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«Die ganze Kirche tanzt» – Firmung in der Kirche Heilig Geist

2. Oktober 2014 von

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Online seit
2. Oktober 2014

Printausgabe vom
02. Oktober 2014
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Sonntagmorgen, kurz vor zehn Uhr vor dem Eingang der katholischen Kirche Heilig Geist: zwölf festlich gekleidete, leicht nervöse junge Menschen, dazu Ministranten mit Weihrauch, und ein Bischof mit Mitra und Bischofsstab …

Kirchgänger, die nichtsahnend einen normalen Gottesdienst erwarteten, erkannten sofort: Heute ist Firmung – und wohl auch, dass es deshalb etwas länger dauern könnte. Aussergewöhnlich war auch, dass die Kirche fast voll besetzt war. Der Gesang der gospelsingers.ch verlieh der Feier nicht nur einen festlichen Charakter, sondern zugleich Schwung von Anfang an. In der Begrüssung erklärten zwei Firmanden, was ihnen der Firmweg und die Firmung bedeutet: Zum einen haben sie sich mit ihrem Glauben auseinandergesetzt und versucht zu klären, wie ihr persönlicher Glaube aussieht, zum anderen haben sie sich entschieden, dass sie ihren Glauben, so unterschiedlich er auch ist, in einer Gemeinschaft praktizieren wollen: in der Kirche.

Jeder Mensch ist einmalig

Dazu passend haben die Firmandinnen und Firmanden auch den Bibeltext ausgewählt, in dem Paulus die Gemeinschaft aller Christinnen und Christen untereinander und mit Christus mit dem Bild des menschlichen Körpers beschreibt: so wie jeder Körperteil auf seine Art dazu beiträgt, dass es dem Menschen gut geht, und darum unverzichtbar ist, genauso einmalig und wertvoll ist jeder einzelne Mensch, denn sie oder er ist quasi ein Körperteil am Leib Christi. Während sie die Lesung vortrugen, zeigten die Firmandinnen und Firmanden eindrückliche Bilder von der Gemeinschaft nicht nur unter Menschen, sondern auch zwischen Tieren. Dass es ihnen am Herzen liegt, nicht nur niemanden auszugrenzen, sondern sich aktiv für die Integration von Menschen mit Beeinträchtigungen einzusetzen, von Menschen, die unsere Gesellschaft als «schwächer» und leider oft als weniger wertvoll ansieht, wurde daran deutlich, dass sie als Kollekte die «Stiftung Arbeitskette» ausgewählt hatten.

Anderssein akzeptieren

In seiner Predigt griff Weihbischof Vollmar ihr Motto und ihr Anliegen auf: Als getaufter und gefirmter Mensch Gemeinschaft zu leben heisse auch «Nein» zu sagen. Am ursprünglichen Wortsinn des Wortes «katholisch» – allumfassend, weltweit – entwickelte Bischof Vollmar eine Vision von einer Kirche, in der auch junge Menschen mit ihrem Anderssein akzeptiert sind. Die Vision von Paulus beschrieb der Bischof ganz konkret damit, dass in einer Pfarrei Menschen, die Mundkommunion praktizieren, und solche, die Zweifel hätten, was es mit der Kommunion überhaupt auf sich habe, sich gegenseitig akzeptieren. Und bezogen auf die Musik: dass es ebenso Choralgesang wie Gospel im Gottesdienst geben könne, wobei er sich wünschte, dass dann wie in Afrika nicht nur ein kleiner Chor, sonder die ganze Kirche aufsteht und tanzt. Auch wenn es am Sonntag noch nicht ganz so weit war: Der donnernde Applaus für die gospelsingers.ch und für alle Beteiligten am Schluss sprach für sich.

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