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Sport

Eiskaltes Hobby

8. Februar 2021 von

Nichts für «Gfrörlis»: Jeremy Zechar ist am 23. Januar eine ganze Meile im Zürichsee geschwommen.
Foto: zvg

Nichts für «Gfrörlis»: Jeremy Zechar ist am 23. Januar eine ganze Meile im Zürichsee geschwommen.

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Warm anziehen und viel Bewegung: länger als das Schwimmen selbst dauert die anschliessende Erholungsphase.

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8. Februar 2021

Printausgabe vom
25. Februar 2021
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Jeremy Zechars favorisierte Wintersportart hat nichts mit Skifahren zu tun – und Berge benötigt er dazu auch nicht: in seiner Freizeit schwimmt er am liebsten im eiskalten Wasser. Gerade hat er ein Diplom dafür erhalten, dass er eine ganze Meile im Zürichsee geschwommen ist.

«Das schwierigste am Eissschwimmen ist», so erklärt Jeremy Zechar, «danach wieder warm zu werden.» Am 23. Januar hat er sich an die Herausforderung gewagt und ist eine ganze Meile im Zürichsee geschwommen – bei 3,8 Grad Wassertemperatur. Nur drei andere Schweizer*innen haben die Eismeile vor ihm gemeistert – offiziell dokumentiert auf der Webseite des Internationalen Eisschwimmverbands IISA. Für die Strecke hat er 32 Minuten gebraucht – und danach noch einmal mindestens so lange, um seinen Körper wieder auf Normaltemperatur zu bringen. «Zuerst konnte ich gar nicht mehr richtig laufen», erinnert er sich. «Meine Füsse haben einfach nicht mehr richtig mitgemacht. Ich musste mich 30 bis 40 Minuten bewegen, joggen, hüpfen, Liegestütze machen, um das Zittern am ganzen Leib zu stoppen.»

Antidepressive Wirkung

Doch danach, so sagt er, fühle man sich wunderbar. Es sei einerseits die Herausforderung, der Stolz, etwas geschafft zu haben, von dem er früher noch dachte, das würde er nie hinkriegen. Das ist einer der Gründe, warum der 40-Jährige vor rund drei Jahren mit dem Schwimmen im eiskalten Wasser begonnen hat. «Ausserdem», so ergänzt er, «fällt jeglicher Stress von mir ab, sobald ich im Wasser bin. Wenn ich vorher Sorgen und Probleme habe, sind die nach dem Schwimmen wie weggeblasen.»

Übung macht den Meister

Natürlich hat Zechar sein Trainingsprogramm langsam aufgebaut. Schliesslich ist die Sportart nicht ganz ungefährlich. Bei so kaltem Wasser drohen Erfrierungen oder im schlimmsten Fall sogar ein Herzstillstand, wenn man sich zu lange darin aufhält. Deshalb hat er im ersten Winter mit 10 Minuten angefangen. Mehrmals die Woche geht er seither mit seinem Trainingspartner an der Werdinsel schwimmen – «gegen den Strom», wie er betont. Und die beiden sind bei Weitem nicht die einzigen, die diesem Hobby frönen: «Mittlerweile gibt es ganze Gruppen von Sportler*innen, die im Winter in die Limmat springen.» Auch Corona hat einen Effekt auf das Eisschwimmen, wie Zechar feststellt: «Dieses Jahr treffen wir besonders viele Leute auf der Werdinsel – schliesslich gibt es momentan ja auch keine andere Möglichkeit, schwimmen zu gehen. Die Hallenbäder sind ja leider alle geschlossen.»

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