Es hätte ein schlichter Informationsanlass werden sollen, den das Tiefbauamt der Stadt Zürich im März 2025 im Saal des Tertianums Im Brühl organisierte. Doch der Widerstand war gross (wir berichteten). Thema waren die baulichen Massnahmen am Appenzellerweg. Diese stehen im Zusammenhang mit einer geplanten Velovorzugsroute, die Höngg und Wipkingen verbinden soll.
Die Umsetzung dieser Route ist erst für das Jahr 2030 vorgesehen – die Pläne für das kleine Teilstück Appenzellerweg/-strasse waren jedoch schon vor rund einem Jahr weit fortgeschritten. Dort soll ein neuer Abschnitt für den Velo- und Fussverkehr den Appenzellerweg mit dem Müseliweg verbinden.
Die Mitarbeitenden des Tiefbauamts, des beteiligten Ingenieurbüros und der Dienstabteilung Verkehr, die damals über die konkreten Pläne informierten, mussten feststellen: Das Projekt wird von einem Grossteil der Anwesenden kritisch gesehen – um es vorsichtig zu formulieren.
Strassenbauprojekt wird aufgelegt
Am 21. Januar 2026 wurde das Vorhaben im«Tagblatt der Stadt Zürich» öffentlich aufgelegt. Konkret geht es um das «Strassenbauprojekt: Nötzli- und Giacomettistrasse, Müseliweg, Segantinistrasse bis Appenzellerstrasse». Details dazu siehe nächster Abschnitt.
Die Redaktion der «Höngger Zeitung» erhielt seit der Ausschreibung im «Tagblatt der Stadt Zürich» bereits einige Zuschriften – und es zeichnet sich ab, dass neuer Widerstand nicht ausbleiben wird.
Stossend sei etwa, dass alle Parkplätze an der Nötzlistrasse aufgehoben werden sollen, denn dort gebe es viele Altbauten. Die Anwohnerschaft werde daher kaum mehr einen Parkplatz finden. Ganz zu schweigen vom Gewerbe oder von der Spitex, die ebenfalls darauf angewiesen wären.
Hinzu komme, dass die Nötzlistrasse auch eine Wohnstrasse (Tempo 30, Wohnquartier, aber normale Verkehrsregeln) ist: Was, wenn Velofahrende dort ohne Rücksicht durchfahren? Aus der Leserschaft wird zudem gemeldet, dass die Anbindung der Segantinistrasse zur ETH damit nicht gelöst werde – dem Hauptziel der meisten Velofahrenden. Niemand werde den Vogtsrain bis zur Nötzlistrasse hinauf- oder hinunterfahren und dann in die Gsteigstrasse einbiegen, um zur ETH zu gelangen.
Verbreiterung bestehender Wege: die Details
Das Projekt betrifft gemäss Auflage den Lückenschluss der Velovorzugsroute Höngg–Wipkingen im Abschnitt Appenzeller- und Müseliweg durch den Neubau des Wegabschnitts auf den Parzellen HG8252 und HG8259, die Umsetzung der kommunalen Fussverbindung (Lückenschluss im Abschnitt Appenzellerweg und Müseliweg), die Verbreiterung bestehender Wege und Strassenabschnitte zugunsten des Veloverkehrs im Bereich Vogtsrain, den Abbau von 11 Parkplätzen an der Nötzlistrasse, den Erhalt und Ersatz von Grünflächen im Bereich Vogtsrain, ökologische Ausgleichsmassnahmen in der Weidewiese (Parzelle HG8259), die Neupflanzung von drei Bäumen auf der Höhe Segantinistrasse Nr. 16 zur Hitzeminderung sowie als Kompensation für eine Baumrodung, die Anpassung und Erweiterung der öffentlichen Beleuchtung sowie diverse Werkleitungsarbeiten.
Die detaillierten Projektunterlagen sind bei der Stadt Zürich ab dem 23. Januar unter www.stadt-zuerich.ch/planauflagen einzusehen. Die Planauflage dauert bis und mit Montag, 23. Februar 2026. Einwendungen gegen das Strassenbauprojekt im Sinne der Mitwirkung der Bevölkerung können innerhalb der Auflagefrist schriftlich per Briefpost beim Tiefbauamt der Stadt Zürich eingereicht werden.
Fortsetzung folgt.
