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Ein L für «überhoLen»

1. Februar 2019 von

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Online seit
1. Februar 2019

Printausgabe vom
07. Februar 2019
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Und schon wieder beinahe in den Randstein gefahren. Der Motor klingt komisch. Ich kupple, doch nichts verändert sich. «Weg vom Gas, wenn du kuppelst. Und die Kupplung <fiiiiiin> wieder kommen lassen.» Sätze, die ich nun schon sehr oft gehört habe, die aber anscheinend nicht bis zu meinen Füssen durchkommen. Hinter mir hupt jemand, ich bin wohl zu langsam losgefahren, als die Ampel auf Grün gewechselt hat. Nun ja, verständlich, es ist Feierabendverkehr, da drehen die Menschen durch, wenn sie am Auto vor sich ein «L» sehen. Leicht gestresst will ich kuppeln und schalten, anscheinend im falschen Moment, der Motor stirbt. Jedes Auto ist anders, das musste ich lernen als ich in den Fahrstunden kurz aufeinander gleich drei verschiedene Kisten auf Rädern fahren musste. Und zu meinem Pech bin ich mit dem ersten Gefährt am besten ausgekommen. «Dort vorne, nach dem Fussgängerstreifen, biegen wir rechts ab», tönt es neben mir. Ich beginne also mit der Blickreihenfolge, die ich im stehenden Zustand unglaublich gut beherrsche. In fahrendem weniger. «Innenspiegel, Aussenspiegel, Seitenblick, Blinker setzen, Kontrollblick. Jetzt einspuren», murmle ich vor mich hin. «Das ist viel zu wenig ein gespurt, da hätten noch zwei Velos Platz neben dir», der Fahrlehrer öffnet die Tür, um mir meinen Fehler zu zeigen. Zu meiner Verteidigung: Während dem Abbiegen musste ich gleichzeitig darauf achten, zu bremsen, aber nicht zu fest, nicht von der Spur abzukommen, und im Spiegel auch wirklich etwas zu sehen, nicht bloss formeshalber den Seitenspiegel anzustarren. Sollen die Velofahrer doch selber schauen, wo sie bleiben. Multitasking ist wohl doch nichts für mich, mein jahrelanger Irrtum ist aufgeflogen. Der Verkehr in der Stadt Zürich ist ein einziges Risikogebiet, mit wütenden, rücksichtslosen und gestressten Menschen hinter den Steuern von Fahrzeugen, mit denen sie viel zu viel Schaden anrichten könnten. Und mit einem L am Auto ist man ihrem Frust am meisten ausgesetzt. Meine Bitte an Sie: Seien Sie geduldig mit den Lernfahrern. Hupen hilft nichts und schneller nach Hause kommen Sie trotzdem nicht.

Lara Hafner, Praktikantin beim «Höngger»

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07. Februar 2019
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