Der «Höngger» hat bereits mehrere Male über den – heute nicht mehr vorhandenen – Parkplatz an der Regensdorferstrasse 19 berichtet. Dort soll nun gemäss der Stadt eine Wiese entstehen: Regenwasser soll wieder versickern können, die Hitzeentwicklung reduziert werden, und es sollen neue Lebensräume für Tiere und Pflanzen geschaffen werden.

Hintergrund ist der angenommene Gegenvorschlag zur Volksinitiative «Stadtgrün» vom 3. September 2023. Der Richtplan verfolgt zudem das Ziel, 15 Prozent der Stadt als wertvolle Naturräume zu gestalten.  

Seither häufen sich in der «Höngger»-Redaktion Leserbriefe und Meinungsäusserungen. Meist zeigen sich die Verfassenden empört über das Vorhaben. Selbst «20 Minuten» berichtete darüber mit der Schlagzeile «Betreten verboten: Stadt ersetzt Parkplatz mit Insekten-Brache» – rund 350 Kommentare hat der Online-Artikel erhalten.

Der Rückbau wird gefordert

Die SVP Kreis 10 teilt mit, dass sie den Protesten Gehör schenken will: Am kommenden Samstag, 11. April, um 10 Uhr soll der Platz von Bürgerinnen und Bürgern «besetzt» werden. Man fordere den Rückbau zu einem Parkplatz.

Eine Forderung, die laut Zuschriften an die «Höngger»-Redaktion aus verschiedenen Gründen gerechtfertigt sei. Zum einen benötige ausgerechnet Höngg keine so kleine Biodiversitätswiese – das Quartier habe schliesslich viel Natur, etwa den Höngger Wald.

Eine andere Stimme wundert sich, warum die an der Regensdorferstrasse gelegenen Geschäfte und Lokale nicht protestieren. Auf Parkhäuser weiche man ungern aus, und man werde künftig wohl – mit dem Auto – einen Bogen um das «Zentrum» Hönggs machen.

Was Simone Brander dazu sagt

Der «Höngger» hat im Rahmen seiner grossen Parkplatz-Umfrage auch ein Interview mit Simone Brander geführt und die Stadträtin auf die Situation angesprochen. Die Vorsteherin des Tiefbau- und Entsorgungsdepartements erklärte, dass ein Auftrag der Stimmberechtigten der Stadt Zürich vorliege: Die Verwaltung sei verpflichtet, die entsprechenden Stossrichtungen – dazu gehört auch die Schaffung neuer Grünflächen – umzusetzen.

Und weiter: «Ich kann gut verstehen, dass gewisse Massnahmen für einzelne Personen schwer nachvollziehbar sind. Aber wir brauchen dringend hitzemindernde Massnahmen, und dazu zählen neben mehr Bäumen auch mehr entsiegelte Flächen.»