Rund 7000 Wohnungen, so erklärte die SP Anfang März in einer Medienmitteilung, würden in Zürich kurzzeitig vermietet. Darunter seien zirka 2500 Wohnungen, die auf der Plattform Airbnb angeboten werden sowie über 5000 Wohnungen, die als Business Apartments vermietet würden.
Um diesen Wohnraum zu schützen und ihn wieder vermehrt der ständigen Wohnbevölkerung zur Verfügung zu stellen, haben SP, Grüne und die AL gemeinsam eine Initiative lanciert, die verlangt, dass Wohnungen künftig nur noch an bis zu 90 Tagen pro Jahr kurzfristig vermietet werden dürfen. Im März hat der Stadtrat die Initiative für gültig befunden und erklärt, sie inhaltlich zu unterstützen.
Die Idee ist nicht neu: Bereits 2021 hatte der Gemeinderat beschlossen, die kurzzeitige Vermietung von herkömmlichen Wohnungen zu verbieten. Business-Apartments sollten demnach nur noch in Zonen möglich sein, die für das Gewerbe vorgesehen sind. Doch weil, so erklärt der «Tages-Anzeiger» in einem Artikel zum Thema, vier Anbieter gegen den Entscheid rekurriert hätten, liege der Fall nun seit mehr als einem Jahr beim Bundesgericht.
Daher unterstütze der Stadtrat die neue Initiative zum Thema zwar inhaltlich, erarbeite aber einen Gegenvorschlag. Dieser soll, wie der «Tages-Anzeiger» berichtet, spätestens im Januar 2027 vorliegen und damit die «noch nicht in Kraft gesetzte Regelung und die Initiative inhaltlich aufeinander» abstimmen.
Zweitwohnungen vor allem in der Innenstadt
Wo aber befinden sich all diese Airbnb-Logen und Business-Apartments? Ist diese Form der Vermietung auch in Höngg und Wipkingen ein Thema? Für eine Recherche können die Daten von Statistik Stadt Zürich dienen. Hier werden jedes Jahr die Zahlen von Zweitwohnungen und Apartments erhoben.
Zweitwohnungen werden erfasst, wenn sie von der Eigentümerschaft als solche angemeldet werden oder wenn seit mehr als zwei Jahren keine Person mehr angemeldet ist. Als Apartments dagegen gelten «Wohnungen, die professionell bewirtschaftet und oft auch für kürzere Zeit vermietet werden.»
Auf gesamtem Stadtgebiet handelt es sich bei rund 3,2 Prozent der gesamten Wohnungen um Zweitwohnungen oder Apartments. Dabei konzentrieren sich diese vor allem auf die Innenstadt, in Quartieren wie Höngg und Wipkingen machen sie nur einen geringen Prozentsatz aus, wie die Daten aus dem vergangenen Jahr belegen.
Demnach finden sich in Höngg 210 Zweitwohnungen, wovon 200 privat genutzt werden (Anteil 1.6%), zudem werden 60 Apartmentwohnungen erfasst. In Wipkingen sind es 180 Zweitwohnungen, welche statistisch erfasst sind, wovon 140 privat genutzt werden (Anteil 1.5%). Die Anzahl der Apartmentwohnungen beträgt dort 110.
Teure Business-Apartments in Wipkingen
Wie viele dieser Wohnungen nun konkret via Airbnb vermietet werden, ist nicht ganz einfach zu eruieren. Einem Artikel von «20 Minuten» zufolge waren es 2024 in der ganzen Stadt Zürich 2250 Wohnungen, die via Airbnb vermittelt wurden. Eine einfache Online-Recherche auf dem Airbnb-Portal ergibt für einen beliebig gewählten Stichtag jeweils ungefähr eine Handvoll Wohnungen, die in Höngg und Wipkingen buchbar sind.
Interessante Informationen finden sich dagegen zu den Business-Apartments: Hier finden sich auf der Webseite «Cosmopolitan Apartments» gleich mehrere Wohnungen in Wipkingen, die als «Serviced Apartments» vermietet werden, möbliert und renoviert.
Mit «urban feeling», gleich bei der Limmat, werden diese beworben, eine Werbung, die auch dem «Blick» bereits aufgefallen ist. «Ein kurzer Spaziergang zum malerischen Fluss Limmat lässt die Herzen von Naturliebhabern höherschlagen», so das Inserat.
Was für naturverbundene Personen nicht erwähnt wird, ist die Tatsache, dass sich das Gebäude mit den Wohnungen direkt an der Rosengartenstrasse befindet, beziehungsweise an der Einmündung der Hönggerstrasse in die Rosengartenstrasse. Dafür kann sich der Preis durchaus sehen lassen: Das Dreizimmer-Apartment kostet pro Monat rund 6500 Franken.
