Höngger.ch

1°C-2°C am 25. Januar 2021
Ratgeber

Ein wichtiges Ereignis – Der erste Zahn

2. Dezember 2020 von

Katharina Hermann Eidg. dipl. Apothekerin ETH
Foto: zvg

Katharina Hermann Eidg. dipl. Apothekerin ETH

Von

Online seit
2. Dezember 2020

Printausgabe vom
03. Dezember 2020
Beitrag bewerten

1 Star2 Stars3 Stars4 Stars5 Stars
Loading...

Bei den meisten Babys brechen die ersten Zähne zwischen dem vierten und sechsten Lebensmonat durch, und mit zweieinhalb Jahren haben die Kinder in der Regel alle Milchzähne.

Jedes Kind erlebt das Zahnen unterschiedlich. Der erste Zahn kündigt sich häufig mit verstärktem Speichelfluss – «sabbern» – und geröteten, warmen Wangen an. Die Babys reiben sich gerne mit den Händen über die Backen oder stecken Finger oder Gegenstände in den Mund, um darauf zu kauen. In vielen Fällen sind die Babys unruhig und weinerlich, essen und schlafen schlechter. Manche Babys leiden auch an leichtem Fieber, wobei dies häufig auf einen leichten Infekt zurückzuführen ist. Während dem Durchbrechen der Zähne ist das Immunsystem vorübergehend etwas geschwächt. Leichter Durchfall kann ebenfalls auftreten, hat aber häufig damit zu tun, dass das Zahnen in die Zeit der Nahrungsumstellung von Muttermilch auf Ersatzmilch und Breie fällt.

Zahnen ist schmerzhaft

Zahnen bedeutet Stress, oft für das Baby und die Eltern. Abhilfe schafft ein gekühlter Beissring, der durch die Kälte einerseits die Schmerzen und durch das Beissen des Kindes das Spannungsgefühl im Kiefer lindert. Wichtig zu beachten ist, dass die Beissringe nur im Kühlschrank, aber nie im Gefrierfach gekühlt werden, denn der gefrorene Beissring könnte Kälteschäden am Mund oder Zahnfleisch verursachen.

Eine leichte Zahnfleischmassage mit dem Finger kann einen positiven Effekt haben. Harte Lebensmittel zum Draufbeissen, wie beispielsweise ein Stück Gurke, können zwar kurzfristig von den Schmerzen ablenken, aber auf das Dauerkauen von Lebensmitteln sollte wegen der kariesfördernden Wirkung verzichtet werden. Zuckerfreie schmerzlindernde und entzündungshemmende Zahnungsgels helfen da besser, diese gibt es auf Basis von Pflanzen, wie beispielsweise Kamille, Nelke, Salbei und Pfefferminze, oder bei starken Schmerzen Lokalanästhetika wie Lidocain. Ergänzend setzen homöopathische Mittel in Form von Globuli, Zäpfchen oder Lösungen mit beispielsweise Calcium carbonicum, Chamomilla oder Belladonna auf die Selbstheilungskräfte des Säuglings. Sobald der erste Zahn da ist, soll dieser zur Vorbeugung von Karies auch geputzt werden. Anfangs mit einem Stück weichem Stoff oder am einfachsten mit einer Fingerzahnbürste, später mit einer Kinderzahnbüste. 

Katharina Hermann
Eidg. dipl. Apothekerin ETH
Medinform Kinderexpertin
Apotheke Zürigsund im Brühl
Regensdorferstrasse 18

Von

Online seit
2. Dezember 2020

Printausgabe vom
03. Dezember 2020
Beitrag bewerten

1 Star2 Stars3 Stars4 Stars5 Stars
Loading...

Kommentare

Hinterlassen Sie einen Kommentar.


500