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«3, 2, 1 – go!»: Dave Dollé gab ein Training auf dem «Hönggi»

18. Mai 2012 von

Foto: Malini Gloor 

Ex-Sprinter Dave Dollé trainierte mit fast hundert Kindern auf dem Hönggerberg und motivierte sie, alles zu geben.

Foto: Malini Gloor

Und so sah die gelungene Motivation von hinten aus: auch mit Stollenschuhen lässt es sich prächtig sprinten.

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18. Mai 2012

Printausgabe vom
18. Mai 2012
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Am Mittwoch, 9. Mai, stattete Ex-Sprinter Dave Dollé dem Sportverein Höngg einen Besuch ab. Er gab ein öffentliches Aufwärmtraining, bei dem ausser dem Wetter alles mitspielte.

Es tröpfelte nicht, nein, es regnete in Strömen. Davon unbeirrt standen knapp hundert Kinder und Jugendliche zwischen sieben und zwanzig Jahren auf dem Sportplatz des «Hönggi» und lauschten den Anweisungen von Trainer Dave Dollé. Der 43-Jährige, der im kalifornischen Pasadena geboren wurde und als Kind in die Schweiz kam, ist ein Star für die Anwesenden: Als ehemaliger Leichtathlet hält er den Schweizer Rekord im 100-Meter-Lauf mit 10,16 Sekunden. Diesen hat er bereits 1995 in La Chaux-de-Fonds gelaufen – und bis heute ist keiner schneller als er. Seine Erfolge aufzuzählen, würde den Rahmen im «Höngger» sprengen, doch kann man getrost sagen, dass er mit seinem Rucksack an Wissen die Kinder und Teenager sichtlich beeindruckte. Ob sie nun in einer Reihe auf der weissen Linie des Rasens stehen oder wild durcheinander rennen mussten, sie führten seine Anweisungen zackig aus. Es ging im einstündigen Training darum, wie man sich richtig aufwärmt, aufs Spiel vorbereitet, Mobilität und Stabilität fördert und nicht zuletzt Unfallprophylaxe betreibt. Im Gespräch mit dem «Höngger» erklärte Dave Dollé, dass routinierte Spieler – egal welchen Alters – das Training in acht bis zehn Minuten absolvieren können. «Heute dauert es natürlich länger, weil es die Kinder zum ersten Mal machen, da muss ich viel erklären. Wer den Dreh aber einmal raus hat, bei dem geht es sozusagen von alleine.»

«Gebt euer Bestes!»

Der Regen lief über erhitzte Gesichter, und ob die T-Shirts der Teilnehmenden nun nur vom Regen oder auch vom Schweiss nass waren, liess sich nicht sagen. Unermüdlich trieb der ehemalige Spitzensportler, der bei weitem nicht wie 43, sondern wie 25 wirkt, die Kids an: «Ist das Dein Bestes?», fragte er einen Jungen. Der nickte etwas unüberzeugt. «Also, dann gib Dein Bestes beim nächsten Sprint! Wer nicht sein Bestes gibt, sondern nur ein bisschen, der kann nicht gewinnen!» Das leuchtete ein, und so gaben die Kleinen und auch die Grossen, darunter viele Mädchen, alles. «Wänner richtig trainiert sind, dänn spilled er au guet!», erklärte er dem sportlichen Nachwuchs in breitestem Zürcher Dialekt. Mehr als sein Bestes könne man nicht geben, aber gerade darum sei es so wichtig, darauf hinzuarbeiten, erklärte Dave Dollé dem «Höngger». Live bei den Kids sah das dann so aus: «Wenn ihr in der 88. Minute noch ein Goal schiessen müsst, dann gibt es nur eins: Ab nach vorne!» Dies nahm sich der 13-jährige Mehmed Kucukovic zu Herzen: Von allen Nachwuchssportlern war er der schnellste. Sein Kollege Shehroz Saif, 14, meinte: «Heute habe ich gelernt, wirklich alles zu geben.»

Klare Worte, Zeit für Fotos

Geduldig liess sich der athletische Trainer, der im Alltag Personal Training in seinen Studios «Dave Dollé Pure Training» gibt, nach der einen Stunde mit den Kindern fotografieren. Wer ein Autogramm wollte, musste nicht im Regen anstehen, sondern konnte es dem SV Höngg melden, der dann gleich eine Sammelbestellung beim prominenten Gast aufgab, welche später per Post eintreffen wird. Was ist denn der Unterschied beim Training mit Erwachsenen und Kindern? «Bei Kindern muss man sehr direkt sein. Klare Anweisungen führen sie am besten aus, weil sie konkret sind. Sage ich einfach: ‹Stellt einen Fuss auf die Linie›, so habe ich linke und rechte Füsse kreuz und quer auf der Linie. Also sage ich gleich, stellt den linken Fuss genau auf die Linie.» Auf die Frage, auf was man achten solle, egal ob Sportler oder nicht, antwortete er: «Man kann nicht einfach so dahinschlittern in seinem Leben. Wenn man ehrlich zu sich selbst ist, merkt man sehr genau, ob man das tut oder nicht. Wichtig ist doch, dass man abends ins Bett geht und sich sagen kann ‹Heute habe ich alles gegeben.›». Dass sein Stil Erfolg hat, sieht man den Kindern an: Glücklich und ausgelaugt traten sie den Weg in die Garderoben an. Damit der Besuch des prominenten Gastes auch anhält, wird ein Video gedreht, auf welchem Dave Dollé sein Warm-Up-Training mit einer Mannschaft des SVH durchführen wird. Dieses Video wird dann als vereinsinternes Lehrmittel dienen.

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