Abstimmung zum Ausbau der thermischen Netze

In der kommenden Abstimmung vom 27. November wird in der Stadt Zürich über den Rahmenkredit zum Ausbau der thermischen Netze abgestimmt. Mit dem Kredit soll auch in Höngg der Ausbau der Fernwärme weiter vorangetrieben werden.

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Die thermischen Netze sollen mit dem Rahmenkredit weiter ausgebaut werden. Damit könnte auch das Zentrum Hönggs mit Fernwärme aus dem Klärwerk Werdhölzli versorgt werden. (Foto:pixabay)

Wie den Abstimmungsunterlagen der Stadt Zürich zu entnehmen ist, soll mit dem Rahmenkredit von 573 Millionen Franken zwischen 2022 und 2040 die Finanzierung des Ausbaus der thermischen Netze von ewz ermöglicht werden. Darunter fallen Fernwärme- und Fernkältenetze, die Heiz- oder Kühlenergie aus Energiequellen wie Abwärme oder Seewasser verteilen. Mit diesen Massnahmen möchte die Stadt ihrem Ziel, bis 2040 klimaneutral zu sein, näherkommen.  

Der zur Abstimmung stehende Rahmenkredit diene dabei, so ist den städtischen Informationen zu entnehmen, der Vorfinanzierung der für den Bau notwendigen Ausgaben, das ewz erwirtschafte mit seinen Produkten und Dienstleistungen seine Mittel jedoch selber. Für den Bau würden also keine Steuergelder eingesetzt.

Ausbau in sechs Teilprojekten

Mit den grossflächigen Baumassnahmen «sollen Gebiete in den Quartieren Albisrieden, Altstetten, Aussersihl, City, Enge und Höngg mit erneuerbarer Heiz- beziehungsweise Kühlenergie versorgt werden», so informiert die Stadt. Ziel sei es, in den genannten Gebieten insgesamt 70 Prozent der Gebäude an die Energieverbunde anzuschliessen. Für Immobilienbesitzende besteht keine Anschlusspflicht. Die Planung dieser Energieverbunde sei mit dem übergeordneten Ausbauplan der thermischen Netze in der Stadt Zürich abgestimmt.

Höngger Zentrum soll erschlossen werden

Auch in Höngg sollen hauptsächlich zwischen 2023 und 2026 neue thermische Netze erbaut werden, die das Zentrum des Quartiers mit Energie aus gereinigtem Abwasser und Abwärme der Klärschlammverwertung aus dem Klärwerk Werdhölzli versorgen. Damit könnten, so die Stadt, Emissionen von rund 3000 Tonnen CO2 pro Jahr eingespart werden. Die Kosten für dieses Teilprojekt werden auf 17 300 000 Franken geschätzt.  Das Fernwärmenetz im Zentrum Hönggs soll damit den bereits im Bau befindlichen Energieverbund Altstetten und Höngg ergänzen.

Zur Umsetzung der Projektvorhaben wird gleichzeitig zur Lancierung des Rahmenkredits eine Vorinvestition für den Energieverbund in Höngg notwendig. Es handle sich hierbei, wie die Stadt informiert, um einen Objektkredit von 3 576 000 Franken. Diese Vorinvestition ist Teil des zu bewilligenden Rahmenkredits.

Unterstützung von breiter politischer Allianz

Der Rahmenkredit wurde vom Stadtrat Mitte Dezember des vergangenen Jahres verabschiedet. Der Gemeinderat hat den Rahmenkredit am 24. August mit 107 zu 14 Stimmen ebenfalls angenommen. Nun wird das Stadtzürcher Stimmvolk über die Annahme bestimmen. Unterstützt wird die Vorlage von einer Allianz von AL, SP, Grüne, Mitte, EVP, GLP und FDP die Vorlage. Die SVP spricht sich dagegen aus.

Aktueller Stand des Ausbaus in Höngg

Über den aktuellen Stand des Ausbaus des Fernwärmenetzes in Höngg informiert das ewz wie folgt:

Zu den ersten Strassenabschnitten in Höngg, welche aus dem Energieverbund bis Ende 2021 erschlossen wurden, zählt ein Abschnitt der Frankentalstrasse. Mittlerweile sind über 15 Strassenzüge an den Energieverbund Altstetten-Höngg angeschlossen.
Die Haupterschliessungen über die Frankental-/Imbisbühl-/Riedhof-/Reinhold-Frei-/Giblen-/Naglerwiesen- und Rütihofstrasse sind nun im Gebiet Höngg gelegt. Im 2023 steht noch die Erschliessung in der ganzen Länge der Winzerhalde und natürlich diverse Umwandlungen von jetzt bestehenden Anschlüssen zu Energielieferungen sowie grosse Neuanschlüsse im Rütihof im Fokus. Ab 2025 erfolgt noch die Feinerschliessung über 3-4 kleiner Strassenbauprojekte.
Für Höngg-Zentrum erfolgt die Haupterschliessung von 2023-2026. Diese befindet sich aktuell in Planung und startet mit dem koordinierten TAZ-Projekt in der Segantinistrasse. Die Haupterschliessung erfolgt bereits parallel über die Lachenzelg-/Riedhof-/Singli-/Regensdorferstrasse, so dass ewz im 2024/2025 die Verbindung über die Michelstrasse auch die Segantinistrasse im Herbst 2025 mit erneuerbarer Energie versorgen kann. Über weitere 6 Strassenabschnitte erfolgt die Feinerschliessung, so dass ewz 2026 die erste Erschliessungswelle auch für ZH-Höngg abschliessen kann.

1 Kommentare


Roland Spitzbarth

3. November 2022  —  17:33 Uhr

Spannend. Man wird sehen, ob die «breite Unterstützung» der Abstimmung heute noch standhält. Manche dürften sich angesichts der Energiekrise und in den Raum gestellten Sparmassnahmen nun doch fragen, ob sie die Heizung Ihres Hauses, ihrer Hausgemeinschaft oder Genossenschafts- Siedlung wirklich aus der Hand geben wollen.

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