Der Beginn eines neuen Jahres regt per se schon zum Philosophieren an. Und dieses Jahr, das in vieler Hinsicht so schwierig und traurig gestartet ist, stimmt ganz besonders nachdenklich. Kein Wunder also, dass Andreas Pätzold von seinem Gast, dem Philosophen, Autor und Moderator Yves Bossart, der in Höngg wohnt, in einer seiner ersten Fragen wissen wollte, welche Note auf einer Skala von 1 bis 10 er dem vergangenen Jahr geben würde.

Die Antwort erstaunte: Eine 8, vielleicht sogar eine 9 würde er ihm geben. Klar, das Weltpolitische sei bei dieser Beurteilung aussen vor geblieben, aber privat könne er für das vergangene Jahr sehr dankbar sein. Und mit der Frage nach Glück und Dankbarkeit waren die beiden schon mitten im philosophischen Diskurs angekommen.

Yves Bosshart will im neuen Jahr bewusster im Moment leben. (Foto: das)

Bunte Denkanstösse

Diesen führten sie in der Folge anhand der neuesten Publikation Bossarts, seiner Kartensammlung «Philosophie schenken». Auf jeder der insgesamt 15 Karten thematisiert Bossart dabei jeweils einen Begriff – wie etwa «Humor», «Liebe» oder «Freundschaft». Mit einem philosophischen Zitat, einem kurzen Text und einigen dazugehörigen Fragen, die Bossart sich selbst und den Lesenden stellt, sollen die Karten zum Nachdenken und Diskutieren anregen.

Drei dieser Karten, «Hoffnung», «Langsamkeit» und «Loslassen», stellten Pätzold und Bossart in der Folge vor: sehr persönlich, aber auch tiefgründig und überaus unterhaltsam für das zahlreich erschienene Publikum. Was können und müssen wir loslassen, um glücklich zu sein? Was trägt uns, wenn wir unser Ego loslassen? Und wie hängt Hoffnung mit dem eigenen Handeln zusammen? Das waren nur einige der Fragen, die an diesem Abend berührt wurden.

Bewusster und präsenter

Für eine weiterführende Auseinandersetzung mit den Themen, so erklärte Bossart augenzwinkernd, könne es helfen, sich die Karten zu Hause an den Spiegel zu heften, um sich jedes Mal daran zu erinnern, womit man sich auseinandersetzen wolle. Er persönlich habe sich die «Langsamkeit» vorgenommen: Sein Ziel sei es, bewusster und präsenter im Moment zu sein und nicht zu schnell durchs Leben zu hetzen. Ein Hinweis, der sicherlich auch in Hinblick auf die stürmische Weltlage da draussen nur zur Nachahmung empfohlen werden kann.

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