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Leitartikel

Ein Fenster zur zeitgenössischen Literatur

9. November 2021 von

Einige Stühle blieben leer an der Mammutlesung des ZS im Fasskeller in Höngg.
Foto: Patricia Senn

Einige Stühle blieben leer an der Mammutlesung des ZSV im Fasskeller in Höngg.

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Online seit
9. November 2021

Printausgabe vom
11. November 2021
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Am 30. Oktober organisierte der Zürcher Schriftstellerinnen und Schriftsteller Verband im Fasskeller eine Mammutlesung. Obwohl nur wenige Gäste kamen, zieht der Organisator ein positives Fazit.

Zwölf Autorinnen und Autoren waren eingeladen, an der Mammutlesung im Fasskeller Zweifel 1898 ihre Texte zu präsentieren. Organisiert hatte diesen Anlass der Zürcher Schriftstellerinnen und Schriftsteller Verband (ZSV) im Rahmen von «Zürich liest». Woran es lag, dass an diesem Samstagnachmittag nur wenig Zuhörer*innen den Weg nach Höngg fanden, ist schwer zu sagen. Yves Bär, Präsident des Verbands, zieht dennoch ein positives Fazit. Nach mehrjährigen, manchmal existenziell bedrohlichen Phasen, sei der Neustart des ZSV gelungen. Dass nur wenige der Lesung beiwohnten, könnte einerseits daran liegen, dass der Samstagnachmittag der programmintensivste der Veranstaltung «Zürich liest» sei, also auch an anderen Orten viele Lesungen parallel stattfänden. Auch die Zertifikatspflicht könnte manche Leute von einem Besuch abgehalten haben, doch für den Autoren und Veranstalter ist das Zertifikat dennoch ein Segen, immerhin könnten so wieder Lesungen  geplant werden und stattfinden. «Als Veranstalter bin ich letztendlich für die Sicherheit meiner Künstler*innen und des Publikums verantwortlich», meint Bär. 

Wer sind denn die Stars?

Die Mammutlesung des ZSV verfolgt dasselbe Ziel wie die Veranstaltung «Zürich liest»: Sie ist ein Schaufenster auf die hiesige Literatur. Die Autor*innen des ZSV wohnen vom Fürstentum über Luzern bis nach Bern, im Züribiet vor allem an der Goldküste. Die ganz grossen Namen fehlen im Programm, doch Bär zeigt sich ohnehin ambivalent bei der Frage, ob es «Stars» an solchen Lesungen brauche. «Wer sind denn diese Stars?», fragt er zurück. «Ein Martin Suter oder ein Adolf Muschg?» Oder sei es eben nicht eher eine Doris Röckle, die während der Corona-Pandemie zwei historische Romane und einen historischen Krimi veröffentlicht hat und in Höngg aus ihrem Buch «Die Wehmutter vom Bodensee» las?
Der Verband hat eine schwierige Zeit hinter sich, nicht nur aufgrund der Pandemie. Dennoch veröffentlichte er nach 2019 zwei Jahrbücher und drei Ausgaben der Zeitschrift «Wort». Seit September 2021 finden wieder Lesungen statt. «Alles andere geschieht Schritt für Schritt», sagt der Präsident. «Selbstverständlich sind wir noch nicht dort, wo wir sein möchten. Aber darauf lässt sich aufbauen. Zumal der ZSV nächstes Jahr sein 80 Jahre Jubiläum feiert».

 

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