Wenn draussen auf den Strassen von Zürich an diesem Ausnahmesamstag Anfang August das grosse Fest der elektronischen Musik, der Freiheit und der Vielfalt bevorsteht, erhält es in der Wasserkirche für 45 Minuten eine eigene, verdichtete Form. Unmittelbar vor der Street Parade wird das historische Gebäude erneut zum Resonanzraum für Musik, Tanz und Gemeinschaft.
Wie die Evangelisch-reformierte Kirchgemeinde Zürich in einer Medienmitteilung schreibt, begegnen sich von 11.30 bis 12.15 Uhr Clubkultur und Kirchenraum – nicht als Gegensätze, sondern als Einladung, das Verbindende zu suchen. Was 2019 als ungewöhnliches Experiment begann, hat sich inzwischen zu einem besonderen kirchlichen Format entwickelt.
Jahr für Jahr finden sich mehr Menschen vor der Wasserkirche ein: Fantasievoll gekleidete Raverinnen und Raver, Neugierige jeden Alters, Passantinnen, Touristen und Menschen, die Kirche sonst eher aus der Distanz betrachten, treten ein in einen Raum, in dem Bässe, Gebet und Gemeinschaft zusammenfinden.
«Spiritualität ist nicht an eine bestimmte Form gebunden»
Gestaltet wird der Raver-Gottesdienst laut Medienmitteilung auch in diesem Jahr von Fraumünsterpfarrer Johannes Block, dem Zürcher DJ David Suivez und Johanna Köb von Ecstatic Dance Zurich mit ihrem Team. Gemeinsam verbinden sie Wort, Musik und Bewegung zu einem Gottesdienst, der vertraute Formen bewusst weitet und erfahrbar macht, dass spirituelle Momente nicht nur in der Stille entstehen.
«Der Raver-Gottesdienst zeigt sehr eindrücklich, dass Spiritualität nicht an eine bestimmte Form gebunden ist», sagt Pfarrer Johannes Block. «Wo Menschen gemeinsam feiern, aber auch innehalten und offen werden für etwas, das grösser ist als sie selbst, kann ein Moment entstehen, in dem Kirche ganz praktisch erfahrbar wird. Mitten im Beat. Mitten im Leben.»
Kirche ist auch dort relevant, wo man sie nicht erwartet
Für Christoph Schneider, Leiter des Freundeskreises Grossmünster und Initiant des Formats, liegt die Kraft des Raver-Gottes-dienstes gerade in seiner Einfachheit: «Die Street Parade braucht keine kirchliche Übersetzung. Aber wir können einen Raum öffnen – für Freude, Gemeinschaft und einen Moment des Innehaltens. Dass jedes Jahr mehr Menschen diesen Raum aufsuchen und mit ihrer Präsenz füllen, berührt mich immer wieder neu.»
Der Raver-Gottesdienst versteht sich daher auch nicht als Kontrastprogramm zur Street Parade, sondern als eigenständiges spirituelles Angebot.
Quelle: Medienmitteilung Evangelisch-reformierte Kirchgemeinde Zürich
5. überkonfessioneller Raver-Gottesdienst
Samstag, 8. August 2026,11.30-12.15 Uhr.
Wasserkirche Zürich.
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