Wir sind Höngg
Gold für Malia: Hönggerin sprintet zum Schweizer Titel
Die 11-jährige Malia Mügge aus Höngg hat ihre Saison mit einem grossen Erfolg gekrönt: Beim Schweizer Final des Visana Sprints in Bern gewann sie die Kategorie W11 in 8,42 Sekunden. Damit führt ihr Weg vom ersten Probetraining vor rund zwei Jahren bis an die Spitze des Schweizer Nachwuchssprints.
22. September 2026 — Jasmine Osterwalder
Für Malia Mügge beginnt der Tag ganz unspektakulär. Die 11-Jährige aus Höngg geht in die Schule Am Wasser, direkt neben der Limmat. Mathe, Englisch und Natur, Mensch und Gesellschaft stehen auf dem Stundenplan. In den Pausen spielt sie mit ihren Klassenkameraden auf dem Hardhof-Areal.
Erst nach der Schule wird es sportlich: Zweimal pro Woche trainiert Malia am Abend im Leichtathletik-Club Zürich. Dazu kommen Reittraining und Treffen mit Freundinnen. Während der Saison steht für Malia fast jedes Wochenende ein Wettkampf an, teilweise am Samstag und Sonntag. Für eine 11-Jährige ist das ein sehr volles Programm. Trotzdem kommt die Schule nicht zu kurz. «Ich habe zwar nicht viel Lernzeit zu Hause, nutze aber die Zeit in der Schule dafür umso mehr und lerne auch über den Mittag», erzählt sie dem «Höngger».
Einfach rennen
Ihre Leidenschaft für den Sprint entdeckte Malia vor rund zwei Jahren. Schnell rennen konnte sie aber schon immer. Dann kam die Idee zu einem Probetraining auf. Ob sie tatsächlich Talent für die Leichtathletik hatte, war damals noch offen. Bei einem Sichtungstraining überzeugte sie die Trainer. Sie durfte ins Training einsteigen und begann, verschiedene Disziplinen kennen-zulernen. Neben dem Sprint und dem Weitsprung gehören auch Werfen, Hürdenlauf, Kugelstossen und Hochsprung zu ihren Disziplinen. Besonders wohl fühlt sich Malia aber auf den kurzen Strecken. «Rennen ist für mich ein sehr schönes Gefühl», sagt sie.
Vor den Wettkämpfen ist Malia allerdings nervös. Im Startblock kreist ein Gedanke besonders stark in ihrem Kopf: «Auf keinen Fall einen Fehler beim Starten machen.» Vielleicht schaut sie deshalb auch auf zwei Athleten, die mit solchen Momenten bestens vertraut sind. Ihre Vorbilder sind der US-amerikanische Sprintstar Noah Lyles und die Schweizer Leichtathletin Mujinga Kambundji. An ihnen bewundert sie nicht nur die Geschwindigkeit. «Man sieht ihnen die Nervosität nicht an und sie wirken so gelassen», so Malia.
Die schnellste Schweizerin
In diesem Jahr zahlte sich das Training besonders aus. Am Schweizer Final des Visana Sprints in Bern vom 20. September setzte sich Malia gegen die Konkurrenz durch: Mit 8,42 Sekunden über 60 Meter lief sie die schnellste Zeit einer Schweizerin ihrer Altersklasse und knackte damit ihren persönlichen Rekord. Dieser gelang ihr auf einer ausgerollten Tartanbahn mitten auf dem Bundesplatz bei rund 4000 Zuschauenden. Vor dem Wettkampf verriet sie dem «Höngger», dass sie sich auch die vielen Leute und Gewinnspiele gefreut hat.
Auf derselben Bahn wie die Weltstars
Bereits vor dem Schweizer Final durfte Malia erleben, wie es sich anfühlt, auf einer grossen Leichtathletikbühne zu stehen. Bei Weltklasse Zürich im Stadion Letzigrund rannte sie bei der Nachwuchs-Staffel mit. «Es war für mich ein Highlight, auf derselben Bahn zu laufen, wo kurz später zwei Weltrekorde gerannt wurden. Das war beeindruckend», erzählt Malia. Auch abseits der Laufbahn war sie mitten im Geschehen. Als Körbli-Trägerin unterstützte sie die grossen Stars und bekam die Weltklasse aus nächster Nähe mit.





0 Kommentare