Wenn Frösche wandern, ist Vorsicht geboten

Frösche, Kröten und Co. erwachen aus der Winterstarre und machen sich nun auf den Weg zu ihren Laichgewässern – ein nicht ganz ungefährliches Unterfangen. Wie ist die Situation in Höngg?

Das Frosch-Taxi von der SUST im Einsatz. (Foto: SUST)

Wie die Susy Utzinger Stiftung für Tierschutz (SUST) in einer Medienmitteilung informiert, ist mit den ersten milden und feuchten Nächten die Wanderungszeit der Amphibien angebrochen. Kröten, Frösche und Molche machen sich nun auf den Weg zu den Laichgewässern. Dabei legen sie, so die Medienmitteilung, Strecken von mehreren hundert Metern bis zu einigen Kilometern zurück und überqueren notgedrungen auf ihrem Weg auch einige Strassen.

Diese werden nicht selten zur tödlichen Falle für die Tiere: Sie werden überfahren oder durch den bei der Vorbeifahrt der Fahrzeuge entstehenden Unterdruck tödlich verletzt.

Das Frosch-Taxi

In diesem Zusammenhang sind, so die Medienmitteilung, nun täglich Tierschutzhelferinnen und -helfer abends und in den frühen Morgenstunden im Einsatz, um Amphibien entlang ihrer Wanderstrecken einzusammeln und sie über die Strasse zu tragen. Die SUST spricht von einem Frosch-Taxi.

Autofahrenden rät die Stiftung, Hinweisschilder zu beachten und wenn möglich abends und nachts diejenigen Strassen zu meiden, die mit dem Frosch-Warndreieck gekennzeichnet sind. Eine aufmerksame Fahrweise und eine Reduktion des Tempos sind ebenfalls hilfreiche Massnahmen, um die Sicherheit der Tiere zu erhöhen.

Falls Wanderrouten angetroffen würden, die noch ungeschützt sind oder viele überfahrene Tiere zu sehen sind, gebe es auch die Möglichkeit, bei der Gemeinde beziehungsweise der Stadt nach Schutzmassnahmen zu fragen.

Höngger Frösche haben einen schweren Stand

Wie aber ist die Situation in Höngg? Gibt es hier im Quartier bekannte Wanderrouten? Und was lässt sich hier unternehmen, um die quakenden Gesellen zu unterstützen? Wie Benjamin Kämpfen vom Natur- und Vogelschutzverein Höngg auf Anfrage der Redaktion erklärt, sei in Höngg bei den meisten Strassen das Verkehrsaufkommen so gross, dass «sowieso keine grösseren Populationen überleben können.» Es sei jedoch dennoch sinnvoll, besonders in warmen, feuchten Frühlingsnächten Ausschau zu halten.

Eine heikle Stelle sei etwa die Michelstrasse auf der Höhe des Friedhofs. Hier habe er, so Kämpfen, bereits überfahrene Erdkröten angetroffen, weswegen an dieser Strasse sicher besondere Vorsicht geboten sei. Generell sei es schwierig, in dieser Hinsicht aktiv zu werden, da die Zeiten der Wanderungen sehr variabel und nur kurzfristig vorhersehbar seien.

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