Quartierleben
Wenn aus Angst vor Fremden ein politisches Konzept wird
Im nächsten Sonntagsklatsch spricht der Historiker und Philosoph Angelo Maiolino im GZ über Migration und die Geschichte der angeblichen «Überfremdung» der Schweiz. Dabei zeigt er auf, welche Ideologien und Diskurse sich durch die schweizerische Migrationsgeschichte des letzten Jahrhunderts ziehen.
25. Mai 2026 — Eingesandter Artikel
Migration ist vielen Menschen zumindest suspekt. Es gibt reale Herausforderungen und Probleme, wenn Menschen einwandern. Es gibt aber auch diffusere Sorgen darüber, ob eine Nation ihre kulturelle Identität verliert, wenn zu viele Menschen einwandern. Das Unbehagen gegenüber den Fremden ist ein wiederkehrendes Thema in der Geschichte der modernen Nationalstaaten, das von politischer Seite mal liberal, mal konservativ und mal xenophob in den politischen Diskurs eingespeist wird.
Eine «Überfremdung»?
Auch in der Schweiz wird viel über Migration und ihre Folgen diskutiert. Seit den 1970er-Jahren reihen sich hier immer wieder ähnliche lautende politische Vorhaben aneinander, die die Idee einer «Überfremdung» als gemeinsamen Nenner haben. Dabei werden jeweils düstere Szenarien vom Niedergang der Schweiz heraufbeschworen, für die die ausländische Bevölkerung als Drohkulisse herhalten muss. Inhaltlich ähneln sich die Szenarien jeweils sehr – was sich ändert, sind die Ausländergruppen, die nach Aussage der Szenarien das grösste Risiko darstellen.
Diskussion mit dem Publikum
Mit diesem Thema und dem gezielten Schüren von Ängsten innerhalb der Debatte setzt sich der Historiker und Philosoph Angelo Maiolino im Sonntagsklatsch auseinander. Er zeigt auf, welche Ideologien und Diskurse dem Bedrohungsgefühl gegenüber dem Fremden zugrunde liegen, und diskutiert mit dem Publikum, welche historischen Spuren, Kontinuitäten und Parallelen sich durch die Migrationsgeschichte des letzten Jahrhunderts ziehen.
Sonntagsklatsch
Sonntag, 7. Juni, 10 Uhr.
GZ Höngg, Limmattalstrasse 214.
Mehr Informationen





0 Kommentare