«Südstarts geradeaus»: Mehr Fluglärm über Höngg?

Der Widerstand gegen die geplanten «Südstarts geradeaus» am Flughafen Zürich nimmt zu. Inzwischen beschäftigt das Thema auch Höngg und die Stadt Zürich: Stadtrat Andreas Hauri hat Einsprache eingereicht. Die Flughafen Zürich AG beschwichtigt.

Da ist was los am Himmel von Höngg (Foto: dad)

Am 16. Februar ist die Frist zur Einreichung von Einsprachen gegen das neue Betriebsreglement der Flughafen Zürich AG abgelaufen. Die Vorlage umfasst unter anderem die beantragten «Südstarts geradeaus bei Bise». Zuständig für das Verfahren ist das Bundesamt für Zivilluftfahrt (Bazl), welches das Gesuch des Flughafens im Januar öffentlich aufgelegt hatte. Zu den treibenden Kräften des Widerstands zählt auch der Verein «Flugschneise Süd – NEIN».

Laut «Blick» reichten 13 Gemeinden aus den Kantonen Zürich, Aargau und Schaffhausen eine Einsprache ein. Lokale Medien haben in den vergangenen Tagen kontinuierlich darüber berichtet. So titelte etwa die «Maurmer Post»: «Alarmstufe Rot im Süden». Darunter eine Grafik, welche visualisierte, wo überall mit Fluglärm durch die Südstarts gerechnet werden müsse. Demnach auch über das Gemeindegebiet von Maur und Uster.

Auf besagter Grafik ist weiter erkennbar, dass 30 Prozent der Flüge abdrehen und auch über Höngg fliegen.

Widerstand aus der Stadt Zürich

Daher regt sich nun auch in der Stadt Zürich Widerstand. Stadtrat Andreas Hauri von der GLP hat laut dem «Tages-Anzeiger» Einsprache erhoben und wendet sich damit direkt an Bundesrat Albert Rösti, der sowohl Umwelt- als auch Verkehrsminister ist. Hauri betont, dass bei der Planung der Südstarts geradeaus auch Aspekte wie Umwelt, Gesundheit und Sicherheit berücksichtigt werden müssten.

Demnach würden die geplanten neuen Südstarts über eines der am dichtesten besiedelten Gebiete der Schweiz führen. Betroffen wären je nach Betriebsvariante unter anderem Seebach, Affoltern, Oerlikon, Schwamendingen, Witikon und Höngg. Die Stadt befürchte laut Hauri dadurch eine Zunahme der Lärmbelastung. Zudem sieht er im Falle eines Flugzeugabsturzes ein erhöhtes Risiko für die Sicherheit der Bevölkerung.

Das teilt die Flughafen Zürich AG mit

Würde Höngg im Falle einer Annahme des neuen Betriebsreglements noch mehr Fluglärm erhalten als bisher? Wie die Flughafen Zürich AG auf Anfrage des «Hönggers» erklärt, verstehe man, warum dieses Thema die Bevölkerung beschäftige. Wichtig sei jedoch: Südstarts geradeaus würden laut der beantragten Änderung des Betriebsreglements nur in etwa 5 Prozent der Betriebszeit stattfinden – ausschliesslich tagsüber und nur bei Bise.

In diesen Fällen drehen dann nur rund 30 Prozent der Starts unmittelbar nach dem Start auf der Piste 16 über Schwamendingen nach Westen ab. Diese Route steht aus Lärmschutzgründen nur für Kurz- und Mittelstreckenflugzeuge offen, während Widebody-Flugzeuge erst später in westlicher Richtung abdrehen dürfen.

Sind die Auswirkungen begrenzt?

Der Bund betont laut «Tages-Anzeiger», dass das An- und Abflugregime am Flughafen Zürich AG künftig stabiler und sicherer gestaltet werden soll. Bei Bise könnten Jets in Zukunft ohne Kreuzungspunkte starten und landen, während das bisherige System neun Schnittstellen aufweist und vom Bazl als die unsicherste Variante eingeschätzt wird.

In Bezug auf den Fluglärm stuft das Bazl die Auswirkungen als begrenzt ein. Gleichzeitig soll das neue Konzept mehr Flugbewegungen pro Stunde ermöglichen, um Verspätungen im Tagesverlauf zu vermeiden, die sonst in den besonders lärmsensiblen Abendstunden abgebaut würden.

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