Eindringliche Aufführung von Hasses «Miserere»

In der traditionellen Passionsveranstaltung am Gründonnerstagabend erklang in der reformierten Kirche das «Miserere» in c-Moll von Johann Adolf Hasse, ergänzt mit vorgelesenen Texten.

Peter Aregger dirigiert das «Miserere» mit Chor, Soli und Orchester. (Foto: Matthias Ragaz-Morlet)

Unter der Leitung von Peter Aregger musizierten der reformierte Kirchenchor Höngg, das Kammerorchester Aceras, die Organistin Tamara Midelashvili sowie die Solistinnen Franziska Wigger, Sopran, und Alexandra Forster, Alt. Zwischen den Arien und dem Chorgesang trug Pfarrer Martin Günthardt Textausschnitte vor, etwa aus «Parzival» von Lukas Bärfuss und «Melody» von Martin Suter. Das «Miserere» wurde in gekürzter Form noch einmal aufgeführt im Karfreitagsgottesdienst mit Pfarrerin Diana Trinkner.

Hasse (1699–1783) lebte während der späteren Lebenszeit von Johann Sebastian Bach und der früheren von Wolfgang Amadeus Mozart und kannte den alten Bach wahrscheinlich noch. Das «Miserere» in c-Moll entstand 1730. Den aufmerksam Zuhörenden entgeht nicht, dass in der vorliegenden Komposition leise noch Barock, aber auch schon die Klassik mit Mozart anklingt. Als Textgrundlage diente Hasse der 50. Psalm, in der Zürcher Bibel ist es der 51. Psalm. Es gelingt Hasse, mit diesem Werk Trost, Andacht und Erbarmen in einer ungemein melodischen Art auszudrücken.

Misere mei Deus, Tibi soli peccavi, Ecce enim

Das Werk beginnt langsam, dunkel, bittend um die Vergebung der Sünden. Die Solistinnen singen in getragenem Tempo im Duett «Wasche mich rein mit Ysop, so werde ich weisser gewaschen als Schnee». Heiterer bittet darauf der Chor um «Freude am Heilsein» sowie um Vergebung und Bekehrung der Gottlosen.

Libera me, Quoniam si voluisses

Sopran und Alt singen im Duett und je alleine eindringlich die Arie «Libera me» und anschliessend, wie der Psalmist Gott seines Heils beschwört, dass er ihn von der Bluttat befreie, damit er Gottes Lob ankündigen könne. Und er verspricht Gott ein Ganzopfer, darauf hoffend, dass Gott ein gedemütigtes Herz nicht verachten wird (Sopran, «Quoniam si voluisses»).

Benigne fac, Gloria patri, Sicut erat – Amen

Der Psalmist bittet Gott um seinen guten Willen, dass «die Mauern Jerusalems errichtet werden, damit Gott ein Opfer im rechten Geist annehmen wird». Dafür fordert Hasses Allegro ein schnelles Tempo, dem sich der Chor in «Sicut erat – Amen» mit ergreifendem Jubel anschliesst und so das Werk vor dem zahlreich erschienen Publikum krönend abschliesst.

Eingesandt von Eveline Baer-Anker

Vivaldis «Gloria» zum Mitsingen

Der reformierte Kirchenchor Höngg lädt Gastsänger*innen ein, an der Aufführung dieses be­rühmten Werks mitzuwirken.

Proben: donnerstags 20 Uhr, ab 16. Mai, im reformierten Kirch­gemeindehaus.

Konzert: 7. September in der ­re­formierten Kirche Höngg.

Teilwiederholung: 8. September im Gottesdienst.

Detailangaben: www.kk10.ch/Projektchor.

Auskünfte: Ursula Holtbecker, ref_chor_hoengg@gmx.ch

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