Eine Georg-Sibler-Strasse in Höngg?

Der Quartierverein Höngg, der Verschö­nerungsverein Höngg und das Orts­museum Höngg haben der Strassen­benennungskommission vorgeschlagen, eine Höngger Strasse nach dem ver­storbenen Ortshistoriker Georg Sibler zu benennen. Das wurde abgelehnt.

Der Autor Georg Sibler am 28. Februar 2009 in der Stube des Ortsmuseums Höngg. (Foto: zvg)

Am 2. September 2023 ist Georg Sibler im Alter von 94 Jahren gestorben. Aufgewachsen in Dättlikon, Zürich, begann er ein Philosophie- und Geschichtsstudium an der Universität Zürich. Ab 1954 arbeitete er auf dem Notariat Höngg, wo er nebst juristischen Studien das Notariatspatent erwarb. Nach Jahren als Notar-Stellvertreter wurde er 1978 zum Notar ernannt. Diese Stelle im Notariat Zürich-Höngg bekleidete er bis zu seiner Pensionierung.

Für die Ortsgeschichtliche Kommission des Verschönerungsvereins Höngg verfasste er 20 Broschüren (die sogenannten Mitteilungen) zu geschichtlichen Themen in Höngg. Sein historisches Hauptwerk war das über 400 Seiten umfassende Buch «Ortsgeschichte Höngg».

Eine Strasse, ein Weg oder ein Platz

Die Redaktion des «Hönggers» hat in der Ausgabe vom 21. September 2023 das Lebenswerk von Georg Sibler ausführlich gewürdigt. Nachdem die Stadt Zürich bereits im Jahr 1962 zu Ehren eines früheren Höngger Ortshistorikers, nämlich Reinhold Frei (1881 bis 1960), eine Strasse in Höngg nach ihm benannt hatte, haben nun die Präsidenten des Quartiervereins Höngg und des Verschönerungsvereins Höngg sowie der Leiter des Ortsmuseums Höngg einen gemeinsamen Vorschlag an die städtische Strassenbenennungskommission eingereicht.

Gemäss diesem Vorschlag soll in Höngg bei passender Gelegenheit eine Strasse, ein Weg oder ein Platz nach Georg Sibler benannt werden.

Eine rasche Absage

Kurz vor den Feiertagen erhielten die Antragssteller schliesslich eine Antwort aus dem Sicherheitsdepartement: Renata Schild, Geschäftsführerin der Strassenbenennungskommission, teilt mit, dass sie einerseits grosses Verständnis dafür habe, den verstorbenen Georg Sibler zu ehren.

Andererseits erhalte die Kommission sehr viele Anfragen und es bestehe seit Jahren eine Liste mit zu ehrenden Persönlichkeiten. Weiter halte man sich an die Empfehlung der Schweizerischen Eidgenossenschaft: Es gelte mindestens fünf Jahre bis nach dem Tod der Person zu warten, daher dauere es manchmal sehr lange, bis eine Ehrung erfolge.

Schild schreibt weiter, dass aktuell der «Trend» hin zur Ehrung der Frauen gehe. Es handle sich dabei um einen Nachholbedarf.

Eingesandt von Beat Zürcher, Ortsmuseum Höngg

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