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Rütihof

60+ im Rütihof

19. November 2019 von

Die drei Organisatorinnen des Spielenachmittags im Rütihof.
Foto: zvg

Die drei Organisatorinnen des Spielenachmittags im Rütihof.

Foto: zvg

Grillabend mit Zaubereinlage

Von

Online seit
19. November 2019

Printausgabe vom
20. November 2019
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Wie leben eigentlich die über 60-Jährigen im Rütihof? Was sind ihre Wünsche? Und wie könnte ihren Bedürfnissen besser begegnet werden? In einer Projektarbeit wurden im Laufe dieses Jahres genau diese Fragen gestellt – aus den Antworten ergab sich ein neues Projekt.

Der Rütihof ist als Wohnquartier für Familien ebenso wie für ältere Leute sehr beliebt und hat mit seiner ruhigen Wohnlage und der Nähe zum Wald einiges an Lebensqualität zu bieten. Doch an Infrastruktur mangelt, beziehungsweise mangelte es deutlich: Mit der Schliessung der Bäckerei Keller im vergangenen Oktober wurde etwa nach dem Restaurant Rütihof auch noch das letzte gastronomische Angebot geschlossen. Mittlerweile konnte zwar Anfang August mit dem CaBaRe wieder eine Quartierbeiz eröffnet werden, doch während eines ganzen Jahres fiel das Café im Quartier als Treffpunkt für ältere Menschen weg. Ohnehin ist diese Altersgruppe im Vergleich zu anderen Zielgruppen in Bezug auf das soziokulturelle Angebot tendenziell eher benachteiligt: Ausser einem vom GZ angebotenen Gedächtnistraining stehen im Rütihof keine weiteren Anlässe spezifisch für Senior*innen auf der Agenda. Diese Umstände und die Tatsache, dass von verschiedenen Seiten Senior*innen an das GZ mit der Bitte nach der Schaffung eines neuen Treffpunkts herantraten, veranlassten Anina Schuler, damalige Praktikantin des GZ Hönggs, im vergangenen Herbst dazu, im Rahmen ihrer Ausbildung an der Hochschule für Soziale Arbeit eine empirische Projektarbeit zu diesem Thema zu verfassen.

Bedarfsanalyse und konkrete Umsetzung

Inhalt der Arbeit war nicht nur eine Bedarfsanalyse anhand der Interviews mit wichtigen Stakeholdern im Quartier – also Senior*innen, aber auch anderen im Quartier aktiven Akteuren und Vertretern der im Rütihof ansässigen Wohnbaugenossenschaften – sondern auch der Versuch, die konkreten Wünsche der über 60-Jährigen im Anschluss an die Analyse direkt umzusetzen. Schuler führte insgesamt 17 aktivierende Befragungen im Rütihof durch und wertete diese im Rahmen ihrer Arbeit aus. In einem anschliessenden Workshop präsentierte sie die Ergebnisse den Beteiligten und weiteren Interessierten. Wie zu erwarten, gaben die meisten Befragten an, dass ihnen ein Café beziehungsweise ein Begegnungsort im Quartier fehle. Aus den konkreten Vorschlägen, die die Beteiligten äusserten und bei denen sie sich vorstellen konnten, selbst aktiv mitzuwirken, wurde schliesslich die Idee eines monatlichen Spieltreffs ausgewählt. Schuler konnte drei Freiwillige gewinnen, die diese Idee gemeinsam mit ihr umsetzten. «Das war auch eines der Ziele der Befragung: eine sich selbst verwaltende Gruppe von Engagierten zu finden, die Anlässe aus dem Quartier heraus organisiert und gestaltet. Das GZ kann unterstützend dafür die Infrastruktur und die Öffentlichkeitsarbeit bieten», schildert Schuler den Kerngedanken dahinter.

Drei engagierte Frauen als Kerngruppe

Mittlerweile organisieren die drei engagierten Frauen aus dem Rütihof, Margarete Lüdi, Heidi Morger und Elena Riva, den Spieltreff alleine. Jeden ersten Dienstag im Monat bereiten sie das Treffen vor, bauen die Tische zum Spielen auf und führen die Liste mit den Teilnehmer*innen. Insgesamt ist der Spieltreff eine sehr unkomplizierte Angelegenheit, vorbeikommen können alle, die gerade Lust haben. «Es kommen immer so zirka zwölf Leute», erklärt Riva, «die dann in Gruppen unterschiedliche Spiele spielen. Die einen bevorzugen Karten-, die anderen Brettspiele, die dritten kommen weniger zum Spielen als vielmehr zum geselligen Beisammensein und zum Plaudern, das ist ganz ungezwungen bei uns.» «Eine Gruppe von Leuten kommt speziell, um Rummee immer zu spielen, andere entscheiden spontan, was sie tun möchten», ergänzt Morger. Aus Sicht der drei Frauen ist der Spieltreff sehr positiv angelaufen, ein paar mehr Teilnehmer*innen dürften schon kommen, aber «mehr als 20 Leute müssten es nicht sein, dann wird es zu laut und unruhig im Raum», schätzt Morger.

Potential für weitere Veranstaltungen

Alle drei sind zudem auch offen für weitere Vorschläge und neue Veranstaltungen. Vorstellbar wären etwa Vortrags- oder Diskussionsveranstaltungen zu gewissen Themen, auch Tanzen, Erzählcafés oder Klavierkonzerte im kleinen Rahmen stehen im Raum. Im Sommer haben sie bereits einmal einen Grillabend veranstaltet, zu dem als Überraschungsgast auch ein Zauberer aus dem Quartier eingeladen wurde. «Es gibt viele Ideen, was man anbieten könnte, damit noch etwas mehr Leben in den Treff und auch ins Quartier kommt. Es wäre sehr schön, wenn zusätzlich zum Spieltreff noch etwas Neues hier im Rütihof zustande kommen könnte», so die drei Frauen.

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19. November 2019

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20. November 2019
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