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Der grosse Wurf

25. Februar 2019 von

Nicole Barandun-Gross, Präsidentin Gewerbeverband der Stadt Zürich, GVZ
Foto: zvg

Nicole Barandun-Gross, Präsidentin Gewerbeverband der Stadt Zürich, GVZ

Von

Online seit
25. Februar 2019

Printausgabe vom
28. Februar 2019
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Unser duales Bildungssystem finde ich – das ist nicht neu – richtig gut. Als Präsidentin des Gewerbeverbands der Stadt Zürich betone ich gerne die höhere Bildung an der Fachhochschule, basierend auf einer Lehre mit Berufsmatur, Praxis und Theorie vereinend. Gleichzeitig geniessen Universität und ETH Weltruf. Diese Ausstrahlungskraft kommt nicht von ungefähr.

Im Herzen Zürichs befindet sich das Hochschulgebiet mit Universität, ETH und Universitätsspital. Beste Voraussetzungen für intensive Zusammenarbeit und Innovationen in Forschung, Lehre und medizinischer Versorgung. Zahlreiche in die Jahre gekommene Gebäude erfüllen aber die Anforderungen an die Zukunft nicht mehr. Von der an ihre Kapazitätsgrenzen stossenden Infrastruktur ganz zu schweigen. Es macht daher absolut Sinn, die Weiterentwicklung des Hochschulgebiets anzugehen: Mit der Erweiterung des Unispitals und der Universität wird ein Riesenbauprojekt in Angriff genommen.

Was die Grössenverhältnisse betrifft, wurden die Ängste der Bevölkerung ernst genommen: Bei beiden Projekten dürfen architektonisch gelungene Bauten erwartet werden, welche die mögliche Bauhöhe nicht ausnützen. Wie sieht es aber verkehrstechnisch bei dieser Grossbaustelle mitten in Zürich aus? Was passiert mit dem Individualverkehr, welcher seit der Sperrung des Limmatquais von der Universitätsstrasse und dem Hirschengraben aufgenommen wird? Schon heute kollabiert der Verkehr um die Mittagszeit, wenn alle Studierenden gleichzeitig die Universitätsstrasse nach Belieben queren. Wie wird während der langjährigen Bauzeit die ungehinderte Zufahrt zum Unispital oder ins Quartier sichergestellt? Wird das Tram in den Zoo immer fahren können? Und wie wird es nach der Bauzeit aussehen? Der Schlussbericht des Gesamtverkehrskonzepts HGZZ nennt Neuanordnung der Tramhaltestellen, Zusatzkurse und grössere Trams zur Morgenspitze, «Attraktivierung» der Fuss- und Velowege vom HB und Bahnhof Stadelhofen. Abenteuerliche Ideen wie Rolltreppen, Metros und Verbindungstunnels werden herumgeboten. Weg mit der Wahrsagerkugel – Konkretes bitte, jetzt!

Nicole Barandun-Gross
Präsidentin Gewerbeverband der Stadt Zürich

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