Ein Rendezvous mit der Stille

Ab Mitte Juni werden ausgewählte Werke des Höngger Künstlers Louis Lang in der Residenz Im Brühl ausgestellt. Seine Bilder imponieren durch Ruhe und harmonische Farben sowie Stilwechsel.

Mit Öl, Pinsel und Spachtel hat Louis Lang seine Träume auf der Leinwand verwirklicht. (Foto: zvg)

Das Zeichnen und Malen faszinierte ihn schon als kleiner Bub: Louis Lang, geboren im Jahr 1937, nahm als junger Mann zunächst Kurse an der Kunstgewerbeschule, doch schliesslich wählte der Höngger einen Beruf im Verkauf und Marketing.

Wie seiner Biografie zu entnehmen ist, war es eine schwere gesundheitliche Krise in seinen späten Vierzigern, die ihn zurück zur Malerei führte. Lang setzte damals alles auf diese Karte, liess sich von namhaften Kunstschaffenden unterrichten, absolvierte Weiterbildungen und nannte schon bald ein kleines Atelier sein Eigen. Vorwiegend arbeitete er dennoch in seinem Haus: Spontane Ideen wollte er sofort verwirklichen.

Es ist eine Spontanität, die sich in seinen Werken widerspiegelt: Die Bilder imponieren mit einer Vielfalt an Sujets und Stilrichtungen. Mit Öl, Pinsel und Spachtel wollte Lang seine Träume auf der Leinwand verwirklichen: eine neue Bilderwelt in faszinierendem Grossformat. Als Inspiration dienten ihm die Werke der Amerikaner Mark Rothko und Barnett Newman.

Höngg blieb sein Zuhause

Seit Ende der 1980er-Jahren stellte Lang seine Werke immer wieder aus, etwa in der Galerie Licht und Kunst in Zürich, an diversen Kunstaustellungen und in der Galerie Kleiner Prinz in Baden-Baden, um wenige zu erwähnen. Dabei blieb Höngg immer das Zuhause des Malers, der im Dezember 2016 verstarb. Seine Ehefrau Franziska Lang-Schmid kümmert sich seither um das künstlerische Erbe und erinnert an dieses mit einer neuen Ausstellung, die ab dem 17. Juni in den Räumlichkeiten des Tertianums Residenz Im Brühl zu sehen ist.

«Die Vielfalt seiner Sujets ist Ausdruck einer reichen, lebendigen Seele», schreibt Lang-Schmid in der Einladung. Die Verschmelzung von Betrachtung und Bild würde letztlich den Inhalt ausmachen: «Die Stille».

In der Tat geht von den Werken eine Ruhe aus, die auch an Edward Hopper, den Meister des Amerikanischen Realismus, erinnert. Doch Lang fand seine eigenen Wege, um die Stille darzustellen, oder er komponierte ein abstraktes Bild. Man könne im «dämmrigen Licht davor verharren, lange und immer», heisst es in Langs biografischem Text. Und das bald mitten Höngg.

Ausstellung: Erinnerungen an den Höngger Maler Louis Lang

Vernissage mit Apéro, ohne Anmeldung
Samstag, 17. Juni, 11–13 Uhr
Mit Begrüssung von Franziska Lang-Schmid
Bis 30. September, täglich, 10 – 20 Uhr in der Residenz Im Brühl,
Kappenbühlweg 11.

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