Wer an Mikroorganismen denkt, denkt vielleicht an Laborbilder, Petrischalen oder mikroskopisch kleine Zellen. Das Zürcher Theaterkollektiv ZONE OUT wählt einen anderen Zugang. In «undersized empire» wird die Welt der Mikroben nicht erklärt, sondern über Klang, Licht, Bewegung und Raum erfahrbar gemacht.
Das Publikum bewegt sich dafür in kleinen Gruppen durch den ETH-Campus Hönggerberg und wird an spezielle Orte geführt: Unterirdische Gänge, technische Anlagen und Zwischenräume werden Teil der Inszenierung.
Theater als Expedition
Mikroorganismen gehören zu den ältesten und vielfältigsten Lebensformen auf der Erde. Sie sind im Wasser und im Boden zu finden, leben auf Pflanzen und besiedeln auch den menschlichen Körper. Viele ihrer Funktionen sind für Ökosysteme und Lebensprozesse grundlegend – gleichzeitig ist ein grosser Teil dieser Welt noch wenig erforscht.
«undersized empire» setzt bei dieser Herausforderung an: Wie lässt sich etwas zum Gegenstand von Theater machen, das mit blossem Auge nicht zu sehen ist?
Die Antwort entsteht aus einer Verbindung von Forschung und künstlerischer Recherche. Das Team hat Forschende interviewt, Labore besucht und sich mit den Arbeitsweisen der Mikrobiologie auseinandergesetzt. Aus diesem Material entwickelt die Inszenierung ihre eigene, künstlerische Sprache.
Dabei werden auch die Geräusche des Ortes wichtig. Lüftungsschächte und technische Geräte liefern akustisches Material, das mit einer eigens entwickelten Soundinstallation, Licht und Bewegung verbunden wird. Wissenschaftliche Begriffe und Aussagen aus den Gesprächen werden zu Textfragmenten. Der ETH-Campus wird damit nicht nur zum Schauplatz, sondern zum Material der Aufführung.
Sechs Vorstellungen im September
Die Kooperation mit dem Institut für Mikrobiologie der ETH Zürich und dem NCCR Microbiomes bildet die Grundlage für die Recherche, aus der «undersized empire» entstanden ist. Das Ergebnis ist kein klassischer, wissenschaftlicher Vortrag: ZONE OUT versucht, eine Beziehung zwischen dem Publikum und einer kaum wahrnehmbaren Lebenswelt herzustellen.
Die Inszenierung richtet den Blick damit auch auf eine einfache, aber weitreichende Erkenntnis: Der Mensch existiert nicht unabhängig von seiner mikrobiologischen Umgebung. Dass die Aufführung in Bewegung stattfindet, passt zu diesem Ansatz. Die Zuschauerinnen und Zuschauer bleiben nicht ausserhalb des Geschehens, sondern durchqueren die Räume selbst und erleben Geräusche, Licht und räumliche Veränderungen.
Für den rund zweieinhalbstündigen Theaterabend sind insgesamt sechs Vorstellungen im September angesetzt. Die Premiere findet am 10. September statt. Wer sich auf die Reise begibt, kann sich auf eine ungewohnte Theaterform und ein einmaliges Erlebnis freuen.
Quelle: Medienmitteilung
«undersized empire»
- Immersive Theaterproduktion von ZONE OUT.
- 10., 11., 15., 16., 17. und 18. September, 19 Uhr.
- Treffpunkt: Campus Info vor dem Gebäude HIL bei der Busstation ETH Hönggerberg. Stefano Franscini-Platz 5, 8093 Zürich.
- Dauer: ca. 2.5 Stunden.
- Strecke: ca. 1.5 Kilometer.
- Ab 10 Jahren.
- Tickets: Erhältlich unter eventfrog.ch.
- Fragen zur Barrierefreiheit: zoneout@mail.ch.
