Sinfonietta Höngg eroberte Publikum mit «letzten Liedern»

Am diesjährigen Winterkonzert überraschte die Sinfonietta Höngg das Publikum mit den letzten Werken der Komponisten Johann Sebastian Bach, Joseph Haydn und Richard Strauss. «Die vier letzten Lieder» von Strauss’ begleiteten den Dirigenten Emanuel Rütsche seit vielen Jahren.

Solistin Martina Hofmann und Dirigent Emanuel Rütsche in Aktion. (Foto: Frank Bühler)

Zum Auftakt führte Rütsche das Publikum in Bachs «Kunst der Fuge» ein. Anhand des Hauptthemas der Contrapunkte 1, 3 und 4 zeigte er, wie sich eine musikalische Idee stetig verdichtet. Zunächst erklang das Thema einzeln, nach und nach traten weitere Stimmen hinzu. «Es wird stetig komplexer. Das Wunder: Es geht immer wieder auf. Und das ist Bach», erklärte der Dirigent schmunzelnd.

Orchestrierung des Bachwerkes durch drei Studierende

Das Spätwerk Bachs «Kunst der Fuge» ist laut Programm ein unvollendet gebliebener Zyklus von 14 Fugen und vier Kanons. Die Sinfonietta startete das Konzert mit drei Sätzen davon. Diese wurden von den drei Vorstudierenden des Konservatoriums Winterthur, Thilda Haylock, Saviano Hauser und Tukan Pel Ikan, in wenigen Wochen komponiert. «Das war, wie wenn man ein Puzzle ohne Bild davon hätte. Dieses Bild mussten wir während dem Komponieren erstellen», erklärte letzterer. Mit der Umsetzung des Dirigenten waren sie sehr zufrieden. Diese zog das Publikum in ihren Bann und entlud sich in einem tosenden Applaus.

Studierende Pel Ikan, Thilda Haylock und Saviano Hauser komponierten Orchestrierung. (Foto: Frank Bühler)

Haydns letzte Sinfonie

Mit Joseph Haydns Sinfonie Nr. 104, seiner letzten Sinfonie, wechselte das Programm in die Welt der Wiener Klassik. Die langsame Einleitung wirkte zunächst geheimnisvoll und beinahe düster, bevor sich im Allegro eine überraschend leichte und bewegliche Musik entfaltete. Haydns spielerischer Umgang mit der Form, die markanten Akzente und die volkstümlichen Anklänge im Finale verliehen dem Werk Frische und Witz.

Sopranistin untermalt Strauss’ Werke

Nach der kurzen Pause folgten «die vier letzten Lieder» von Strauss. Dabei sorgte die Solistin Martina Hofmann mit ihrem lyrischen Sopran für Gänsehautmomente. Sie zeigte eine grosse Präsenz und überzeugte das Publikum mit ihrer Stimme. Die Liedtexte von Hermann Hesse und Joseph von Eichendorff ergänzten die Klänge des Orchesters.

«Donau» als überraschende Zugabe

«Mein Highlight war der Schluss», meinte Anna Margaritta Gajos, die extra aus dem Engadin anreiste. Bei der Zugabe gab das Orchester eine eigene Fassung von Johann Strauss’ Werk «An der schönen blauen Donau» zum Besten. Emanuel Rütsche wollte dabei die spätromantische Farben Strauss’ betonen. In der Hälfte des Walzers bereicherte die Solistin das Stück durch den Text einer inoffiziellen Landeshymne Österreichs aus der Zeit des zweiten Weltkrieges. 

Sommerkonzert

Das Sommerkonzert der Sinfonietta Höngg und dem Vocalensemble findet am 21. Juni 2026 um 17 Uhr statt. Die Höngger Zeitung wird wieder vor Ort sein und darüber berichten.

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