngebiete getrieben wurden. Die Allesfresser kommen in Städten normalerweise bei Gewässern und in der Nähe von Abfallkübeln mit Essensresten vor. Da sie Krankheiten übertragen und grosse Materialschäden anrichten können, bekämpft die Schädlingsprävention regelmässig Ratten an öffentlichen See- und Flussufern sowie an anderen exponierten Lagen. In Wassernähe sind Ratten also keine Seltenheit. Warum sie ausgerechnet nach Höngg geflohen sind, ist nicht klar. Aus anderen Stadtkreisen wurden keine Sichtungen gemeldet, so die Schädlingsberatungsstelle. In Höngg hat der UGZ die Ratten auf öffentlichem Grund inzwischen getilgt. Auf zwei Privatgrundstücken konnte die Situation unter Kontrolle gebracht werden. Dazu wurden etwa fünfzig Köderboxen aufgestellt. Die Köderboxen verhindern, dass andere Tiere oder Kinder mit dem Gift in Berührung kommen. Nur Ratten oder Mäuse erreichen den vergifteten Köder in der Box. Dieser hemmt die Blutgerinnung, so dass die Nager vier bis fünf Tage später sterben.

Die Bevölkerung ist gefragt

Je früher die Schädlingsprävention über einen Befall informiert ist, desto schneller kann sie eingreifen. Wichtig ist dabei die Mithilfe der Bevölkerung, denn alle Arten von Lebensmittelresten locken die Allesfresser an und tragen zu ihrer Vermehrung bei. Deshalb sollte für Vögel und andere Wildtiere im öffentlichen Raum kein Futter verstreut werden. Die Reste sind ein gefundenes Fressen für Ratten – ebenso wie Obst- und Gemüseabfälle, die ins Gebüsch geworfen werden. Wer Vögeln im eigenen Garten bei Schnee oder Dauerfrost durch den Winter helfen will, sollte die Informationen der Vogelwarte zur Fütterung von Kleinvögeln beachten (siehe Infobox). Auch Lebensmittel, die im WC heruntergespült werden, tragen zur Vermehrung der Ratten bei. «In einer gut unterhaltenen Kanalisation finden die Schädlinge neben Wasser nur begrenzt trockene Schlupflöcher für ihre Nester. Die Essensreste und Kot im Abwasser liefern die Nahrung», erklärt Marcus Schmidt, Projektleiter Schädlingsprävention beim UGZ. In der Kanalisation werden die Ratten dennoch nicht bekämpft. Hier haben sie eine gewisse Berechtigung und gefährden die Bevölkerung nicht, solange das Populationswachstum limitiert ist. In der Stadt Zürich ist das Abwassersystem in einem sehr guten Zustand, weil es regelmässig gewartet und gereinigt wird. Das verhindert eine zu starke Ausbreitung der Nagetiere. Dennoch kann es immer wieder vorkommen, dass sie beispielsweise über defekte Rohre an die Oberfläche kommen. 

Wer Ratten oder andere Schädlinge entdeckt, kann dies melden auf der App «Züri wie neu», auf zueriwieneu.ch oder per E-Mail an ugz-schaedlingspraevention@zuerich.ch.
Infos zur Vogelfütterung: https://www.vogelwarte.ch/de/voegel/ratgeber/fuetterung-im-winter/fuetterung-von-kleinvoegeln

 

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Printausgabe vom
25. November 2021
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