Die Debatte über Hochhäuser in der Stadt Zürich dauert schon etwas länger an: Seit in den 1960er-Jahren die ersten höheren Häuser in der Stadt erstellt wurden, gibt es dazu politische Kontroversen.

Die jüngste entspinnt sich an den Hochhausrichtlinien, die der Stadtrat im Rahmen der Teilrevision der Bauzonenordnung 2021/2022 aktualisiert und rund zwei Jahre später, nach der Überarbeitung der über 300 eingegangenen Einwendungen, an den Gemeinderat zur Überprüfung weitergeleitet hat (der «Höngger» berichtete).

Überprüft hat sie der Gemeinderat nun – und ist zu einem vernichtenden Urteil gekommen: Einem Grossteil der neugestalteten Hochhausrichtlinien erteilte der Rat eine Abfuhr – linke Parteien und SVP waren sich für einmal einig. Dreieinhalb Stunden, so berichtet das online-Magazin tsüri, sei debattiert worden, 21 Änderungsanträge habe es dazu gegeben.

Keine Hochhäuser in Altstetten

Mit den Änderungsanträgen wurden unter anderem die geplanten Zonen in Altstetten und Zürich- Nord, in denen der Bau von 40 Meter hohen Häusern erlaubt sein sollte, laut tsüri «fast vollständig gestrichen». Gleichzeitig wurde das geplante 60-Meter-Gebiet für Schwamendingen auf 40 Meter reduziert, im Kreis 5 die 80-Meter-Zone ebenfalls auf 40 Meter halbiert.

Zudem wurde entschieden, dass, wie der Tages Anzeiger berichtet, der Gemeinderat bereits bei Bauten ab 60 Metern Höhe ein Mitspracherecht erhält – und nicht erst bei Bauten ab 80 Metern Höhe, wie es ursprünglich vorgesehen war. Ausserdem soll künftig bei Hochhäusern, welche mittels Gestaltungsplan erstellt werden, die «gesamte Mehrausnützung mit preisgünstigem Wohnraum» belegt werden.

Zwei Prozent der Bruttogeschossfläche soll ausserdem für Gemeinschaftsräume im Erdgeschoss zur Verfügung stehen.

GLP und FDP sind nicht einverstanden

Nicht nur Stadtrat und Hochbauamtvorsteher André Odermatt zeigte sich laut Tages Anzeiger unzufrieden mit der Entscheidung des Gemeinderats, auch die Vertreter*innen und FDP und GLP bekundeten ihren Unmut. Aus ihrer Sicht gehörten Hochhäuser zu einer sinnvollen Verdichtung innerhalb der Stadt.

Die Schlussabstimmung über die bereinigte Vorlage wird, so der Anzeiger weiter, im Gemeinderat in etwa drei Wochen erfolgen. Weil SVP, SP, Grüne und AL gemeinsam die Mehrheit im Rat haben, wird diese Abstimmung jedoch wohl eine reine Formsache bleiben. FDP und GLP würden deshalb, so der Tages Anzeiger, ein Referendum in Erwägung ziehen. Dann müsste schlussendlich das Volk über die Richtlinien entscheiden.