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Jugend

Das bietet Höngg seiner Jugend

13. März 2019 von

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Online seit
13. März 2019

Printausgabe vom
14. März 2019
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Mit der Frage, was die Jugend in Höngg beschäftigt und was sie macht, hat sich der «Höngger» in der Ausgabe vom 28. Februar bereits intensiv auseinandergesetzt. Was das Quartier für die Heranwachsenden an Angeboten bereithält, soll in diesem Artikel das Thema sein.

Freizeit, das ist der kleine, noch unverbaute Zeitraum, der neben der Ausbildung oder dem geschäftigen Berufsalltag übrigbleibt. Diese Zeit will sinnvoll genutzt werden, denn sie ist kostbar und meist viel zu schnell wieder vorbei. Nicht entsprechend eingesetzt oder mit interessanten Aktivitäten gefüllt, hinterlässt sie Reuegefühle und den festen Vorsatz, sie das nächste Mal mehr wertzuschätzen und in allen möglichen Formen zu geniessen. Jugendliche haben häufig den Luxus, noch einige Tagesstunden mehr zur Freizeit dazuzählen zu können, was ihnen jedoch meist erst mit der Zeit bewusst wird. Erst dann, wenn ihre Freunde, die eine Lehrstelle beginnen, sich darüber beschweren, ständig beschäftigt zu sein. Oder wenn sie selbst bis über beide Ohren in Arbeit oder Lernplänen versinken. Umso schöner ist die Zeit, in der man sich noch Gedanken darüber machen kann, wie man seine nicht verplante Zeit gestalten möchte. Besonders in frühen Jugendjahren ist das Quartier für Freizeitaktivitäten eine wichtige Anlaufstelle, so sind viele Jugendliche in Höngg darauf angewiesen, Angebote in ihrer Nähe zu finden.

«Höngg bietet uns nichts»

Für die Artikel des Fokusthemas «Jugend» in der letzten Ausgabe, suchte der «Höngger» aktiv den Austausch mit Jugendlichen aus dem Quartier. Immer wieder sind im Verlauf solcher Gespräche Aussagen wie «in Höngg gibt es für Jugendliche nichts zu machen» oder «Höngg bietet uns nichts» gefallen. Selbst die Jungen, welche ein Angebot der Jugendarbeit Höngg aktiv nutzen, den «Kasten» im Rütihof oder den «Underground» in der Reformierten Kirche, fühlen sich von der Gesamtauswahl anscheinend nicht abgeholt. Den Jugendlichen zufolge bietet das Randquartier der Stadt Zürich seinen jungen Bewohner*innen, welche sich in der Entwicklung zu unabhängigen, selbstständigen Mitgliedern der Gesellschaft befinden, keine Freizeitangebote. Doch ist dem wirklich so? Einer der ersten Orte, an denen man fündig werden könnte, ist das Gemeinschaftszentrum (GZ) Höngg. Dieses bietet der Jugend ab der Oberstufe unter anderem offene Jugendtreffs, wie den «Underground» am Mittwochnachmittag. Dieser entsteht in Kooperation mit der Jugendarbeit der Reformierten Kirche. Oder den «Kasten» im Rütihof am Freitagabend, der auch zu privaten Anlässen gemietet und so genutzt werden kann (siehe auch «Was bewegt die Jugend?» in der Ausgabe vom 28. Februar). Daneben bietet die Jugendarbeit Höngg, bestehend aus den drei Jugendarbeiten des GZ Höngg, der Katholischen und der Reformierten Kirche, in unregelmässigen Abständen den «Friday Kitchen Club» an. Dort wird gemeinsam eingekauft, gekocht und das Resultat schliesslich gemeinsam gegessen – das anschliessende Aufräumen gehört natürlich auch dazu. Diese Angebote halten den jungen Höngger*innen Treffpunkte bereit, die ihnen den Austausch mit Gleichaltrigen und unterhaltsame Stunden ermöglichen. Auch gefeiert wird im GZ, die Jugendarbeit sorgt nämlich auch ab und zu für Oberstufenpartys – organisiert von Jugendlichen für Jugendliche. Der Kulturkeller steht in den Konzertsaisons, im Frühling und im Herbst, für Musikbegeisterte offen, verschiedene Musiker*innen und Nachwuchstalente treten auf dieser Bühne auf.

Vereine und Institutionen aller Art

Im Bereich der sportlichen Aktivitäten gibt es in Höngg eine Auswahl an Angeboten. Unter den Jugendlichen am bekanntesten mag wohl der Fussballverein «SV Höngg» sein, in dem, laut dem 17-jährigen Martin Faehnrich, bereits fast jeder Höngger gespielt hat (siehe «Ich bin sehr Höngg-patriotisch», in der Ausgabe vom 28. Februar). Daneben bieten sich beispielsweise die Tennis-Clubs Höngg und Waid, der Tisch-Tennisclub Höngg und für Wasserratten die Schweizerische Lebensrettungs-Gesellschaft (SLRG) Höngg an. Musik- und Theaterliebhaber finden beim Musicalprojekt Zürich 10 vielleicht den richtigen Platz, bereits ab der dritten Klasse bietet sich auch der Chor «Cantata Seconda» der Pfarrei Heilig Geist an. Jugendliche mit einem grossen Herz für Tiere haben die Möglichkeit, sich nach einem Engagement auf dem Quartierhof zu erkundigen. Die Möglichkeit, Verantwortung zu übernehmen, erhalten die Jugendlichen während einem Mittelstufentageslager, organisiert vom GZ Höngg, zusammen mit der Katholischen Kirche. Sie können sich dort als Jungleiter engagieren und die Gruppenleitungen übernehmen. Ähnliche Aufgaben haben Jungleiter in der Pfadi St. Mauritius-Nansen, in der Cevi Züri 10 oder der Jungschar Waldmann.

Noch immer keine Beschäftigung?

Weshalb haben die jungen Höngger*innen trotz all dieser verschiedenen Möglichkeiten das Gefühl, das Quartier biete ihnen aktiv nichts? Vielleicht haben diese Jugendlichen einfach andere Interessen und können sich für keines der Angebote begeistern? Vielleicht ist die Jugend eine Phase, in der man gar nicht aktiv etwas unternehmen will, sondern seine freie Zeit lieber dafür nutzt, Freunde zu treffen und mit diesen zu «chillen». Vielleicht ist ihnen aber auch das Vereinsleben fremd, zu weit weg von ihren eigenen Kreisen, der Jugend zu wenig angepasst. So oder so, das Angebot existiert. Doch auch die Jungen, welchen diese Angebote fremd sind, wissen ihre Freizeit bestimmt sinnvoll zu gestalten. Wenn auch möglicherweise nicht ausschliesslich in Höngg.

Weitere Informationen zu Angeboten gibt es auf folgenden Seiten:
Eine Übersicht der Höngger Vereine und Institutionen gibt es auf der Seite des Quartiervereins: http://www.zuerich-hoengg.ch/de/hoengger_vereine
Gemeinschaftszentrum Höngg: https://gz-zh.ch/gz-hoengg/

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