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Frank Frei

Die etwas andere Klimafrage

25. Februar 2020 von

Frank Frei Kolumne

Frank Frei

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25. Februar 2020

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Kann ein Schneemann in einem schneearmen Winter trotzdem Schneearme haben? Diese Frage beschäftigt mich, seit sich abzeichnet, dass es im Unterland diesen Winter wohl keinen Schnee mehr geben wird. Ich bin hin und her gerissen zwischen dem Argument, dass es in schneearmen Winter gar keine Schneemänner gebe, also auch keine mit Armen – und dem Einwand, dass schneearm ja nicht schneelos bedeute, und wenn man den Schnee genug zusammenkratze wie Schuppen aus den Haaren, dann gebe das schon noch einen Mann, vielleicht sogar mit Armen, wenn man den Bauch etwas weniger ausformt. Doch egal, denn ob nun mit oder ohne Arme: ein Schneemann allein macht noch keinen Winter. Alleine macht so ein Schneemann naturgemäss schnell die Schwalbe. Ganz im Gegensatz zur Klimabewegung. Da reichte eine einzige sitzende Greta, und sie stand. «Klar, dass dieses Frank auch noch über die Klimadebatte faseln muss», höre ich Sie bereits aufstöhnen, die Klimaerwärmungsleugner, direkt hinter den Brettern, die sie vor den Köpfen haben. Leider sind das ja keine Schneebretter (nicht mal dafür reichte der Schnee!), sonst wären sie von der Hitze, welche die TV-Bilder aus Australien ausstrahlen, längst weggeschmolzen. Ne-ne, es sind ganz währschafte Bretter, ganz traditionell aus Arvenholz geschnitzt und vom nie untergehenden SVP-Sünneli getrocknet. Das altert so heimelig: zuerst wird es grau und später fast weiss. Vor Köpfe genagelt wird es mit den Jahren sogar dicker, ehrlich! «Boomer», stöhnt die Klimajugend reflexartig, «seid gewappnet, denn dass die Menschheit bei den letzten vier Artensterben nicht umkam, liegt im Fall nur daran, dass sie damals noch gar nicht auf der Bildfläche erschienen war!»
Doch wo ist die Uhr mit meinen Gedanken schon wieder hingesprungen? Lassen wir die Arvenholzvernagelten und die Grünschnäbel doch alleine weiterkeifen und kehren zur Ursprungsfrage zurück: «Kann ein Schneemann in einem schneearmen Winter trotzdem Schneearme haben?»
Ich befragte Regenass. René Regenass, den Schriftsteller. Doch er meinte bloss, dass wenn er sein einziges Ass ausspielen würde, dann bliebe da nur der Regen. Und wenn er das rege tun würde, wäre er dauernd nur nass, und von beidem hätten wir diesen Winter ja alle genug. Also antworte er mir besser nicht, sondern blättere lieber gedankenverloren in seinen alten «Nebelspalter»-Texten. Und mit der Erwähnung dieses genialen Heftes hat er mich wohl für den Rest des mittelländlichen Nichtwinters von der Schneemannarm-Thematik abgelenkt. «Nebelspalter»! Noch so ein Wort, das Fragen aufwirft wie Dauerwellen hinter meinem Haarföhnsturm. Sollte sich im Nebelspalt eine Antwort auf alle Fragen nach dem Leben, dem Universum und dem ganzen Rest abzeichnen, die anders lautet als 42, dann werde – werd’ ichs Sies wissen lassen.

Es grüsst, arm dran oder nicht,
Frank Frei

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