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Politik / Im Blickfeld

Stadtratswahlen 2018: Es kandidiert….

10. Januar 2018 von

Michael Baumer, Stadtratskandidat der FDP

Von

Online seit
10. Januar 2018

Printausgabe vom
11. Januar 2018
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Am 4. März finden in Zürich Gemeinde- und Stadtratswahlen statt. Im «Höngger» präsentieren sich Stadtratskandidatinnen- und Kandidaten und stellen sich den Fragen der Redaktion. Heute Michael Baumer, FDP.

Welche zentralen Themen beschäftigen Ihrer Meinung nach die Zürcher Stadtbevölkerung?

Die Nachfrage nach Wohnungen ist nach wie vor stark. Das kann man nur mit mehr Wohnungen lösen. Die wachsende Stadt fordert auch unsere Infrastruktur: Verkehrsprobleme und fehlender Schulraum beschäftigt darum schon heute. Ein wichtiges Thema ist zudem die Gesundheitsversorgung. Es ist deshalb zentral, dass wir die beiden Stadtspitäler auf gesunde Füsse stellen. Die Tatenlosigkeit der zuständigen Stadträtin gefährdet deren Zukunft.

Welche Themen beschäftigen Ihrer Meinung nach speziell die Höngger Bevölkerung?

Das ungelöste Verkehrsproblem am Meierhofplatz ist sicher ein wichtiges Thema. Leider hat auch der runde Tisch hier keine überzeugende Lösung ergeben. Hier müssen neue Lösungen entwickelt werden, aber am Schluss ist es eine Güterabwägung: Wollen wir für eine Lösung eine Änderung im Stadtbild akzeptieren oder nicht?
Auch für Höngg gelten die gleichen Themen zum Wohnen. Und es stellt sich die Frage, wie das Gewerbe bessere Rahmenbedingungen erhalten kann: das «Lädelisterben» gefährdet die Attraktivität des Quartierzentrums. Ein wichtiges Thema ist natürlich auch das neue Stadionprojekt.

Welches Ereignis hat Sie ursprünglich politisiert?

Der Mauerfall von 1989 hat mich stark geprägt. Mein Vater ist als Auslandschweizer in der früheren DDR aufgewachsen. Den Wunsch nach Freiheit, den er damals hatte, hat er uns weitergegeben. Es war mir schon früh klar: Sozialistische Systeme nehmen den Bürgerinnen und Bürgern die Freiheit weg. Der Mauerfall war darum für mich auch ganz persönlich wichtig. Und er zeigte: Politisches Engagement braucht es für Veränderungen. Freiheit ist für mich nicht nur ein Wort, sondern hängt eng mit der Familiengeschichte zusammen. Darum bin ich Freisinniger.

Was reizt Sie am Amt des Stadtrats?

Für mich ist Zürich die beste Stadt der Welt. Ich will, dass dies so bleibt, darum kandidiere ich als Stadtrat. Als freisinniger Unternehmer, IT-Spezialist und liberaler Mensch stehe ich dafür ein, dass Zürich eine moderne Stadt zum Arbeiten und eine moderne Stadt zum Leben bleibt. Zürich verwaltet heute die Erfolge der Vergangenheit. Die Stadtregierung strahlt eine grosse Trägheit aus. Ich möchte Zürich elektrisieren. Das heisst…
Erstens: Zürich braucht eine liberale Bauordnung und mehr Wohnungen, weil die Bevölkerung wächst.
Zweitens: Zürich braucht rasch eine digitale Strategie, damit die Verwaltung effizienter und die Verkehrsplanung besser wird.
Drittens: Zürich braucht eine Finanzpolitik, welche die Stadt entwickelt, die Bürger entlastet und Unternehmen nach Zürich lockt. Das sind meine Schwerpunkte.

Warum braucht es genau jemanden wie Sie in der Regierung?

Mit meinen 42 Jahren und meinem Hintergrund als Informatikingenieur bin ich Teil einer Generation, welche die technologische Entwicklung verinnerlicht hat. Im Stadtrat fehlt bis anhin dieses Profil. Die Zukunft muss uns keine Angst machen – wir müssen die Chancen erkennen und packen.

Was zeichnet Ihrer Meinung nach einen guten Stadtrat aus?

Ein guter Stadtrat nutzt die Chancen der Veränderungen – gerade mit den technologischen Umbrüchen – statt nur die Risiken zu sehen. Ein guter Stadtrat wagt Neues: seien es Seilbahnen, selbstfahrende Busse und Drohnen in der Luft, damit der Verkehr entlastet wird. Sei es eine effizientere Verwaltung, die sich dank Digitalisierung weniger um Papierkram und mehr um die Bürger kümmert. Oder sei es, neben der Finanzindustrie die IT-Industrie als zweites Standbein der Zürcher Wirtschaft aufzubauen, damit Zürich im digitalen Wettbewerb ganz vorne mitspielt. Sicher ist nicht alles erfolgreich. Aber wenn man es nicht einmal prüft, klappt es sicher nicht.

Wie stehen Sie zum Stadion-Projekt «Ensemble», das in Höngg kontrovers diskutiert wird?

Ich habe das letzte Projekt unterstützt, gerade weil es auch städtebaulich sehr gut gepasst hätte. Das Volk hat anders entschieden. Das neue Projekt benötigt eine Mantelnutzung, damit es privat finanziert werden kann. Ich habe grosses Verständnis dafür, dass man sich für den Erhalt der Aussicht einsetzt. Darauf sollte in der Umsetzung des Projekts Rücksicht genommen und die Betroffenen einbezogen werden. Doch ganz ohne Mantelnutzung wird es kein Stadion geben.

Würden Sie von der Parteilinie abweichen, wenn es der Sache diente?

Selbstverständlich kann es bei einzelnen Sachgeschäften unterschiedliche Haltungen geben. In einer Partei kommen immer verschiedene Meinungen zusammen und werden ausdiskutiert. Aber sicher nicht bei den zentralen Werten der Partei: Die mündige Bürgerin, der mündige Bürger handelt eigenverantwortlich, er oder sie entscheidet selbst und nimmt dabei auch Verantwortung für sich und die Gemeinschaft war. Der Staat unterstützt, aber er sollte uns nicht bevormunden und damit die Freiheit nehmen.

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