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Kinder & Jugend

50 Jahre Freier Kindergarten Hönggerberg

21. Mai 2021 von

Foto: zvg

Das Bauernhaus erinnert an die Villa Kunterbunt.

Foto: Baugeschichtliches Archiv

Das Bauernhaus 1949 frisch renoviert nach einem Brand.

Foto: zvg

Kinder helfen beim halbjährlichen Aktionstag mit.

Von

Online seit
21. Mai 2021

Printausgabe vom
20. Mai 2021
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Der Freie Kindergarten Hönggerberg wird 50 Jahre alt. Seit seiner Gründung kann er auf eine bewegte Geschichte zurückblicken und ist bis heute ein Ort, an dem sich Kinder wie auch Eltern entfalten und wohlfühlen dürfen.

Zum 50-Jahre-Jubiläum des Freien Chindsgis war eigentlich ein grosses und öffentliches Fest mit Programm für die ganze Familie geplant. Dieses wird nun aufgrund der Pandemie aufs nächste Jahr verschoben. Dabei sind Feste im Chindsgi Hönggerberg ein kaum wegzudenkender Bestandteil. Zum Beispiel, wenn die Kinder im Dezember das Jahr mit selbstgebastelten Lichterschiffen auf der Limmat verabschieden oder zum Sommerfest mit den Kindergärtner*innen eine Vorführung einüben. An diesem Fest werden die zukünftigen Schulkinder von den Eltern mit einem Ritual verabschiedet.

Gründung des Experimentierkindergartens 1971

Der Freie Chindsgi entstand als einer von elf Experimentierkindergärten, die von der Frauenbefreiungsbewegung im Zuge der Studentenrevolten gegründet wurden. 1971 bezog er das Bauernhaus am Lebristweg. Damals herrschte in der Gesellschaft die Meinung vor, dass eine frühe Trennung von Mutter und Kind erheblichen Schaden an der Entwicklung des Kindes anrichte. Die Anhänger*innen der Frauenbefreiungsbewegung kämpften darum, dass auch Mütter studieren und arbeiten konnten, während ihre Kinder betreut wurden. Sie traten neben der Entlastung der Mütter zudem für eine Neuaushandlung der Geschlechterrollen und die Erprobung antiautoritärer Erziehungsformen ein. 
Ein Konzept entstand, in denen Familie und Kindergarten zusammen gedacht wurden: Die Eltern wollten an den pädagogischen Konzepten und der Gestaltung des Kindergartens mitarbeiten. Zudem nahmen Mütter wie Väter am Kindergartenalltag teil, indem sie für die Kinder kochten und bei der Betreuung halfen, anstatt ihre Kinder der Institution zu überlassen.

Ein Konzept so aktuell wie eh und je

Im Freien Chindsgi wird heute nach Lehrplan 21 unterrichtet. Er ist bis heute elterngeführt, und jede Familie ist alle sechs Wochen mit dem Kochen betraut. Anders als in den 1970er-Jahren ist es normal geworden, dass beide Elternteile erwerbstätig und auf eine Ganztagesbetreuung angewiesen sind. Die Attraktivität des Freien Chindsgis liegt nun darin, dass die Eltern den Alltag ihrer Kinder hautnah miterleben. Sie geniessen den Kochtag und die gemeinsame Elternarbeit.
Das Konzept des Freien Kindergartens ist heute noch brandaktuell, obwohl es im Wandel der Zeit eine neue Bedeutung erfahren hat. Dieses langjährige Bestehen ist wirklich ein grosses Fest wert.

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21. Mai 2021

Printausgabe vom
20. Mai 2021
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