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Dorfleben

«Emil» funktionierte vor Jung und Alt

19. März 2009 von

Foto: Guy Schorderet

Die Klasse von Regula Handschin wurde für den Fototermin kurzerhand zur «Klasse Steinberger».

Von

Online seit
19. März 2009

Printausgabe vom
19. März 2009
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Dass Emil Steinberger letzten Mittwoch in Höngg seinen vielbeklatschten Auftritt hatte, ist ursprünglich Guy Schorderet, Oberstufenlehrer im Schulhaus Lachenzelg, zu verdanken – er hatte ihn auf gut Glück angefragt, im Rahmen der Projekttage zum Thema «Lügen» eine Lesung zu halten. Spontan wie Emil ist, sagte er zu und ein Wort gab das andere.

9.50 Uhr, Mittwochmorgen letzte Woche. Rund 250 Personen drängten sich vor dem Eingang zur Aula des Schulhauses Lachenzelg, vom Schüler über die Lehrerschaft bis hin zum Hausabwart waren alle erschienen, niemand wollte sich den Auftritt von Emil Steinberger entgehen lassen. Aufgeregtes Geplauder füllte den Gang und verstummte erst, als alle ihren Platz in der Aula gefunden, Guy Schorderet Emil angekündigt und dieser mit seinem Programm «Drei Engel» begonnen hatte. Sofort zog er mit seinen Geschichten die jungen Zuhörer ebenso in seinen Bann, wie er es am selben Abend auch mit den älteren Semestern tun würde. Emil präsentierte seine wahren Lügengeschichten, seine Erinnerungen und Anekdoten. Er garnierte sie mit spontanen Zwischenbemerkungen so geschickt, dass für das Publikum stets offen blieb, wo nun die Grenze zwischen einstudiert und improvisiert verlief – falls denn überhaupt jemand Zeit fand, um darüber nachzudenken. Jedenfalls war es bemerkenswert, wie Emils Geschichten auch vor einem Publikum funktionierten, das zu jung ist, um den «Original-Emil» noch zu kennen: Die selben Stellen provozierten Lacher und dieselben Geschichten wurden zu Unrecht als Lügen bezeichnet wie später am Abend auch. Lügen war auch das Thema der Projekttage im Schulhaus Lachenzelg. Die Jugendlichen sollten sich mit dem Thema «Lügen» auseinandersetzen, sich klassenübergreifend besser kennen lernen und auch einmal von anderen Lehrern in ungewohnter Zusammensetzung unterrichtet werden. Guy Schorderet versprach sich davon nicht zuletzt einen niederschwelligen Beitrag zum Thema Gewaltprävention.

Wahr oder gelogen?

An diesem speziellen Tag hatten alle die Biografie von Emil studiert und Ausschnitte seiner alten Filme angeschaut. Am Nachmittag wurde dann der Auftritt nachbesprochen und später eine eigene Geschichte geschrieben. Wahr oder gelogen? Ob die jungen Dichter wohl vor der Klasse auch drei Finger aufhalten werden, um das Geheimnis zu lüften? Kein Geheimnis war, wer sich über den Auftritt wohl am meisten gefreut hatte: Guy Schorderet strahlte wie der sprichwörtliche Maikäfer, für ihn schien ein Bubentraum in Erfüllung gegangen zu sein – Emil Steinberger, in «seinem» Schulhaus. Gut möglich, dass, sollte er später irgendwo dieses Erlebnis schildern, er selber drei Finger hochheben muss, um zu bezeugen, dass es wahr ist.

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