Wohnen im Rütihof: Wie weiter mit der «Ringling»-Wiese?

Eine schriftliche Anfrage im Gemeinderat von der SVP rückt eine Überbauung des Grünwald-Areals in den Fokus. Wie lautet der Stand der Dinge?

Gilt als landschaftssensibel: Die ehemalige Bauparzelle des «Ringling». (Foto: zvg)

In einer schriftlichen Anfrage fordern die beiden Gemeinderatsmitglieder Johann Widmer und Reto Brüesch (beide SVP) den Stadtrat auf, Auskunft darüber zu geben, welche Rechtsverfahren aktuell in punkto Überbauung des Grünwald-Areals noch hängig sind, welche Lehren die Stadt aus dem bisherigen konfliktträchtigen Verlauf zieht und wie die weitere Planung verlaufen wird. Seit über 20 Jahren, so die Verfasser der Anfrage, beschäftige die geplante Überbauung des Grünwald-Areals im Rütihof (früher als «Ringling» angedacht), die Stadtplanung.

Ein Sieger wurde zum Verlierer

Eine Visualisierung des damaligen Projekts «Ringling». (Bild: zvg)

Im Jahr 2005 wurde in einem Architekturwettbewerb für das rund 31’600 Quadratmeter grosse Areal das Projekt «Ringling» zum Sieger erkoren, welches 277 Wohnungen vorsah. Der Widerstand im Quartier war jedoch gross und resultierte in einem jahrelangen Rechtsstreit, der 2016 durch ein Bundesgerichtsurteil beendet wurde. Damit wurde die bereits erteilte Baubewilligung für die Arealüberbauung aufgehoben, das Projekt endgültig beerdigt.

Das Projekt «Grünwald»

Im Jahr 2017 startete die Stadt unter dem Titel «Grünwald» ein öffentliches Mitwirkungsverfahren zur weiteren Entwicklung des Areals. Im Jahr 2024 zog sich schliesslich die Gemeinnützige Bau- und Mietergenossenschaft Zürich (GBMZ), die eine der drei Baurechtsträgerinnen darstellte, aus dem Projekt zurück.

Johann Widmer und Reto Brüesch stellten dem Stadtrat aufgrund dieser Entwicklung in ihrer schriftlichen Anfrage vom 17. Dezember eine Reihe von Fragen. So wollen sie etwa wissen, welche Lehren die Stadt aus dem bisherigen langjährigen Verfahren ziehe, welche Fehler sie im bisherigen Vorgehen identifiziert habe und wie sie den Nutzen des Mitwirkungsprozesses beurteile.

Auch der Rückzug der GBMZ und dessen Folgen für das weitere Projekt beschäftigen Widmer und Brüesch, ebenso wie der bisherige finanzielle Aufwand. Zudem möchten sie erfahren, welche offenen Rechtsverfahren momentan noch bestehen und welche Auswirkungen diese auf den weiteren Projektverlauf haben. Eine Antwort erhoffen sich die Politiker auch auf die Frage, wie die realistische zeitliche Perspektive für die nächsten Schritte im Planungsprozess aussieht.

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