Ein Brückenbauer der Hoffnung

Der Menschenrechtler Monsignore Prof. Dr. Obiora Ike aus Nigeria war auf Einladung des Hilfswerks «Kirche in Not ACN» zu Gast in der Schweiz. In der Katholischen Kirche Heilig Geist erzählte er von seiner Aufgabe.

Monsignore Prof. Dr. Obiora Ike, Gemeindeleiter Matthias Braun, Tobias Höppel von «Kirche in Not ACN» und Pfarrer Marcel von Holzen. (Foto: zvg)

Tobias Höppel stellte als Informationsbeauftragter von «Kirche in Not ACN» Monsignore Prof. Dr. Obiora Ike und die Tätigkeiten des Hilfswerks in rund 140 Ländern, darunter Nigeria, vor. In diesem Land herrscht eine der stärksten Christenverfolgung weltweit.

Der katholische Geistliche aus Nigeria, der an einer europäischen Universität die Fächer Politikwissenschaften, Philosophie und Theologie erfolgreich abschloss, wurde im Jahr 1981 in Vorarlberg zum Priester geweiht. Ein Jahr später erwarb er die Professur in Sozialethik, Geschichte und Afrikanistik. An verschiedenen Hochschulen weltweit übte er Lehraufträge aus.

Seit einiger Zeit steht er dem «Club of Rome Nigeria» vor, seit 2016 ist er Direktor der Stiftung «Globethics» mit Sitz in Genf. Vor drei Jahren wurde er von der deutschen Stephanus-Stiftung, welche sich weltweit für die verfolgten Christen einsetzt, als Preisträger ausgezeichnet.

Die Höngger Pfarrei Heilig Geist hiess den Monsignore durch Pfarrer Marcel von Holzen und Gemeindeleiter Matthias Braun herzlich willkommen und übertrugen ihm die Hauptzelebration am Fronleichnamsfest. Monsignore Ike nahm Bezug auf die Bedeutung des Fronleichnamsfestes, welches als Verbindung der weltweiten und universellen Kirche gilt. Wer kraft der Taufe zu dieser Kirche gehört, sei durch dieses Grundsakrament mit ihr verbunden.

Für Entwicklung, Gerechtigkeit, Frieden und Caritas

Wer im Anschluss an die Eucharistiefeier mit Monsignore Ike über seine vielfältigen Aufgaben sprach, spürte dessen starke Berufung für Entwicklung, Gerechtigkeit, Frieden und Caritas in seinem Heimatstaat. Er bemüht sich dort um die Koordination von Hilfswerken im ganzen Land. Dabei wird er von zahlreichen qualifizierten Mitarbeitenden tatkräftig unterstützt. Das Institut gliedert seine Aufgaben in verschiedene Bereiche. Die Führung von Waisenhäusern, Krankenhäusern und Schulen gehört dazu, wie das Schicksal unzähliger verfolgter Christen, sowie Frauen-, Gesundheits- und Bildungsfragen.

Im Bildungsbereich wiederum werden Fachkenntnisse von der Agrarwirtschaft bis hin zur Medizin vermittelt. Das von Professor Ike geführte Institut legt Wert darauf, dass die Ausbildungsstätten auf christlichen Grundlagen geführt werden. Da dem interreligiösen Dialog grosse Bedeutung beigemessen wird, sind die christlichen Institutionen auch für Muslime offen. Die Gegensätze zwischen dem Norden und dem Süden Nigerias sind stark, zumal die Rechte der Christen im Norden durch Terroraktionen extremer islamistischer Boko Haram-Gruppierungen stark beeinträchtigt werden.

Der Brückenbauer

Wie Professor Ike ausführte, wird beim Institut grosser Wert auf Projekte gelegt, welche dem Bau von Brücken zur Verständigung zwischen den Religionen und den Nationen dienen. Da sind Projekte im karitativen sowie im Bildungsbereich besonders gefragt. Diese werden auch von vielen muslimischen Gläubigen sehr geschätzt. Es ist unverkennbar, dass er dabei Bestrebungen pflegt, diese Brückenbauerfunktion gar interkontinental zu pflegen. Dabei denkt er auch an die Organisation «Kirche in Not ACN», welcher er seinen Dank für die Hilfe bei vielfältigen nigerianischen Projekten ausspricht.

Mit Freude weist der afrikanische Brückenbauer darauf hin, dass derzeit der religiöse Geist bei den Christen in seinem Kontinent von grosser Frische und Tiefe geprägt ist, was durch das grosse Interesse junger Menschen an geistlichen Berufen untermauert wird. «Durch das Wort, die Sakramente und die gelebte Caritas wollen wir überzeugen».

Eingesandt von Stefan Treier

Katholiken in Nigeria

Im bevölkerungsreichsten Staat Afrikas Nigeria leben derzeit 220 Millionen Menschen. Davon sind rund 100 Millionen Christen, 70 Millionen von ihnen bezeichnen sich als Katholiken. Im ganzen Land gibt es 60 Bistümer. Kürzlich wurden an 28 Priesterweihen rund 1000 Priester geweiht. Ebenso erhalten jährlich rund 1000 Ordensfrauen ihre Weihen.  

Kirche in Not

«Kirche in Not (ACN)» ist ein internationales katholisches Hilfswerk päpstlichen Rechts, das als Ostpriesterhilfe gegründet wurde. Es steht mit Hilfsaktionen, Informationstätigkeit und Gebet für bedrängte und Not leidende Christen in rund 140 Ländern ein, auch für Projekte in Nigeria. Die Projekte sind ausschliesslich privat finanziert.

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