Kultur
Wann ist ein Held ein Held?
Das Musicalprojekt Zürich 10 entführte mit seiner 28. Produktion «Starch – zwüsched Himmel und Hades» das Publikum in die griechische Mythologie.
12. März 2026 — Petra England
Die griechische Mythologie ist kein leicht verständlicher Stoff: Götter, Halbgötter, Titanen und dann auch noch Menschen. Schon der Prolog zu Beginn des Musicals «Starch» machte das deutlich. Eine Studentin versuchte mühevoll, die zahlreichen griechischen Namen vorzulesen, und zeigte damit: Dieser Stoff ist komplex und eine Herausforderung für die Bühne.
Kein Problem für das Musicalprojekt Zürich 10: Es nahm sein Publikum in Höngg mit auf die Reise hoch hinauf auf den Olymp und ebenso tief hinab in die dunkle Unterwelt. Das 25-köpfige Ensemble spielte, sang und tanzte unter der Regie von Denis Maurer und der Choreografie von Joëlle Regli (nach zehn Jahren in dieser Funktion zum letzten Mal), mit grosser Energie und Spielfreude. Begleitet wurde es von einer vierköpfigen Band, neu unter der musikalischen Leitung von Tom Muster.
Zwischen Säulen und Göttern
Im reformierten Kirchgemeindehaus Höngg entstand mit einer aufwendigen Bühnenkonstruktion aus beweglichen Treppenelementen und Säulen eine wandelbare Welt der griechischen Sagen. In immer neuen Szenenbildern konnte das Publikum die Geschichte von Herkules mitverfolgen. Als Sohn von Zeus, dem obersten Gott und Herrscher des Olymps, und Alkmene, einer Sterblichen, merkt der Protagonist früh, dass er nirgends so recht dazugehört.
Unter den Menschen fällt er durch seine Tollpatschigkeit und seine unkontrollierbare Kraft auf und auf dem Olymp ist für einen Halbgott kein Platz. Auf Anraten seines Vaters sucht er sich einen Satyr als Trainer, der ihn zum Helden machen soll. Denn mit Ruhm und Anerkennung, so Zeus, wird er seinen Platz im Leben finden. Auf seinem Weg stellt sich ihm Hades, der Gott der Unterwelt, in den Weg. Zudem verliebt sich Herkules in Megara, eine Menschenfrau.
Überhaupt ist es gar nicht so einfach, ein Held zu sein und allen Erwartungen gerecht zu werden. Trotz seiner grossen Taten zweifeln die Frauen: Kann er Schuhe flicken? Wäsche waschen? Oder gar die Wirtschaft retten? Schliesslich gelingt es Herkules, mit seinen Taten zu überzeugen: Er besiegt die vielköpfige Hydra und rettet die Menschen vor Monstern. Obwohl er nun auf den Olymp zurückkehren und unsterblich werden könnte, entscheidet er sich für die Erde – und für die Liebe.
Das Publikum dankte es mit Standing Ovations und tosendem Applaus. Und dieses erschien zahlreich: Rund 1100 Personen wurden an insgesamt fünf Aufführungen gezählt.





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