Conscious Collection

H&M war eigentlich nie wirklich ein Laden, der mich ansprach. T-Shirts mit Aufdrucken wie «Donut talk to me» oder «show more love» schreckten mich ab. Vieles ist zwar billig, aber die Qualität ist dementsprechend auch schlechter. Trotzdem blieb mein Blick letztens an einer H&M-Werbung hängen: «H&M Conscious Collection» stand da, vor einem Bild mit einer Frau in einer Hose mit Blumenmuster, im Hintergrund eine Wiese mit Bäumen. Nicht schlecht, dachte ich. Denn Textilien sind oftmals eine grosse Belastung für die Umwelt, ich bin immer auf der Suche nach Kleidern, die nachhaltig und trotzdem noch schön sind. Doch dann stach mir der Preis dieser «nachhaltigen» Hose ins Auge: 19.95 Franken. Mit «conscious», bewusst, muss wohl bewusst billig gemeint sein. Eine Hose kann unmöglich nachhaltig und fair sein und gleichzeitig ein solches Preisschild haben! Durch einen anerkannten Standard zertifiziert sind die Kleider nicht. Diese Rechnung geht genauso wenig auf, wie wenn Petra Gössi die FDP plötzlich zu einer klimafreundlichen Partei machen will.
Ich finde Secondhand-Läden eine gute Alternative, und da heutzutage die Kleider von gestern trendy sind (siehe meine Kolumne vom 11. April), kann man sich in solcher Kleidung auch auf die Strasse trauen. Natürlich sind es auch andere Bereiche, wo der eigene Konsum klimafreundlicher gestaltet werden kann. So etwa beim Essen: Im Laufe des letzten Jahres habe ich zum Beispiel meinen Fleischkonsum auf Null reduziert. Aber wie bei den Kleidern ist es auch beim Essen nicht ganz einfach, gute und nachhaltige Alternativen zu finden. So ist der Anbau von Palmöl für die weiträumige Abholzung in vielen Ländern verantwortlich. Ich suchte in der Migros also nach Keksen ohne Palmöl, doch es gelang mir schlichtweg nicht, eine Packung zu finden, bei der hinten nicht «enthält pflanzliche Öle (Palm-…)» stand. Und natürlich kann man auch an die Klimastreiks gehen. So kann man nicht nur auf individueller, sondern auch auf politischer und gesellschaftlicher Ebene etwas verändern. Wobei es den Streikenden ja angeblich nicht um den Klimawandel geht, sondern nur darum, «die Schule zu schwänzen…» Der nächste Klimastreik findet am 24. Mai statt.

Lina Gisler,
Praktikantin beim «Höngger»

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