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Kultur

Eine Million Tanzschritte

8. Juli 2019 von

Einfallsreiche Kostüme und Requisiten.
Foto: Lina Gisler

Einfallsreiche Kostüme und Requisiten.

Foto: Lina Gisler

Kleine und grosse Tänzerinnen tanzten gemeinsam auf der Bühne.

Foto: Lina Gisler

Die Tänzerinnen führten das Publikum durch die Geschichte des Ballettstudios.

Von

Online seit
8. Juli 2019

Printausgabe vom
11. Juli 2019
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Nach 47 Jahren Tanzschule gibt Katja Kost ihr Ballettstudio ab. Als krönenden Abschluss führten 110 Kinder und Jugendliche die Aufführung «Millions of Steps» auf. Die Tänzerinnen führten das Publikum durch die Geschichte des Ballettstudios.

Schon vor der Aufführung wurden Plakate von alten Tanzaufführungen des Ballettstudios Katja an die Wand projiziert. Katja Kost hielt eine Ansprache und erläuterte dabei den Sinn dieser Plakate: Die Aufführung stellte eine Reise durch die 47 Jahre dar, die es das Ballettstudio unter ihrer Leitung schon gibt. Als eine Metapher für diese Reise hatte sie drei Hüte auf der Bühne. Die Hüte repräsentierten jeweils die Vergangenheit, die Gegenwart und die Zukunft. Für die Aufführung hatte sie nun zwei Tanztheater der Vergangenheit und zwei aus der näheren Gegenwart ausgesucht, von denen verschiedene Szenen aufgeführt wurden.
Katja Kost setzte sich als erstes den Hut der Vergangenheit auf, ein schwarzer, altmodischer Hut, der «staubig» war, wie sie betonte. Das erste Tanztheater, das aus der Vergangenheit kam, war «Sun Min», ein asiatisches Theater. Die Schülerinnen tanzten in asiatischen Kostümen mit verschiedenen Accessoires, wie grossen Fächern, Teekannen und Stäbchen. Das zweite Stück «Prima», das vom Ballettstudio Katja 1997 erstmals aufgeführt wurde, handelte von einem goldenen Roboter. Der Roboter tanzte jedoch nicht Ballett, sondern er steppte. Dabei erklangen ab und zu auch modernere Songs wie «Uptown Funk» von Bruno Mars.

Ein farbiger Hut für die Gegenwart

Nach einer Pause erschien erneut Katja Kost auf der Bühne. Sie erklärte, dass 2009 für das Ballettstudio eine neue Ära begann, da William Steffen ab diesem Zeitpunkt die Musik für die Tanztheater komponierte. Ab diesem Punkt seien die Aufführungen auch moderner geworden, erklärte Kost. Sie setzte sich den zweiten Hut auf, den Hut der Gegenwart, der farbig und weich war. Zu dieser Farbigkeit passte das nächste Tanztheater: «Rot, Blau, Gelb – als die Farben tanzen lernten». Dabei wurden die Farben Rot und Blau in der Musik, im Licht, in den Kostümen und natürlich auch im Tanz wiedergespiegelt. Beim ersten Tanz war die Bühne demnach in rot getaucht, die kleinsten Tänzerinnen hatten Herz-Kostüme an und gewannen so wohl auch jedes reale Herz. Als die Bühne von rot zu blau wechselte, erklang eine ruhigere Musik, die Balletteusen tanzten in einfallsreichen Kostümen als Taucherinnen und Fische über die Bühne.
Für das nächste Tanztheater, «Ashna und Menehm», wurde die Bühne in einen marokkanischen Markt verwandelt, mit Körben und Teppichen. Kost erzählte zuvor, dass sie dieses Stück auf einer Marokkoreise 2008 kreiert hatte. Die Geschichte handelt von Ashna, deren Puppe Menehm von Piraten entführt wird – in ihrem Traum begegnet sie ihrer Puppe wieder.

Emotionale Schlüsselübergabe

«Nach diesen Millionen Schritten und vielen Jahren will ich das Ballettstudio nun an die nächste Generation weitergeben», sagte Kost, nachdem alle Schülerinnen zum Schluss zusammen auf die Bühne gekommen und mit einen wohlverdienten Applaus bedacht worden waren. Sie nahm den Hut der Zukunft, einen Zauberhut mit goldenem Glitzer, und überreichte ihn an Manuela Mettler, die das Studio übernimmt. Darunter versteckte sich ein grosser Schlüssel, den Mettler dankbar annahm. Die Übergabe war sehr emotional, man merkte, dass beide Frauen mit Herz und Seele hinter diesem Studio, einer Institution in Höngg, stehen. Und als krönenden Abschluss kamen ehemalige Schülerinnen auf die Bühne, sodass die Reise in die Vergangenheit des Ballettstudios einen auch für Kost überraschenden und stimmigen Abschluss nahm.

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