Bereits der Auftakt am Freitag war spektakulär: Um Punkt 18 Uhr setzte sich bei der Wieslergasse der Eröffnungszug des Wümmetfäschts in Bewegung. Bei strahlendem Wetter fuhr zuvorderst die Höngger Jodlerin Luise Beerli auf einem Traktor mit. Das kam nicht von ungefähr: In ihrer Jugend war die Sängerin als «Traktor-Beerli» bekannt, weil sie stets mit einem solchen durch das Dorf fuhr.
Ihr folgten der traditionelle Suuserwagen, die Tambourengruppe und schliesslich das Organisationskomitee des Wümmetfäschts mit Stadtrat Andreas Hauri und Vertretungen der Goldsponsoren sowie Karin Schär, Urs Zweifel und Daniel Wegmann. Den Schluss des Zuges bildeten Delegationen verschiedener Höngger Vereine mit ihren prächtigen Fahnen.
Auf dem Kirchplatz wartete bereits eine beachtliche Menschenmenge: Die Glocken der reformierten Kirche läuteten, die Mitglieder der «Hönggermusik» spielten Fanfaren. Anschliessend traten Stadtrat Andreas Hauri sowie das Wümmetfäscht-Co-Präsidium Nicole Kraft und Rolf Pulfer auf die Treppe des «orangen Hauses» von Architekt Marcel Knörr. Kraft begrüsste bestens gelaunt das Publikum, die Sponsoren und die geladenen Gäste.
Sie stellte Stadtrat Hauri die Frage, ob der gesamte Stadtrat den Wein ebenfalls schätze. «Wir sind einmal im Jahr hier oben in Höngg, wo wir unter anderem den Wein vom Chillesteig probieren. Und wir machen das wahnsinnig gerne», sagte Hauri.
Danach sprach Stadtwinzerin Karin Schär von Grün Stadt Zürich über die diesjährige Weinlese: «Der Höngger Wein ist bombastisch herausgekommen!» Der heisse Sommer sei auch den Trauben zugutegekommen.
Önologe Urs Zweifel betonte ebenfalls das heisse Wetter und den frühen Wümmet: «Innerhalb eines Monats haben wir alles geerntet. Wir haben am 30. August angefangen – so früh wie noch nie. Und wir sind noch nicht einmal im Oktober und schon fertig.»
Auch Daniel Wegmann blickte auf die besonderen Bedingungen zurück. Bei dem Wümmet sei man bei Temperaturen von bis zu 35 Grad an die Grenzen gekommen. «Das haben wir noch nie erlebt.» Schliesslich stach Andreas Hauri unter grossem Beifall den Suuserwagen an, und nach diesem Auftakt ging es richtig los.
Für alle etwas dabei
Nicht nur aus Höngg, sondern aus der ganzen Stadt strömten die Menschen während dreier Tage an das «schönste Dorffest» von Zürich. Bis Redaktionsschluss lagen die konkreten Besucherzahlen noch nicht vor.
Es ist jedoch anzunehmen, dass sie sich in einer ähnlichen Grössenordnung wie 2024 bewegten: Damals schätzte Co-Präsident Rolf Pulfer die Zahl auf über 10 000 Personen. Augenfällig war, dass es viele junge Leute ans Fest zog; auch zahlreiche Familien mit Kindern flanierten durch die Gassen.
Und es gab viele Gründe, das Wümmetfäscht zu besuchen: Dutzende Marktstände boten einen Querschnitt durch Hönggs Vereine, Geschäfte und Firmen.
So war auch das Wohnzentrum Frankental prominent beim Haus Sonnegg vertreten: «Gemeinsam mit unseren Bewohnenden entstand ein buntes und vielfältiges Angebot für das Wümmetfäscht», so Tara Gabriel, Mitarbeiterin Zentrale Dienste. Während des ganzen Wochenendes wurde der Stand vom Personal, der Institutionsleitung, dem Vereinspräsidenten und Vorstandsmitgliedern des Wohnzentrum Frankental unterstützt.
Neben den Marktständen waren auch die Essensstände ein sicherer Wert: Oftmals bildeten sich lange Schlangen, und auch in den Festbeizen waren die Tische oft bis auf den letzten Platz besetzt.
Die Unterhaltung machte einen grossen Teil des Wümmetfäschts aus: Die Ackersteinstrasse wurde quasi zur Open-Air-Arena; in Scharen verfolgte das Publikum dort ein Programm mit Musik, Tanz und Sport.
Dem stand die Mühlehalde in nichts nach: Sie war durchgehend geöffnet und wurde mit Ballett, Chorgesang, Livemusik und zwei Tanzabenden zum Epizentrum des Wümmetfäschts.
Die reformierte Kirche bot mit ihren Konzerten und Turmführungen derweil leisere Töne und ergänzte das Wümmetfäscht auf schöne Weise.
Ein reibungsloser Ablauf
Rückblickend war das 46. Wümmetfäscht dank der über 300 Freiwilligen und dank des eingespielten Organisationsteams – siehe Kasten zum Kern-OK – ein grosser Erfolg, der auch friedlich verlief.
Das gesamte OK-Team war für die einzelnen Ressorts quasi rund um die Uhr im Einsatz: Es koordinierte und plante, setzte um und reagierte auf Unvorhergesehenes. Ein Team, das sich gegenseitig unterstützte, anspornte und auch miteinander zu feiern wusste.
Nach einem ereignisreichen Wochenende kam das Ende des Wümmetfäschts für viele dann doch schneller als erwartet. Nach den ersten Aufräumarbeiten versammelte man sich in der Mühlehalde – mit Tränen der Freude, aber auch der Erleichterung.
Auf dem vielbeachteten Instagram-Kanal des Wümmetfäschts zogen Nicole Kraft und Rolf Pulfer am Sonntagabend ein erstes Fazit. «Es war wunderbar, einfach irrsinnig», sagte Pulfer.
Es sei ein Fest gewesen, das viele positive Erinnerungen und Eindrücke hinterlasse. Ein Fest, das sehr farbig und lebhaft gewesen sei, ergänzte Kraft: «Höngg hat gefeiert, und es waren fast alle da.»
