Quartierleben
Beim Verschönerungsverein Höngg ist einiges in Bewegung
An seiner Generalversammlung präsentierte der Verschönerungsverein Höngg im März seinen Mitgliedern das neue Logo und den neuen Webauftritt. Auch das Ortsmuseum kommt im neuen Gewand daher – die Wiedereröffnung ist für den Spätsommer geplant.
24. April 2026 — Dagmar Schräder
Der Verschönerungsverein Höngg (VVH) ist weithin bekannt für die roten Bänkli, die überall im Quartier zum Verweilen und Ausruhen einladen. Doch zum Verein gehört weit mehr: Auch das Ortsmuseum mit der Ortsgeschichtlichen Kommission ist Teil des Vereins, ebenso wie die Rebbaugruppe, die die rund 200 Weinstöcke auf dem Rebberg «Zum Chranz» bewirtschaftet, der gleich neben dem Ortsmuseum liegt.
Doch die drei Untergruppen agierten bis anhin dezentral und selbstständig. Es gab sogar zwei verschiedene Websites – eine für den Verschönerungsverein und eine für das Ortsmuseum. Das brachte Aufwand und manchmal auch etwas Verwirrung: Er selbst habe, so gestand Michael Stäheli, der Präsident des VVH, der Generalversammlung in seinem eingehenden Bericht schmunzelnd, zu Beginn seiner Zeit im Vorstand etwas Zeit gebraucht, um zu erkennen, dass zum VVH eben nicht nur die Bänkli, sondern auch die Rebbaugruppe und das Ortsmuseum gehörten.
Damit ist nun Schluss: Gemeinsam mit einem Team von Studierenden des Bachelorstudiengangs Business Communications an der Hochschule für Wirtschaft Zürich (HWZ) wurde im vergangenen Jahr die Kommunikationsstrategie des Vereins auf den Prüfstand gestellt (der «Höngger» berichtete). Das Ergebnis ist seit März ein integrierter Auftritt mit neuem Logo und einer neuen Website, die mit studentischer Beteiligung entwickelt wurden.
Mit der differenzierten Ausprägung des Logos und der klaren Gliederung bleiben die drei Untergruppen des Vereins aber trotzdem auf den ersten Blick erkennbar. Das neue Logo vereint die Tätigkeitsgebiete auf bestechend einfache und eingängliche Art.
Ein neues altes Ortsmuseum
Doch die Website ist nicht das einzig Neue in diesem Jahr: Auch das Ortsmuseum im historischen Rebbauernhaus «Zum Chranz» musste sich in den vergangenen zwei Jahren einer Kur unterziehen und wurde durch die Stadt renoviert und saniert (der «Höngger» berichtete auch hierzu).
Nun sind die Arbeiten abgeschlossen. Für den Mai ist eine erste Veranstaltung für die Sponsoren, Gönner und Gönnerinnen des Museums geplant. Parallel dazu laufen im Hintergrund die intensiven Arbeiten für die Wiederaufnahme des Museumsbetriebs.
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Das neue Museumskonzept, so erklärte Stäheli, gliedert sich in drei unterschiedliche Module. Das erste Modul setzt das Haus aus dem 16. Jahrhundert in Szene. Denn dieses sei selbst durchaus museumswürdig und habe seine eigene, gut dokumentierte Geschichte zu erzählen.
Mit dieser Aufgabe wurde das Atelier «Schmauder Und» von Claudia Schmauder beauftragt. Erklärungstafeln informieren über bauhistorische Details und das einfache Leben zur damaligen Zeit. Das Atelier kuratiert auch das zweite Modul, bei dem aus der Sammlung des Ortsmuseums modular acht ausgewählte Objekte mit Bezug zu Höngg präsentiert werden.
«Hoenggenisa»
Rund um diese sogenannten «Hoenggensia» werden kurze Geschichten erzählt und so die Entwicklung Hönggs erlebbar gemacht. Das dritte Modul schliesslich befindet sich noch in der Entwicklungsphase. Hierbei soll, in Einklang mit dem Lehrplan 21, ein neues Angebot für Schulklassen geschaffen werden, um Geschichte ausgehend vom konkreten lokalen Kontext erfahrbar zu machen und die im Lehrplan geforderten Kompetenzen zu üben. Höngg könnte hier Pioniercharakter haben und Vorbild sein für die sieben weiteren Ortsmuseen auf Stadtgebiet.
Der Verein hat also Grosses vor. Wann genau das Museum der Öffentlichkeit wieder zur Verfügung stehen wird, konnte oder wollte der Präsident zum Zeitpunkt der Generalversammlung noch nicht genau sagen. Geplant sei jedoch, gegen Mitte des Jahres zu starten, das neue kleine Museumscafé in Betrieb zu nehmen und schrittweise die seit fast zwei Jahren ruhenden Aktivitäten wieder hochzufahren.
«Uns bleibt noch viel zu tun, aber wir sind motiviert und engagieren uns in unserer Freizeit aus Freude und Interesse», so Stäheli. «Der neue kommunikative Auftritt in den digitalen Kanälen wird uns helfen, mit dem Ortsmuseum und unseren anderen Angeboten im Gespräch zu bleiben.»





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