Eine Höngger Familie im Einsatz für die Samariter

Die Hönggerin Manuela Bader engagiert sich beim Samariterverein Zürich-Höngg. Das hat in ihrer Familie Tradition: Schon ihr Vater, ihre Mutter und ihre Grossmutter waren dort aktiv.

Manuela Bader vom Samariterverband Zürich-Höngg. (Foto: zvg.)

Mehr als 17 000 Samariterinnen und Samariter sind, nach Auskunft des Vereins, in der ganzen Schweiz für Menschen in Not im Einsatz. In den Samaritervereinen organisieren sie Blutspendeaktionen, geben Erste-Hilfe-Kurse oder begleiten Veranstaltungen und sind dort für die Erstversorgung von Verletzungen zuständig.

Auch in Höngg ist der Verein seit 1894 aktiv und zählt hier rund 30 Aktivmitglieder. Eines davon ist Manuela Bader, die sich seit 2019 für ihre Mitmenschen engagiert. Ihre Familie ist jedoch bereits viel länger im Verein aktiv – sie kann auf drei Generationen ehrenamtlichen Engagements zurückblicken. Der «Höngger» hat sie zu ihrer Motivation und ihren Aktivitäten befragt.

Manuela, du bist seit sieben Jahren bei den Samaritern aktiv. Was sind hier deine Aufgaben?

Ich bin aktive Samariterin und leiste Sanitätsdienst bei Veranstaltungen wie etwa dem Wümmetfäscht oder dergleichen. Früher habe ich auch bei den Blutspendeaktionen im Quartier ausgeholfen, das passt jetzt zeitlich nicht mehr rein. Zudem bin ich im Regionalverband Züri West, dem auch der Höngger Verein angegliedert ist, für die Finanzen zuständig.

Wie gross ist dein Zeitaufwand pro Monat?

Der Aufwand ist relativ überschaubar – ich würde sagen, insgesamt bin ich vielleicht so einen Tag pro Monat beschäftigt. Wir haben ungefähr neun Übungen pro Jahr, die ein paar Stunden in Anspruch nehmen. Die Buchhaltung ist vor allem im Januar zeitintensiv. Dazu kommen übers Jahr verteilt einige mehrstündige Sanitätseinsätze bei Veranstaltungen.

Und wie hast du dich für diese Sanitätseinsätze qualifiziert? Welche Ausbildungen muss man dazu besuchen?

Angefangen habe ich mit einem einfachen Nothilfekurs und einer Schulung in Wiederbelebung. Anschliessend habe ich einen Sanitätsdienstkurs besucht und darauf aufbauend die Ersthelfer-Kurse IVR 2 und IVR 3. Sanitätseinsätze kann man aber auch schon leisten, wenn man den IVR-2-Kurs absolviert hat, der dritte Kurs ist eine weiterführende Ausbildung. Die Ausbildungen muss man alle zwei Jahre auffrischen, um up to date zu bleiben und die Zertifizierung zu erneuern. Falls man das versäumt, muss man mit der Ausbildung wieder von vorne beginnen.

Hast du dein Wissen schon einmal in einem Ernstfall anwenden müssen?

Da hatte ich bis jetzt Glück und habe noch nichts wirklich Ernstes miterlebt. An den Anlässen habe ich mehr kleinere Verletzungen behandelt wie eine ausgekugelte Schulter oder eine Kopfwunde bei einem Kind, die stärker geblutet hat.

In deiner Familie bist du aber nicht die Einzige, die als Samariterin tätig ist.

Nein, wir haben in der Familie eine lange Geschichte des Engagements. Mein Vater ist schon sehr lange bei den Samaritern tätig, er hat damit bereits begonnen, als er in seinen Zwanzigern war. Mittlerweile ist er Vizepräsident der Höngger Sektion und auch im Kantonalvorstand engagiert. Auch meine Mutter war dabei, hat sich aber mittlerweile aus dem aktiven Samariterdienst zurückgezogen. Meine Grossmutter hat ebenfalls mitgemacht und ist Samariterin geworden, nachdem sie das Engagement meines Vaters gesehen hat. Und schliesslich ist auch meine Schwester Mitglied im Verein, sie leitet Übungen, gibt öffentliche Kurse wie den Nothilfekurs und ist ebenfalls im Vorstand.

Dann war das Engagement bestimmt auch schon während eurer Kindheit in der Familie Thema?

Ja, wir haben das mitbekommen und wurden auch schon früh zu den Übungen mitgenommen. Das haben wir immer gerne gemacht, wir durften oft als «Figuranten» teilnehmen, Verletzte mimen und uns retten lassen. Dafür haben wir auch Wunden geschminkt und Verbände angelegt bekommen – für Kinder natürlich super spannend.

Beruflich seid ihr aber nicht vom Fach oder doch?

Nein, ich mache beruflich etwas ganz anderes, bin im Projektmanagement tätig. Mein Vater war früher im Rettungsdienst unterwegs und war hier hauptsächlich für die Einsatzlogistik und die Aus- und Weiterbildung von Rettungssanitätern zuständig. Es ist grundsätzlich nicht nötig, bereits medizinisch geschult zu sein, um im Samariterverein dabei sein zu können. Wir sind Laien, keine Profis. Wir haben uns Wissen angeeignet, um als Ersthelfer oder Ersthelferin tätig sein zu können, aber schwierige Fälle überlassen wir natürlich den Profis.

Was sind die Voraussetzungen, um Mitglied im Verein zu werden?

Man sollte gerne mit Menschen zu tun haben und einigermassen stressresistent sein. Blut sollte man auch sehen können, Zeit haben, sich regelmässig zu engagieren und zu üben und ein gewisses Commitment zeigen. Den Rest trainieren wir. Und dann kann man immer auch noch vom Austausch mit den anderen profitieren und sich gegenseitig unterstützen. Das ist sowieso ein grosser Bestandteil des Engagements: der Austausch und die Zusammenarbeit mit den anderen. Dass das erfüllend ist und Spass macht, zeigt auch die Tatsache, dass die meisten Mitglieder sehr lange dabei bleiben. Und dass wir sehr viele junge und neue Interessierte im Verein haben.

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