«Zürich schaut hin» hat sich etabliert und wird weitergeführt

Das Projekt «Zürich schaut hin» bündelt verschiedene Massnahmen und Angebote gegen Belästigungen und Übergriffe im öffentlichen Raum. Nun wird daraus ein fixes Angebot der Stadt.

Symbolbild: Freepik.com

Wie eine Medienmitteilung der Stadt Zürich berichtet, wird das Projekt «Zürich schaut hin» weitergeführt. Das Projekt startete im Frühling 2021 als gemeinsamer Auftrag von Stadtpräsidentin Corine Mauch und Sicherheitsvorsteherin Karin Rykart. Die Vision: Der öffentliche Raum der Stadt Zürich soll allen gleichermassen offenstehen. Eine wichtige Voraussetzung dafür ist, dass sich Menschen sicher fühlen – unabhängig von ihrem Geschlecht, ihrer sexuellen Orientierung, ihrer Hautfarbe oder ihrer Geschlechtsidentität.

Das Projekt ist einerseits Bestandteil des Gleichstellungsplans der Stadt Zürich und andererseits eine Massnahme zur Umsetzung der Istanbul-Konvention. Diese verpflichtet die Schweiz, Gewalt gegen Frauen und häusliche Gewalt zu bekämpfen.

Weiterbildungsangebot erreichte über 2000 Personen

Die zentrale Massnahme des mehrjährigen Projekts ist ein Meldetool für sexuelle, sexistische, homo- und transfeindliche Belästigungen. Auf dieser Plattform können Betroffene und sogenannte «Bystanders» Vorfälle melden und diese damit sichtbar machen. Das Tool bietet auch Informationen über rechtliche Möglichkeiten und Beratungsangebote. Die Daten sind seit 2024 öffentlich zugänglich.

Ebenfalls ein Schwerpunkt von «Zürich schaut hin» ist die Sensibilisierung und Schulung verschiedener Berufsgruppen. Das Angebot richtet sich insbesondere an Organisationen, die sich im Berufsalltag mit Fragen rund um sexistische, homo- und transfeindliche Diskriminierung befassen. Erreicht wurden mit den Weiterbildungen rund 2100 Personen.

Das Projekt wurde zudem von verschiedenen Kommunikationskampagnen begleitet, um die Sichtbarkeit von «Zürich schaut hin» zu erhöhen und die Marke bekannt zu machen. Neben den Schulungen für Berufsgruppen bietet «Zürich schaut hin» in Zusammenarbeit mit Amnesty International auch Kurse für die breite Öffentlichkeit an. Diese verfolgen das Ziel, zivilcouragiertes Handeln zu fördern.

Marke «Zürich schaut hin» hat grossen Wiedererkennungswert

«Zürich schaut hin» hat sich gemäss Medienmitteilung als sichtbares und anerkanntes Projekt zur Bekämpfung von Sexismus, Homo- und Transfeindlichkeit im öffentlichen Raum etabliert. Zu diesem Schluss kommt die Evaluation der Firma econcept, die sich auf eine Befragung des Forschungsinstituts Sotomo stützt. Die Marke «Zürich schaut hin» ist einem substanziellen Teil der Bevölkerung bekannt. Sie wird mit klaren Werten – Respekt, Sicherheit, Zivilcourage – verknüpft.

Auch mit den Weiterbildungsmassnahmen konnte das Projekt in den letzten Jahren eine Wirkung erzielen. Die Teilnehmer*innen schätzen die erhaltenen Handlungsanstösse als praktisch umsetzbar ein. Besonders geschätzt wird das Weiterbildungsangebot von Mitarbeitenden aus den Bereichen Sozialarbeit, Kultur und Gastronomie.

Das Meldetool ist das Aushängeschild von «Zürich schaut hin» und wurde mit einer eigenen Kampagne beworben. Die Sotomo-Umfrage zeigt, dass rund ein Drittel der Stadtzürcher Bevölkerung die Plattform kennt. Weiter findet es ein Grossteil der Befragten gut, dass es dieses Meldetool gibt – die Massnahme wird geschätzt. Im Schnitt gibt es eineinhalb Meldungen pro Tag, am häufigsten werden geschlechtsspezifische Belästigungen gemeldet.

Die Stadt hat beschlossen, «Zürich schaut hin» als fixes städtisches Angebot weiterzuführen und in die bestehende Delegation Stadtleben im öffentlichen Raum zu integrieren. Das Meldetool bleibt in Betrieb und es werden weiterhin Weiterbildungskurse angeboten.

Eine neue Arbeitsgruppe unter Beteiligung des Sicherheitsdepartements, der Prävention Stadtpolizei, der Fachstelle für Gleichstellung und der Fachstelle Gewaltprävention erarbeitet in einem nächsten Schritt weitere Massnahmen gegen sexuelle und sexistische sowie homo- und transfeindliche Belästigungen und setzt diese um. Als Nächstes sind Massnahmen im Bereich häusliche Gewalt geplant – unter anderem eine Kampagne, um auf das Weiterbildungsangebot aufmerksam zu machen.

Quelle: Medienmitteilung Stadt Zürich

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