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Medienkompetenz

Die Jugend und das Internet, der Umgang mit der digitalen Realität

8. April 2020 von

Die Lieblingsfreizeitbeschäftigungen von Jugendlichen wenn sie alleine sind (Grösse der Wörter repräsentiert die Anzahl Nennungen). Die Dominanz von medialen Beschäftigungen ist sehr deutlich.
Foto: JAMES Studie 2018

Die Lieblingsfreizeitbeschäftigungen von Jugendlichen wenn sie alleine sind (Grösse der Wörter repräsentiert die Anzahl Nennungen). Die Dominanz von medialen Beschäftigungen ist sehr deutlich.

Foto: Dossier Medienkompetenz, Schulamt Stadt Zürich

Die drei Bereiche der Medienkompetenz.

Geräte, die von Jugendlichen genutzt werden.

Von

Online seit
8. April 2020

Printausgabe vom
09. April 2020
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In einer komplexen, mediatisierten Welt ist der kompetente Umgang mit digitalen Medien unverzichtbar. Besonders für Kinder und Jugendliche ist es eine grosse Herausforderung, den Umgang und die Gefahren der Technologie kennenzulernen.

97 Prozent aller 12- bis 13-jährigen Jugendlichen in der Schweiz besitzen gemäss einer schweizweiten Erhebung zu Jugend, Aktivitäten und Medien (JAMES-Studie, 2018) ein Smartphone. Ab 14 Jahren sind es gar 99 Prozent. Smartphones haben in aller Regel Zugang zum Internet. Diese flächendeckende Verbreitung von Smartphones unter Jugendlichen stellt unsere Gesellschaft vor viele Herausforderungen in verschiedensten Bereichen. Die Jugend muss früh lernen, mit dieser Technologie und den daraus resultierenden Möglichkeiten verantwortungsbewusst und konstruktiv umzugehen. Der kompetente Umgang mit den digitalen Medien ist nun bereits in den Lehrplänen für Primarschulen in Fächern wie Informatik, Medienerziehung und Medienkompetenz integriert.

Wie werden digitale Medien genutzt?

Die JAMES-Studie beschäftigt sich intensiv mit dem Verhalten von Jugendlichen und ihren medialen und nonmedialen Freizeitbeschäftigungen. Die beliebteste Freizeitaktivität von Jugendlichen, wenn sie alleine sind, ist die Konsumation von audiovisuellen Medien wie Filmen, Serien, Fernsehen oder Streamingportalen wie zum Beispiel Netflix. Insbesondere die Nutzung von Streamingdiensten hat im Vergleich zu der letzten Studie von 2016 massiv zugelegt. Bei Freizeitaktivitäten gemeinsam mit Freund*innen werden sportliche Aktivitäten noch häufiger angegeben als digitale Medien.
In Bezug auf die Internetnutzung wird unterschieden zwischen der Nutzung zur Informationsbeschaffung und der Nutzung zur Unterhaltung. Generell verbringen Jugendliche an Wochentagen satte zweieinhalb Stunden pro Tag im Internet. Am Wochenende sind es sogar vier Stunden. Dies sind jedoch nur die Medianwerte mit grosser Streuung, was bedeutet, dass viele Jugendliche entweder weniger oder sogar noch mehr Zeit im Internet verbringen. Zu Unterhaltungszwecken sind soziale Medien der klare Spitzenreiter. Während jedoch die Nutzung von Facebook unter Jugendlichen drastisch abgenommen hat, sind es vor allem Instagram und Snapchat, welche sich grosser Beliebtheit erfreuen.

Was ist Medienkompetenz?

Der Überbegriff dieses Fokusthemas ist Medienkompetenz, also der kompetente Umgang von Kindern und Jugendlichen mit digitalen Medien. Das Schulamt der Stadt Zürich hat im Zuge der Anpassung der Lehrpläne an die digitale Herausforderung ein über 50-seitiges Dossier zum Thema Medienkompetenz herausgegeben. Darin wird genau beschrieben, in welcher Form der Umgang mit Medien in das Schulsystem integriert werden sollte. Gemäss dem Dossier setzt sich Medienkompetenz aus drei Teilgebieten zusammen, welche eng miteinander verbunden sind: Medienwissen, Mediennutzung und Medienreflexion.
Die Grundlage für den Umgang mit Medien bildet das Medienwissen. Hier geht es primär darum, Kindern und Jugendlichen erste Grundkenntnisse zur Medienwelt zu liefern sowie die richtige Handhabung von Geräten.
Bei der Mediennutzung und Medienreflexion geht es einen Schritt weiter. Bei der Flut an Informationen, die uns täglich überströmt, kann man schnell den Überblick verlieren. Kinder lernen durch die Mediennutzung, dieses riesige Angebot angemessen zu verarbeiten und einzuordnen. Inhalte sollen auf ihren Wahrheitsgehalt oder Nutzen geprüft, verglichen und beurteilt werden. Es geht bei der Nutzung aber auch darum, den individuellen Umgang mit Medien zu erlernen. Genau wie Lesen, Schreiben und Rechnen, sollen Kinder in der Schule auch lernen, mit verschiedensten Medien umgehen zu können.
Der letzte Bereich der Medienkompetenz ist die Reflexion. Hier geht es vor allem darum, dass reflektiert wird, welche Bedeutung und Auswirkung das Erstellen und Konsumieren von Medien auf das Individuum und die Gesellschaft haben kann. Kinder und Jugendliche sollen also beispielsweise lernen, was ein negativer Kommentar oder eine Beleidigung im Internet auslösen kann. Die Reflexion ist sehr wichtig für den kompetenten Umgang mit Medien, da man sich immer auch bewusst sein muss, was Medien auslösen können.

Ausblick

In diesem Fokusthema untersucht der «Höngger» Fragestellungen rund um den Umgang, den Herausforderungen und Problemen, aber auch Chancen für Kinder und Jugendliche im Umgang mit der digitalen Welt. Ein spezielles Augenmerk wird auf das Schulhaus Lachenzelg gelegt. Auch dort ist der digitale Wandel in verschiedenen Formen präsent. Besonders in Schulen wird der Kontrast zwischen den Gefahren digitaler Medien und deren Chancen für das Bildungssystem sehr deutlich. Der Schulleiter des Schulhaus Lachenzelg liefert uns Einblicke in dieses interessante Spannungsfeld.
Ein weiterer Fokus wird auf das Thema Cybermobbing gelegt. Cybermobbing ist eine der Schattenseiten der digitalen Medien und ist besonders bei Jugendlichen weit verbreitet. Gemäss der JAMES-Studie geben rund 23 Prozent aller Jugendlichen der Schweiz an, bereits erlebt zu haben, dass jemand sie im Internet «fertigmachen» wollte. Der «Höngger» hat sich mit Fachpersonen und Betroffenen gesprochen und das Thema unter die Lupe genommen.

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8. April 2020

Printausgabe vom
09. April 2020
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