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16. November 2021 von

Fühlt sich in Höngg rundum wohl: Bruno Zimmermann.

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Von

Online seit
16. November 2021

Printausgabe vom
25. November 2021
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Mangelndes Engagement für sein Quartier kann man Bruno Zimmermann nicht vorwerfen: bereits seit seiner Kindheit ist er in und für Höngg aktiv – bei Pfadfindern, Feuerwehr und der katholischen Kirchgemeinde.

Ich lebe in Höngg, seit ich ungefähr drei Tage alt bin. Die ersten zwei Tage meines Lebens verbrachte ich noch mit meiner Mutter in der Geburtenabteilung des Spitals, doch seither bin ich ohne Unterbruch hier im Quartier zu Hause. Ich bin zwar des Öfteren umgezogen, doch nie ausserhalb Hönggs. Warum auch? Ich möchte auf keinen Fall woanders leben. Ich bin hier sehr verwurzelt – so sehr verwurzelt, dass sich meine Kinder früher immer beklagt haben, mit mir einkaufen zu gehen mache überhaupt keinen Spass, weil ich an jeder Strassenecke jemanden treffe, mit dem ich kurz plaudern müsse.

Einmal Pfadi, immer Pfadi

Dass ich so viele Leute kenne, liegt auch daran, dass ich in meiner Freizeit ziemlich aktiv im Quartier bin. Mit der Pfadi hat alles angefangen: schon als Kind bin ich bei der Höngger Abteilung St. Mauritius-Nansen eingetreten und seither nicht mehr davon losgekommen. Ich war zunächst Gruppenmitglied und habe später dann auch die Leitung der Abteilung übernommen, die klassische Pfadi-Karriere. Via Pfadi bin ich anschliessend auch zum Engagement in der Pfarrei gekommen: weil unsere Abteilung bei der Pfarrei angesiedelt war und wir hier unsere «Basis» hatten, wurden wir auch bei Anlässen und Festen der Kirchgemeinde zum Helfen aufgeboten. Ich fand das schön – doch ich wollte nicht nur aushelfen, sondern auch mitbestimmen und planen. Also trat ich in den Pfarreirat ein. Dort konnte ich die ehrenamtlichen Gruppen vertreten und das Pfarreiteam beraten. So war es möglich, eigene Feste zu organisieren. Bis vor einiger Zeit war ich in der Pfarrei für die Kommunikation mit den Pfadis zuständig und schaute, dass es ihnen gutgeht.

Mit dem Traktor zum Brandherd

Der logische Schritt nach der aktiven Pfadizeit war für mich damals der Übertritt in die freiwillige Feuerwehr. Mit 22 bin ich zur Feuerwehr gekommen. Zu dieser Zeit gab es allein im Zentrum Hönggs 120 aktive Freiwillige – und im Rütihof nochmals 40 dazu – eine Zahl, die heute schier unvorstellbar ist. Bei Bränden oder Hochwasserereignissen wurden wir aufgeboten, um die Berufsfeuerwehr zu unterstützen und bei Einsätzen abzulösen. Ich erinnere mich sehr gerne an diese Zeit, wir waren eine super Gruppe mit sehr gutem Zusammenhalt. Manchmal sind wir sogar mit dem Traktor von Wegmanns oder Geerings ausgerückt, den Löschwagen hinten angehängt. Der grösste Einsatz aber, an den ich mich erinnern kann, war der Tankwagenbrand im Bahnhof Affoltern 1994. Da wurde rundherum alles aufgeboten, was möglich war. Insgesamt war ich ganze 30 Jahre lang bei der Feuerwehr aktiv und habe mich bis zum Einsatzleiter ausbilden lassen. Mit 52 war dann leider Schluss – in diesem Alter wird man «ausgemustert», aus Sicherheitsgründen, weil die Arbeit mit Atemschutz doch sehr anstrengend ist.

Der Jugend Raum geben

Der dritte Ort, an dem und für den ich mich eingesetzt habe, war der Jugendtreff in Höngg. Wir haben 1986 einen Verein gegründet, um für die Jugendlichen einen Ort zu schaffen, an dem sie sich treffen und Zeit miteinander verbringen können. Anfangs haben wir im Keller des Sonneggs einen solchen Raum zur Verfügung gestellt, doch der Bedarf nach einem eigenen Treffpunkt war grösser. Wir konnten schliesslich bei der damaligen Stadträtin Emilie Lieberherr durchboxen, dass mit der Lila Villa ein eigenes Haus nur für die Jugendlichen und ihre Bedürfnisse gebaut wird. Drei Mitarbeitende betreuten Haus und Gäste, es gab einen Billardtisch und Töggelikasten, Raum zum Chillen und einen grossen Konzertkeller. Hier ist auch das Höngger Openair entstanden, das anfangs im Sonnegg und bei schlechtem Wetter im Pfarreizentrum Heilig Geist stattfand, später dann auf der Werdinsel. 17 Jahre lang bestand der Jugendtreff, im Jahr 2003 übernahm dann das Amt für Soziokultur das Haus, aus dem Jugendtreff wurde ein Quartiertreff, das heutige Gemeinschaftszentrum.

Auch im Berufsleben standorttreu

Neben dem Engagement gab es aber natürlich auch noch ein Berufsleben. Ich hatte nach dem Abschluss der Schulzeit an der katholischen Sekundarschule bei der SBB eine Lehre als Vermesser abgeschlossen und anschliessend zunächst für die SBB, dann in einer privaten Firma für die VBZ Vermessungen durchgeführt und kartographiert. Schliesslich habe ich zur Gasversorgung gewechselt, wo ich 40 Jahre lang dafür zuständig war, dass nicht vergessen geht, wo sich unter der Erde die Gasleitungen befinden. Fast gleichzeitig mit meinem 40-Jahre-Firmenjubiläum bin ich schliesslich in Rente gegangen.

Mehr Zeit fürs Engagement

Nun habe ich noch mehr Zeit, mich freiwillig in der Pfarrgemeinde zu engagieren. Ich bin mittlerweile Präsident der Kirchenpflege – ein Job, den ich während meiner Berufstätigkeit gar nicht hätte ausüben können, weil viele der Termine tagsüber stattfinden. Mittwochvormittags aber bin ich nicht verfügbar: da habe ich meinen «Grosspapitag» und passe auf meine zweijährige Enkelin auf. Das ist etwas, was mir sehr wichtig ist und grosse Freude bereitet

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16. November 2021

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25. November 2021
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