Sonntagsklatsch: das Männlichkeitsbild

Wenn digitale Männlichkeitsideale zu realen Problemen werden: Sozialarbeiter und Gewaltberater ­Kambez Nuri spricht darüber, wie die Manosphere Jugendliche prägt.

(Foto: Juliette Chrétien)

Die Manosphere – eine lose digitale Welt aus Foren, Influencern und Ideologien – prägt zunehmend das Denken junger Männer. Was harmlos mit Fitness-Videos oder Selbstoptimierung beginnt, kann sich zu einem Männlichkeitsbild entwickeln, das auf Dominanz, emotionaler Kontrolle und Abwertung von Frauen basiert.

Sozialarbeiter und Gewaltberater Kambez Nuri, Co Leiter der Fachstelle OH BOY*, begegnet diesen Dynamiken täglich in seiner Arbeit. Er beschreibt, wie viele Jungen in der Pubertät mit Unsicherheit, Einsamkeit und Statusangst kämpfen. Genau hier setzt die Manosphere an: Sie verspricht Stärke, Orientierung und Zugehörigkeit – und bietet einfache Antworten auf komplexe Fragen. Besonders gefährlich wird es, wenn digitale Ideale in reale Gewaltmuster kippen.

Nuri arbeitet auch als Gewaltberater und transkultureller Berater mit Männern, die bereits übergriffig geworden sind. Sein Ansatz: Beziehung statt Beschämung, klare Grenzen statt moralische Abwertung. Hinter misogynen Sprüchen steckt oft die Angst, in der männlichen Rangordnung abzusteigen – ein Mechanismus, den die Manosphere gezielt ausnutzt. Dieser Sonntagsklatsch richtet sich an Eltern, Lehrpersonen, Jugendliche und alle, die sich fragen, wie ein gesunder Umgang mit Männlichkeit heute aussehen kann.

Der Sonntagsklatsch

Sonntag, 1. November, 10–12 Uhr
GZ Höngg, Limmattalstrasse 214

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