Quartierleben
Wintergäste auf der Europabrücke: Die Störche sind wieder in Höngg
Auf der Europabrücke ist bekanntlich immer viel Verkehr. Am Donnerstagvormittag handelte es sich dabei aber ausnahmsweise um Flugverkehr: Ganze 18 Störche liessen sich im Schneetreiben auf den Laternenmasten nieder.
8. Januar 2026 — Dagmar Schräder
Sie sorgten am Donnerstagvormittag für Aufsehen: Auf den grossen Laternenmasten, die die Europabrücke beleuchten, hatten sich gefiederte Gäste niedergelassen. Das ist zwar zunächst nichts Ungewöhnliches, nutzen doch tagtäglich unzählige Möwen die Laternen und Geländer der Brücke für einen kurzen Aufenthalt.
Doch an diesem Vormittag waren die Zaungäste etwas majestätischer: 18 Weissstörche liessen sich dort zählen, verteilt über die ganze Länge der Brücke. Manchmal sogar drei Exemplare pro Mast.
Längst nicht alle Störche ziehen in den Süden
Der Anblick erstaunt, handelt es sich bei Störchen doch eigentlich um Zugvögel, welche die kalten Monate normalerweise in südlicheren Gefilden, namentlich in Afrika südlich der Sahara, verbringen. Doch wie die Vogelwarte Sempach auf ihrer Webseite informiert, hat sich das Zugverhalten der Tiere in den letzten Jahrzehnten und mit den zunehmend milderen Wintern deutlich verändert.
Nur noch ein geringer Teil überquere die Sahara, erklärt die Vogelwarte. Einige flögen noch bis Nordafrika, die meisten blieben jedoch mittlerweile in Südeuropa oder überwinterten gar in der Schweiz selber.
Erst gestern berichtete in diesem Zusammenhang der «Tages Anzeiger» über die jüngste Winterzählung der Störche. Demnach wurden am 3. Januar schweizweit 1770 Störche gezählt, was einen neuen Rekord darstellt. Im Kanton Zürich stellt dabei das Neeracherried mit 167 Störchen den grössten Schlafplatz für die Störche dar.
Brauchen die Störche Hilfe?
Sorgen um den Gesundheitszustand der Tiere müsse man sich, so die Vogelwarte, trotz der aktuellen Kälteperiode keine machen. Die Vögel seien durch ihr Gefieder gut vor Kälte geschützt und könnten Temperaturen deutlich unter dem Gefrierpunkt gut überstehen.
Auch an Nahrung mangele es ihnen nicht: Auf Wiesen und Äckern fänden sie nach wie vor genug Futter. Falls die Nahrung knapp werde, würden die Vögel in andere Regionen ausweichen, wo mehr Futter zu finden sei.





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