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Frank Frei

«Blick» und Google, Seite 3

21. Oktober 2019 von

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Online seit
21. Oktober 2019

Printausgabe vom
23. Oktober 2019
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Dieser Gedanke ist irgendwie wie die Sache mit dem Huhn und dem Ei.
Eigentlich wollte ich nur etwas über Suchergebnisse bei Google schreiben, doch dann landete ich bei den Seite-3-Girls, der damals grössten Schweizer Boulevard-Tageszeitung. Ok, ich kann ja gleich «Blick» schreiben, Google nenne ich ja auch. Was der «Blick» mit Google gemein hat, erkläre ich Ihnen gleich. Einleitend dazu die Frage, wer sich noch an die «blutten» Frauen auf Seite 3 des Blicks erinnern mag? Wie lange ist das her? Irgendwann in den sonst schon grauenhaften 1970er und 1980er-Jahren. Ich wollte herausfinden, bis wann, doch Google konnte mir nicht helfen, egal was ich als Suchbegriff eingab. Womit ich bei Google gelandet wäre, seinen Suchergebnissen und der Seite 3. Was ursprünglich – Huhn oder Ei – der Grundgedanke zu diesem Beitrag war: nämlich darüber abzulästern, dass Google-Suchen je länger je weniger effizient sind.
Machen wir mal ein kleines Experiment und geben, damit auch Sie endlich verstehen, worauf ich hinaus will, bei Google «Frank Frei» als Suchbegriff ein. Auf Seite 1 kommt, wie bei jeder Google-Suche, zuerst eine Anzeige von Amazon. Der Rest der Seite ist voller Anzeigen dubiosen Ursprungs und nur dort, weil dafür Geld nach Amerika überwiesen wurde. Weiter ist sie praktisch voll mit Hinweisen auf den Videoblog eines Frank A. Meyer (who the hell?) unter dem Titel «Frank & Frei», und geht in Seite 2 über, mit einer Brillenkollektion, einem Restaurant in Hamburg, Beraterdiensten, Worterklärungen, einem Ferienhaus in Oberfranken und sonstigem Schwachsinn. Erst auf Seite 3 erscheint der Hinweis auf «Frank Frei, Archiv – Höngger.ch». Sollten Sie bei dem Experiment andere Ergebnisse aufgelistet bekommen, so ist das Googles volle Absicht.
Was lässt dies an Rückschlüssen zu? Dass diese Zeitung offenbar nichts bezahlt, um ihre Artikel bei Google nach oben zu bekommen. Vor allem aber, dass Google doof ist und nicht findet, was man sucht. Das heisst, ich bin mir sicher, dass es nicht am Können, sondern am Wollen liegt. Zuerst soll man anschauen, wofür andere bezahlt haben und erst dann, vielleicht, finden, was man eigentlich suchte. Ist man sich dessen bewusst, klicken geübte Googler*innen automatisch gleich auf Seite 3 der Suchergebnisse wie frühere «Blick»-Leser auf die ominöse Seite drei («Nein, ich habe ihn nur wegen dem Sportteil gekauft!»). Auf Googles Seite 3 werden die Ergebnisse zielführend – doch nur kurz, um danach auf 327 weiteren Seiten ins Absurde abzudriften. Was Google und Blick, abgesehen von der Seitenzahl, zu Verwandten macht.
Aber nun Schluss des Google-bashings, denn auch die beste Suchmaschine findet nur, was man richtig in ihr Suchfeld tippt. Gibt man dort nämlich «Frank Frei, Kolumne» ein, dann erscheine ich auf Seite 1 bereits an vierter Stelle. Vor mir nur noch Amazon, ein nicht funktionierender Link zu «Blick» und natürlich dieser Frank A. Meyer. Auch die überhole ich noch, und wenn ich dafür bezahlen muss.

Es Grüsst, ab irgendeiner Seite dieser Zeitung
Ihr Frank Frei

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