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Ratgeber

Ein Golf für alle Fälle – ein Fahrbericht

18. März 2015 von

Foto: Max Hugelshofer

Ein Golf ist ein Golf. Auch in seiner siebten Generation. Experimente beim Design goutiert die Kundschaft nicht.

Von

Online seit
18. März 2015

Printausgabe vom
19. März 2015
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Mit einem Golf liegt man selten falsch. Bei der siebten Generation ist die Auswahl allerdings so gross wie nie. Das meistverkaufte Auto der Schweiz gibt es nun auch mit Erdgasantrieb.

Seit fast vier Jahrzehnten ist der VW Golf das meistverkaufte Auto der Schweiz. Mit einer grossen Technik-Offensive will VW dafür sorgen, dass dies auch in den kommenden Jahren so bleibt. Eine neue, flexible Plattform, der modulare Querbaukasten, sorgt dafür, dass der Golf der siebten Generation mit allen heutzutage relevanten Antriebsarten angeboten werden kann: Als Diesel, Benziner, Elektroauto, Hybrid und nicht zuletzt in einer Erdgasausführung. VW ist einer der Pioniere dieses umweltfreundlichen und günstigen Treibstoffs. Bereits in den 90er Jahren gab es eine Kleinserie des VW Golf Kombi mit Erdgasantrieb. Danach kamen Serienmodelle von Touran, Caddy, Passat und Up!. Doch ernsthafte Verkaufszahlen wird VW wohl erst mit dem Golf schaffen.

Spät, aber konsequent

Zwar trauen sich die Wolfsburger erst spät an ihren Bestseller, dafür machen sie jetzt alles richtig. Es hat noch kaum ein so ausgereiftes Erdgas-Auto gegeben wie den Golf. Von Anfang an kann man ihn sowohl als Fünftürer als auch als Kombi bestellen. Die Reichweite ist mit 420 Kilometern im Gas- plus 940 Kilometer im Benzinbetrieb sehr gross und die Handhabung ist denkbar einfach.
Das Umschalten von Gas- auf Benzinbetrieb und umgekehrt erfolgt automatisch. Zuerst wird immer der Gastank leergefahren. Wer hauptsächlich im Schweizer Flachland unterwegs ist, wo die Dichte der Erdgastankstellen inzwischen ein komfortables Mass erreicht hat, wird Jahre brauchen, um den Benzintank leerzufahren. Dies auch, weil der Golf direkt mit Erdgas startet. Frühere Erdgasautos schalteten jeweils erst nach einiger Zeit von Benzin- auf Gasbetrieb um. Das Tanken ist immer noch gewöhnungsbedürftig, an sich aber ganz einfach.

Golf bleibt Golf – unauffällig gut

Ansonsten bleibt der Golf ein Golf, auch wenn man Gas tankt. Umsonst hat sich das Modell nicht all diese Zeit an der Spitze der Verkaufsstatistiken gehalten. Man kann ihm höchstens eine gewisse Langweiligkeit vorwerfen. Die Bedienung ist selbsterklärend, das Fahrverhalten tadellos. Trotz lediglich 110 PS zieht der 1,4-Liter-Motor erstaunlich kräftig. Dazu ist er in Verbindung mit dem siebenstufigen, automatischen Doppelkupplungsgetriebe (DSG) sehr sparsam.
Der Benzingleichwert entspricht nach Norm 5,4 Litern Benzin pro 100 Kilometer, im Test verbrannte der Golf TGI 5,3 Liter.
Vom etwas höheren Preis abgesehen gibt es eigentlich keinen Grund, den Golf nicht in der Erdgasvariante zu kaufen. Vorausgesetzt, man ist meistens in der Schweiz oder in Deutschland und Italien unterwegs, wo das Tankstellennetz ebenfalls gut ausgebaut ist. Denn wenn man Erdgas tankt, schont man nicht nur die Umwelt, sondern auch das Portemonnaie. Gas ist rund ein Drittel günstiger als Benzin.

Technik VW Golf TGI Bluemotion:
Treibstoff: Erdgas/Benzin
Hubraum: 1395 cm3
Leistung: 110 PS
Drehmoment: 200 Nm
Getriebe: Automatisch, Siebengang
Gewicht: 1395 kg
Normverbrauch: 5,4 l/100 (Benzingleichwert)
Testverbrauch: 5,3 l/100 km (Benzingleichwert)
Testdistanz: 1212 Kilometer
Reichweite: 420 Kilometer Erdgas und 940 Kilometer Benzin
Abgasnorm: Euro 6
NCAP-Sterne: 5
Laderaumvolumen: 380 bis 1270 Liter
Grundpreis: 35 200 Franken
Testwagenpreis: 41 840 Franken
Garantieleistungen: zwei Jahre

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