Notfallpraxis Waid – gute Auslastung, geringe Wartezeiten

Nach einem Jahr Betrieb der Notfallpraxis im Waidspital – der «Höngger» berichtete – ziehen Spital, Ärzteschaft und Forscher positive Zwischenbilanz.

Die Notfallstation des Stadtspitals Waid verzeichnete in den letzten Jahren markante Zunahmen an Patientinnen und Patienten. Dies führte oft zu Überlastungen und zu Wartezeiten. Doch seit das Spital vor genau einem Jahr mit den Hausärztinnen und Hausärzten zusammenspannte und eine gemeinsame Notfallpraxis eröffnete, hat sich die Situation schlagartig verbessert. Gemäss Spitaldirektor Rolf Gilgen hat die Notfallpraxis die Notfallstation des Spitals spürbar entlastet. Die Fälle auf der Notfallstation sind bis Ende 2009 von 16 431 auf 14 713 zurückgegangen. Wartezeiten konnten so deutlich reduziert werden und das Spitalpersonal der Notfallstation konnte sich um die komplexen Notfälle kümmern. Die weniger komplexen, einfacheren medizinischen Fälle werden nun nach einer Triage beim Eintritt jeweils der wie eine normale Hausarztpraxis eingerichteten Notfallpraxis zugewiesen, die räumlich direkt an die Notfallstation angrenzt. Rund 5800 Personen sind im ersten Betriebsjahr in der Notfallpraxis behandelt worden.

Hausärzte zufrieden

«Die aussergewöhnlich enge Zusammenarbeit zwischen Waidspital und Hausärzteschaft ist ein Erfolg», äussert sich dazu auch Beat de Roche, Präsident des Ärzteverbands der Bezirke Zürich und Dietikon «ZüriMed». Die eingetretenen Synergieeffekte durch das gemeinsame Lehren und Lernen und den engen Kontakt würden die Erwartungen übertreffen. In der Notfallpraxis leisten insgesamt 40 Hausärztinnen und Hausärzte abwechslungsweise Dienst. Die Notfallpraxis ist 365 Tage im Jahr von 10 bis 22.30 Uhr geöffnet. Ausserhalb der Öffnungszeiten der Notfallpraxis werden alle Notfälle in der SpitalNotfallstation behandelt.

Einsparungen zeichnen sich ab

Während den ersten drei Betriebsjahren wird das Projekt Notfallpraxis vom Institut für Hausarztmedizin der Universität Zürich und vom Winterthurer Institut für Gesundheitsökonomie wissenschaftlich begleitet und ausgewertet. Noch ist es zu früh, präzise Aussagen zu den Auswirkungen der Notfallpraxis auf das Gesundheitswesen zu machen. Sollten sich aber die Trends aus dem ersten Betriebsjahr in den Folgejahren bestätigen, werden nicht nur die Patienten von kürzeren Wartezeiten profitieren: Durch die enge Zusammenarbeit von Hausärzten und Spital und den genutzten Synergien zeichnet sich ab, dass im Waidspital Behandlungskosten eingespart werden können.

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