Normalerweise ist die Werdinsel an schönen Sommerabenden ein Hotspot. Doch gestern, am Mittwoch, 12. August, setzte kurz vor 19 Uhr ein kleiner Exodus ein: Fast wie in einer Bewegung zog es viele Menschen bergauf.
Grund war die Sonnenfinsternis (wir berichteten): Nach 27 Jahren war in der Schweiz wieder eine partielle Sonnenfinsternis zu beobachten. Während sie in einem Streifen von Grönland bis Spanien total war, wurden in Zürich laut Daniel Karbacher, Demonstrator der Urania-Sternwarte Zürich, bis zu 91 Prozent der Sonnenscheibe vom Mond bedeckt.
Die partielle Sonnenfinsternis begann um 19.24 Uhr. Ihr Maximum erreichte sie um 20.18 Uhr, bevor die Sonne um 20.43 Uhr schliesslich unterging.
Der Logenplatz
Verschiedene Medien – auch der «Höngger» – hatten im Vorfeld darauf hingewiesen, dass der Hönggerberg ein besonders guter Ort sei, um das Himmelsereignis zu beobachten. Und tatsächlich strömten die Menschen in Scharen auf den «Hönggi», um ihre Augen nach Nordwesten zu richten.
Wobei es eher die Brillen waren: Schutzbrillen, die rasch ausverkauft waren. Auch in Höngg wurde etwa der Optiker He-Optik mit Anfragen überrannt. Doch das trübte die Stimmung auf dem Hönggerberg keineswegs. Im Gegenteil: Die Menschen teilten die noch verfügbaren Brillen miteinander und genossen gemeinsam ein Ereignis, das wohl viele nicht noch einmal erleben werden.
Eine vergleichbare partielle Sonnenfinsternis wird in der Schweiz erst am 13. Juli 2075 wieder sichtbar sein; am 3. September 2081 folgt eine totale Sonnenfinsternis.
Während der Hönggerberg zeitweise an ein Open-Air-Konzert erinnerte, gab es auch einen kleinen, versteckten Logenplatz: an der Endhaltestelle Heizenholz. Dort versammelte sich ein kleines Grüppchen in aller Ruhe und genoss das Spektakel ganz ohne Tamtam.
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