Quartierleben
Das Ortsmuseum Höngg feiert seine Wiedereröffnung am Wümmetfäscht
Am Höngger Wümmetfäscht vom 25. bis 27. September plant das Museums-Team des Verschönerungsvereins Höngg die Wiedereröffnung des Ortsmuseums. Das Ausstellungskonzept trägt den Titel «Puppe, Spucknapf und Kanonenkugel: 500 Jahre Ortsgeschichte in acht Objekten».
24. Juni 2026 — Eingesandter Artikel
Das Museums-Team des Verschönerungsvereins Höngg hofft, am diesjährigen Wümmetfäscht viele Besucherinnen und Besucher in der neuen Ausstellung begrüssen zu dürfen. Das Museum öffnet seine Pforten am Samstag, 26. September, und ist an diesem Tag von 13 bis 20 Uhr sowie am Sonntag, 27. September, von 11 bis 17 Uhr für Besuche und Führungen geöffnet.
Begleitet wird die Eröffnung von zwei Wettbewerben mit attraktiven Preisen: Zum einen geht es um die Weinproduktion in früheren Zeiten, und zum anderen können sich Jung und Junggebliebene beim Spucken messen. Ein historischer Spucknapf ist Teil der Ausstellung und die thematisiert unter anderem die Bedeutung hygienischer Verhältnisse und der ausreichenden Versorgung mit Trinkwasser als Voraussetzungen für eine nachhaltige Entwicklung.
Mit einem modularen und partizipativen Ausstellungskonzept unter dem Titel «Puppe, Spucknapf und Kanonenkugel: 500 Jahre Ortsgeschichte in acht Objekten» wird die Entwicklung Hönggs vom einfachen Rebbaudorf zur bevorzugten Wohnlage Zürichs nachgezeichnet. Vorgesehen ist die Zusammenarbeit mit dem Schulkreis Waidberg: Mit den Impulsen von Schülerinnen und Schülern soll die Ausstellung laufend weiterentwickelt werden.
Nachfolgend einen Einblick in die kommende Ausstellung:
Warum eine schmale Limmatbrücke erst ab 1874?
Wie wurde Höngg zu dem, was es heute ist? Man stelle sich vor: Erst 1874 wird eine erste schmale Brücke über die Limmat eröffnet. Denn die Stadt Zürich verbietet seit dem Mittelalter den Bau von Brücken. So kontrolliert sie über Jahrhunderte den Flussverkehr und erhebt Zölle.
Doch 1798 bricht die alte Ordnung zusammen, das Privileg der Schifferzunft fällt. Die Helvetische Republik wird ausgerufen. Stadt und Land werden rechtlich gleichgestellt, persönliche Freiheiten und die Gewaltentrennung eingeführt. Doch der Aufbruch in die Moderne geschieht nicht friedlich. Zürich und Höngg werden 1799 zum Kriegsschauplatz der europäischen Grossmächte mit zwei Schlachten und tausenden von toten Soldaten.
Welche Einflüsse prägen Ortsgeschichte?
Die Ausstellung zeigt unter anderem eine französische Kanonenkugel und das Modell einer Höngger Trotte, die durch Beschuss auf vermutete russische Stellungen in der zweiten Schlacht um Zürich zerstört wurde. Anhand solcher Objekte wird gezeigt, wie lokale Ereignisse und Entwicklungen beeinflusst sind von Faktoren auf regionaler, nationaler und internationaler Ebene.
Warum erlebt Höngg seit 1850 eine stürmische Entwicklung mit einem Anstieg der Bevölkerungszahl von 1’500 auf 25’000 Personen? Warum verliert die Landwirtschaft an Bedeutung und warum entsteht eine Textilindustrie, die sich jedoch nicht halten kann?
Trotz der harten Arbeit der zahlreichen Arbeiterinnen aus Höngg und Umgebung, die 1897 streiken und sich in einer der wenigen Frauen-Gewerkschaften organisieren.
Modulare Ausstellung und partizipative Weiterentwicklung
Vergiss verstaubte Vitrinen: Das Ortsmuseum zeigt seine Highlights lebendig und konkret im historischen Rebbauhaus «zum Chranz» aus dem Jahr 1506, das von der Stadt Zürich als Eigentümerin renoviert worden ist. Für die Kuration der Ausstellung und deren bauliche Umsetzung mandatiert ist das Atelier für Konzeption, Szenografie und Grafik Design Schmauder Und. Es entsteht ein Ort, der die Substanz des Gebäudes mit einer modularen Form der Vermittlung verbindet.
Schülerinnen und Schüler entwickeln die Ausstellung laufend weiter und ergänzen sie mit vertiefenden Fragestellungen, weitergehenden Inhalten und interaktiven Elementen. Über die Agentur Hug History arbeitet der VVH dafür mit dem Schulkreis Waidberg zusammen.
Vorgesehen sind auch Oral History-Interviews mit Bezug zu den ausgestellten Objekten und damaligen Lebensrealitäten: Was war gleich? Was war anders? Weshalb?
Quelle: Medienmitteilung Ortsmuseum Höngg
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