«Spielen ist eine Form des Seins»

Im Familien- und Generationenhaus Sonnegg finden das ganze Jahr über vielfältige Atelierkurse statt. Sowohl Haus wie Kurse sind offen für alle.

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Sommerferienkurs im Atelier Sonnegg, Segelflugzeugbau bei Jürg Auer

Im August haben wieder die ersten Atelierkurse im Generationenhaus Sonnegg begonnen. Das Angebot reicht vom Kochkurs über Töpfern, Qi-Gong bis hin zum Nähkurs. Ob Anfänger*innen oder Profis: Alle sind willkommen. Organisiert werden die Kurse seit vergangenem Frühjahr von Brigitte Schanz. Die gelernte Pädagogin und Kunst- und Bewegungspädagogin kann hierfür auf einen Pool von Kursanbieter*innen zurückgreifen. An einem Sommertag sitzt sie im Schatten der beeindruckenden Silber-Pappel im Garten hinter dem Sonnegg und sagt, nach ihrer Arbeit gefragt: «Ich höre mir an, welche Bedürfnisse bestehen, schaue, was bereits vorhanden ist – und es ist schon vieles da – nehme Impulse auf und probiere auch verschiedene Sachen aus». Zum Beispiel einen Kurs in den Sommerferien, bis anhin pausierte das Angebot in dieser Zeit. Am Vormittag waren drei Jugendliche im untergeschossigen Werkraum des Generationenhauses daran gewesen, Modellflugzeuge zu bauen. «Es war beeindruckend, die drei Jungen so konzentriert und ruhig bei ihrer Arbeit zu erleben», sagt sie mit leuchtenden Augen. «Sie haben ein schönes Tempo für sich gefunden, ganz entschleunigt. Wenn es möglich ist, Kreativität und das gemeinsame Erleben in einer solchen Qualität zu leben, dann freut es mich sehr, das anbieten zu können », sagt sie.

Gelebte Gemeinschaft

Das Konzept des Hauses, nämlich Raum für Kreativität, Begegnung und Handeln zu bieten, entspricht ihr sehr. «Die Ideale werden hier tatsächlich gelebt», schwärmt die professionelle Clownin. «Das drückt sich auch darin aus, dass wir offen sind für Ideen von aussen». Wenn also jemand etwas im Sinne dieses Konzeptes anbieten möchte, dann versucht sie, es möglich zu machen. Um einen Kurs zu geben, ist es nicht nötig, einen professionellen Hintergrund zu haben. Es kann auch ein Hobby sein, in dem man sich so gut auskennt, dass man sein Wissen darüber weitergeben kann. So kam beispielsweise der Kochkurs oder ein Spieleabend zustande, der neu einmal im Monat stattfindet. Interessierte können ihre Spiele selber mitbringen oder vor Ort aus den vorhandenen wählen. Die Teilnahme ist kostenlos, eine Anmeldung nicht nötig. «Spielen ist auch für Erwachsene etwas sehr Wichtiges», findet Schanz. «Es gibt verschiedene Formen von Kreativität, das kann Spielen oder ein Handwerk sein, Tanz oder Theater, wo der körperliche Ausdruck mehr im Zentrum steht. Viele Menschen finden den Zugang zu sich selber über den Körper. Mein persönliches Anliegen ist, dass man wieder mehr spielen kann, weil es eine Form von Sein ist, die ich sehr erfüllend finde, Kreativität ist ein Tor zur eigenen Lebensfreude».

Damit die Angebote für möglichst viele Menschen zugänglich sind, werden sie von der Reformierten Kirche Höngg mitfinanziert. Manche Menschen reagieren vorsichtig, wenn hinter einem Freizeitangebot die Kirche steht, aber, so Schanz, «alle Angebote sind für die gesamte Höngger Bevölkerung gedacht. Es geht um gelebte Gemeinschaft, um eine gegenseitige Wertschätzung», erklärt Schanz. Diese erfahre sie auch im persönlichen Kontakt mit den Mitarbeiter*innen der ganzen Kirchgemeinde Höngg. Das Haus Sonnegg ist offen für Klein und Gross, Jung und Alt. Hier darf jede*r einfach sein, sich einbringen, in dem Mass wie er oder sie das möchte. So kann immer wieder Neues entstehen. «Jedes Quartier sollte ein solches Haus der Begegnung und Kreativität haben», schliesst sie mit Nachdruck. «Es ermöglicht Freude und bereichernde Begegnungen».

Vernissage am Samstag, 8. September, 15 bis 18 Uhr. Kitamura Brigitta, die den Kurs Zeichnen und Malen anbietet, organisiert eine Ausstellung mit den Werken ihrer malenden Teilnehmer*innen. Weitere Informationen zu allen Kursen unter www.refhoengg.ch/atelier

In eigener Sache
Für gewisse Kurse bietet das Sonnegg Kinderbetreuung an und sucht dafür geeignete Personen. Genauere Auskunft darüber oder die Kurse bei: Brigitte Schanz 043 311 40 63 oder atelier@refhoengg.ch
Kafi & Zyt sucht ausserdem immer mal wieder Freiwillige, die gerne für ein paar Stunden in der Woche oder im Monat Gastgeber*in sein möchten.

1 Kommentare


Gertrud Richner

10. Oktober 2018  —  09:30 Uhr

Am vergangenen Dienstagabend habe ich mir die Finissage der Bilderausstellung der Schüler und Schülerinnen von Brigitta Kitamura im Malatelier Sonnegg angeschaut.Als ehemalige Schülerin von Brigitta Kitamura war ich sehr beeindruckt von der Qualität der ausgestellten Werke von Gross und Klein. Brigitta Kitamura hat die Gabe, in ruhiger, konzentrierter Atmosphäre das Beste aus ihren Schülern und Schülerinnen herauszuholen.
Diesem Unternehmen wünsche ich von Herzen weiterhin viel Erfolg!

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