13 Monate ohne Tramanschluss

Das Bauprojekt Höngger-/Limmattalstrasse bringt erhebliche Einschränkungen für den Tram- und Individual-Verkehr. Für die Anwohner*innen zwischen Schwert und Wipkingerplatz wird es ungemütlich.

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Die Anwohner*innen an der Limmattalstrasse müssen über ein Jahr lang auf ihren Tramanschluss verzichten. (Foto: Patricia Senn)

Am Dienstag, 25. Januar, informierte das Tiefbauamt der Stadt Zürich im Rahmen der Jahresmedienkonferenz über 110 Bauprojekte, die im Jahr 2022 umgesetzt werden sollen. Simone Rangosch, Direktorin Tiefbauamt, gab einen Überblick zu ausgesuchten Bauprojekten in den Quartieren. Zur Sprache kam auch das grosse Bauprojekt Limmattal- und Hönggerstrasse. Es beinhaltet zwischen Wipkingerplatz und Einmündung Ottenbergstrasse beim Schwert die Erneuerung der Tramgleise, den hindernisfreien Ausbau der Tramhaltestellen «Alte Trotte», «Eschergutweg» und «Waidfussweg» sowie die Erneuerung der Abwasserkanäle und der Wasser-, Gas- und Stromversorgungsleitungen. Im Abschnitt Wipkingerplatz bis Dorfstrasse werden auf beiden Seiten der Hönggerstrasse Velostreifen markiert und zwölf neue Bäume gepflanzt. Der Platz bei der Einmündung der Dorfstrasse in die Hönggerstrasse soll sanft umgestaltet werden. Nach dem Bau wird auf der ganzen Strecke Tempo 30 eingeführt.

Tramlinie für 13 Monate eingestellt

Aufgrund der engen Platzverhältnisse sei das Bauen unter fliessendem Verkehr nicht möglich, schreibt das Tiefbauamt. Es kommt zu diversen Einschränkungen. Einschneidende Auswirkungen für die Anwohner*innen wird die geplante Einstellung der Tramlinie 13 zwischen Escher-Wyss-Platz und Frankental haben, die ab 16. Juli während 13 Monaten wirksam wird. Der Ersatzbus soll zwar vom Escher-Wyss-Platz über die Rosengarten-, Nord- und Ottenbergstrasse zum Meierhofplatz und ins Frankental geführt werden, also entlang der 46er-Linie. Die Haltestellen Alte Trotte, Eschergutweg und Waidfussweg bleiben in dieser Zeit jedoch unbedient.


«Wir erwarten von Seiten der Stadt sowohl als Partei als auch als Quartierverein ein offenes Ohr für Verbesserungsvorschläge»

Bereits ab Mai 2022 ist ausserdem die Strasse zwischen Schwert/Ottenbergstrasse und Wipkingerplatz für den motorisierten Individualverkehr (MIV) stadteinwärts gesperrt. Stadtauswärts gilt ein Einbahnregime für Anwohner*innen und Zubringer. Die verkehrlichen Massnahmen sowie Schichtbetrieb und Wochenendarbeiten sind nötig, damit sich die Bauarbeiten von vier bis fünf Jahren auf anderthalb Jahre verkürzen, so die Stadt.

«Wir erwarten, dass für den ÖV, aber auch für den MIV genügend Ersatzkapazitäten zur Verfügung gestellt werden, damit Höngg nicht faktisch von der Stadt abgeschnitten wird», so Andreas Egli, Gemeinderat FDP 10. Seine Partei befürchtet erhebliche Folgen für Handel und Gewerbe in Höngg, nicht zuletzt durch den Abbau der Parkplätze. Wie schon vor der Bekanntmachung der Details kritisiert die Partei weiterhin die Einführung von Tempo 30 auf der Strecke des 13er-Trams, weil sie eine Verlängerung der Fahrzeit des öffentlichen Verkehrs befürchtet. «Wir erwarten von Seiten der Stadt ein offenes Ohr für Verbesserungsvorschläge», sagt Andreas Egli.

Erste Vorstösse zur Verbesserung der Situation

Die Bauarbeiten seien zweifellos nötig, sagt Michael Kraft, Gemeinderat der SP 10 und Höngger Anwohner. «Die vorgeschlagene Ersatzlösung für den öffentlichen Verkehr hat aus unserer Sicht aber gravierende Nachteile für Menschen mit Gehbehinderung oder anderer Mobilitätseinschränkung, für ältere Menschen sowie für Familien mit Kinderwagen, welche im Umfeld der Haltestellen «Alte Trotte», «Eschergutweg» und «Waidfussweg» wohnen. Sie werden für mehr als ein Jahr faktisch vom öffentlichen Verkehr abgeschnitten». Gemeinsam mit vier anderen Gemeinderät*innen aus dem Kreis 10 hat Kraft deshalb eine schriftliche Anfrage an den Stadtrat eingereicht. Darin regen sie an, den Ersatzbus wenigstens in Richtung des Einbahnverkehrs auf der Limmattalstrasse fahren zu lassen. Sie fragen an, ob ein Bus allenfalls auf der Ackersteinstrasse stadteinwärts geführt werden könnte, da die Ottenbergstrasse bereits von der Linie 46 bedient wird. Alternativ schlagen sie die Einrichtung eines Rundkurses Limmattalstrasse und Ackersteinstrasse mit einem Quartierbus für die Feinerschliessung vor.

Die FDP 10 ihrerseits möchte dem Stadtrat und Vorsteher des Departements der Industriellen Betriebe, Michael Baumer, vorschlagen, den in Altstetten auslaufenden Pikmi-Versuch (siehe Infobox) als Hilfsmassnahme in Höngg einzusetzen. «Wir sind ausserdem etwas schockiert über die Dauer der Bauarbeiten und fragen uns, ob hier nicht mit mehr Personal auf den Baustellen gleichzeitig die Arbeiten rascher ausgeführt werden könnten», so Gemeinderat Andreas Egli auf Anfrage.

Informationsanlass im März

Die Stadträte Michael Baumer und Richard Wolff werden am Montag, 28. März, um 18.15 Uhr, im Kirchgemeindehaus der Reformierten Kirche Wipkingen die Anwohnenden im Detail informieren. Die Bauarbeiten an der Hönggerstrasse/Limmattalstrasse dauern voraussichtlich von Mai 2022 bis November 2023. Die Kosten belaufen sich auf 38 Millionen Franken.

1 Kommentare


Die Müllerin

2. Mai 2022  —  08:07 Uhr

Ich wünsche mir auch, dass ein kleiner Quartierbus über die Ackersteinstrasse/Sydefädeli geführt wird. Oder alternativ ein Rundkurs Meierhofplatz -Ackerstein/Sydefädeli – Wipkingerplatz – Escher-Wyss – Breitensteinstrasse bis wieder hinauf zum Meierhofplatz.

Noch ein Bus an der Nordstrasse bringt nichts.

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