In Höngg wird die Zahl der Schulkinder aufgrund des Bevölkerungswachstums in den kommenden Jahren weiter zunehmen. Entsprechend gross ist der Bedarf an zusätzlichem Schulraum. Die Schulanlage Riedhof soll deshalb mit einem Erweiterungsbau ergänzt werden, der künftig Platz für 21 Primarschulklassen im Tagesschulbetrieb bietet.

Bereits 2023 stellte die Stadt das Siegerprojekt KUCKUCK von der Jonas Wüest Architekten GmbH vor. Gemäss Stadt füge sich der Entwurf gut in die schützenswerte Schulanlage von Alfred Roth ein, wie es damals in der Medienmitteilung hiess. Im vergangenen November bewilligten die Stimmberechtigten schliesslich den Kredit von 108 Millionen Franken. Ursprünglich war vorgesehen, den Erweiterungsbau bis 2028 fertigzustellen.

Doch das Projekt stösst weiterhin auf Widerstand. Wie bereits das «Tagblatt der Stadt Zürich» wurde auch die «Höngger Zeitung» von Anwohnenden der Reinhold-Frei-Strasse und der Regensdorferstrasse auf Verzögerungen im Verfahren hingewiesen. Nach eigenen Angaben hatten sie bereits im Vorfeld Einsprache gegen das Projekt erhoben.

Nun kritisieren sie, dass für die inventarisierte Umgebung des Schulhauses, die im kommunalen Inventar der schützenswerten Gärten und Anlagen aufgeführt ist, bislang keine Schutzabklärung erfolgt sei. Darin sehen sie einen Verfahrensfehler.

Erneute Prüfung

Das Hochbaudepartement bestätigte auf Anfrage des «Hönggers», dass die Umgebung der Schulanlage Riedhof in den entsprechenden Inventaren aufgeführt ist. Dieser Umstand sei jedoch stets berücksichtigt worden. Bereits im Jurybericht zum Siegerprojekt werde darauf Bezug genommen. In der Tat sind dort die kommunalen Inventare der schützenswerten Gärten und Anlagen erwähnt. «Einer sorgfältigen Einbettung des Erweiterungsbaus war entsprechend grosse Beachtung zu schenken», heisst es im Bericht.  

Wie das Hochbaudepartement weiter mitteilt, habe man das ursprüngliche Baugesuch zurückgezogen, um den Schutzentscheid für die Umgebung nachzuholen und das Verfahren auf eine rechtssichere Grundlage zu stellen. Nach Vorliegen dieses Entscheids könne das Bauvorhaben vom Amt für Baubewilligungen erneut geprüft werden.

Nun verschiebe sich der geplante Baubeginn aber voraussichtlich um rund ein Jahr – von 2026 auf 2027. Die Stadt halte jedoch am Projekt fest und wolle das Verfahren weiterhin zügig vorantreiben. Die Gegner des Erweiterungsbaus kündigen derweil an, erneut Einsprache zu erheben, sollte das Baugesuch in unveränderter Form nochmals öffentlich aufgelegt werden.