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Dorfleben

Die Grossmanns – ein altes Höngger Familiengeschlecht

1. Dezember 2020 von

Die Spuren der Familie Grossmann lassen sich bis ins 14. Jahrhundert zurückverfolgen.
Foto: zvg

Die Spuren der Familie Grossmann lassen sich bis ins 14. Jahrhundert zurückverfolgen.

Von

Online seit
1. Dezember 2020

Printausgabe vom
03. Dezember 2020
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Die Grossmannstrasse in Höngg bezieht sich auf ein alteingesessenes Familiengeschlecht, das bereits im 14. Jahrhundert erstmals erwähnt wurde.

Die Grossmannstrasse, welche Am Wasser beginnt und als Sackgasse endet, liegt nahe bei der Limmat. Sie besteht hauptsächlich aus Mehrfamilienhäusern und Überbauungen. Gewidmet ist die Strasse der Ur-Höngger-Familie Grossmann. Insbesondere Magdalena Grossmann tauchte regelmässig in Schriften und Akten aus dem 18. und 19. Jahrhundert auf. Alt-Notar Georg Sibler hat dazu eine interessante Biographie geschrieben, auf der dieser Text basiert.

Bereits mit drei Jahren Vollwaise

Magdalena, getauft am 2. Dezember 1773, war eines der wenigen überlebenden Kinder von David Grossmann und Anna Catharina Nötzli. Auch Nötzli ist übrigens ein altansässiges Familiengeschlecht, die gleichnamige Strasse führt zur Gsteigstrasse. Magdalena war eins der sieben Kinder von Anna und David Grossmann und das einzige Kind, welches das Babyalter überlebte.
Sie wurde aber bereits mit drei Jahren Vollwaise. Ihre Mutter starb 1776 im Alter von 38 Jahren an einer «Auszehrung». Nur kurze Zeit später erlag auch ihr Vater an einer «Blutstürzung» – bei beiden war die Todesursache die damals weit verbreitete Tuberkulose. Von 1777 bis ca. 1790 war Magdalena Verdingkind beim Dorfwächter in Höngg. Im Bericht eines Pfarrers stand, dass das Mädchen «als arme Waise von Kindheit an von der Gemeinde besorgt und verhalten» wurde. Magdalena kam daraufhin in das Zuhause des Dorfwächters.

Als Dienstmädchen in Zürich

Während ungefähr sechs Jahren arbeitete Magdalena als Dienstmädchen in einem Zürcher Haushalt. Die junge Frau wurde jedoch, wie es hiess, «einer ordentlichen Lebensart unter Aufsicht bald überdrüssig» und verliess die Stelle. Ausserdem soll sie sich dem Religionsunterricht in der Prediger-Kirche entzogen, sich herumgetrieben und der Unzucht hingegeben haben, bis sie nach einiger Zeit von den Behörden aufgegriffen wurde. 
Nachdem Magdalena zurück nach Höngg musste, um dort «umerzogen» zu werden, durfte sie ungefähr ein Vierteljahr später zurück nach Zürich. Kurz darauf wurde sie schwanger, ihr uneheliches Kind gebar Magdalena im Alter von 23 Jahren im deutschen Jestetten, wo sie ihr «Brod als Dienstbot suchte», 1799 folgte die Rückkehr in die Schweiz. 1850, im damals sehr hohen Alter von 77 Jahren, verstarb Magdalena Grossmann. 

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