Es weht ein leichter, aber erfrischender Wind, der nach den heissen Sommertagen bei allen willkommen ist. Gegen 11 Uhr haben sich bereits zahlreiche Gäste auf der Veranda des Alters- und Pflegeheims der Hauserstiftung an der Hohenklingenstrase versammelt. Rote Blumen zieren die Geländer, rosa Seerosen den Teich. Der Grill wird gestartet, die ersten Mägen knurren.

Auf dem Menü steht wie jedes Jahr der berühmte Risotto alla milanese. Dazu gibt es Würste, Schweinssteak, Rinds-Entrecôte, Pommes und ein reichhaltiges Salatbuffet. Die Naschkatzen lockt danach eine grosse Auswahl an Kuchen. Für die musikalische Unterhaltung sorgt das Duo D’urchige Tösstaler mit Schweizer Volksmusik.

Dank dem guten Wetter füllen sich auch die aufgestellten Zelte auf der Wiese der Hauserstiftung schnell mit Leuten. Es ist ein fröhlicher Quartierstreff, der aber nicht nur dem Wiedersehen dient. Lydia und Rolf Pulfer aus Höngg sind am diesjährigen Hauserfest mit der 92-jährigen Mutter von Rolf Pulfer erschienen. Er meint, die Mutter sei inmitten eines Prozesses, in ein Altersheim zu übersiedeln. Das Hauserfest sei nun eine Art Annäherung daran. Das Familiäre, der schöne bunte Garten und das feine Essen, hätten es ihr aber schon angetan.
«Abwechslungsreich, lebendig und stimmig»
Momentan zählt das Heim 37 Bewohnende. Eine von ihnen ist die 94-jährige Margrit Reithaar, die seit 14 Jahren in der Hauserstiftung wohnt und in Höngg aufgewachsen ist. Sie bestätigt die gute Lebensqualität: «Hier ist es persönlich und nicht zu gross, das Heim wird sehr gut geführt. Zum Glück haben wir heute schönes Wetter.»
Für den Institutionsleiter Romano Consoli stehe das Hauserfest vor allem für Kontinuität, es sei ein «Sommerfest für alle». Das Fest gebe es seit fast 37 Jahren und zähle derweil bis zu 200 Gäste. Auch die beiden Pflegekräfte Ben Bezera und Vafire Dervisi freuen sich jedes Jahr auf die Feier. In drei Worten würde Bezera das Fest mit «abwechslungsreich», «lebendig» und «stimmig» beschreiben.

Gerda Hilti und Adrian Denzler vom Stiftungsrat haben sich heute ebenfalls zum Beisammensein eingefunden. «Am Hauserfest zeigen wir gerne, wer alles dahintersteht, und heute ist eine gute Gelegenheit, um zu spüren, was wir gut machen, und was verbessert werden kann», sagt Denzler.
Jedes der sechs Stiftungsratsmitglieder nimmt eine andere Funktion wahr. Hilti ist seit neun Jahren Präsidentin des Stiftungsrats und wird das Amt per Ende Jahr an Anita Marolf übergeben. «Die Hauserstiftung ist sehr quartierverbunden und das jährliche Fest bietet eine gute Gelegenheit, die Institution näher anschauen und kennenlernen zu können», betont Hilti. Der Kontakt mit dem Personal, den Bewohnenden und den Gästen sei für sie das Wichtigste.

Eine weitere Attraktion des Hauserfests ist der Bazar, der von zwei Bewohnerinnen und der Aktivierungstherapeutin geführt wird. Im Sortiment sind selbstgemachte Necessaires, Topflappen, Seidenmalerei und vieles mehr. Was letztes Jahr wetterbedingt ausgefallen ist und dieses Mal nachgeholt werden konnte, sind die Rikscha-Fahrten, organisiert von der Stiftung «Radeln ohne Alter». Damit konnte man von der Hauserstiftung einmal zur reformierten Kirche Höngg und wieder zurück düsen, was vielen ein Lächeln ins Gesicht zauberte.