Gesundheit
Mit Fussbädern, Kühlinseln und Glacé gegen die Hitze
Die Hitzewarnung des Bundes dauert an, es werden Temperaturen von über 35 Grad erwartet. Ältere Menschen leiden besonders unter der Hitze. Um ihre Bewohnenden bestmöglich zu schützen, haben die Altersresidenzen in Höngg zusätzliche Massnahmen ergriffen.
26. Juni 2026 — Redaktion Höngger
Die aktuelle Hitzewelle fordert auch die Alters- und Pflegeheime heraus. Bereits zu Wochenbeginn erinnerte die Stadt Zürich daran, dass hohe Temperaturen insbesondere für ältere Menschen gesundheitlich belastend sein können. Ausreichend trinken, direkte Sonneneinstrahlung meiden und Wohnräume möglichst kühl halten gehören zu den wichtigsten Empfehlungen. Der «Höngger» hat bei den vier hiesigen Altersresidenzen nachgefragt, welche Massnahmen sie zum Schutz ihrer Bewohnenden getroffen haben.
Klimageräte und Planschbecken
Im Alters- und Pflegeheim Riedhof hatte die Hitzewelle sogar Auswirkungen auf den Veranstaltungskalender. Das für diesen Samstag geplante Sommerfest wurde abgesagt. Stattdessen richtet sich der Fokus ganz auf das Wohlbefinden der Bewohnenden.
«Wir haben für alle Stockwerke mobile Klimageräte angeschafft. Zudem verteilen wir kühle Waschlappen und haben vier Planschbecken für Fussbäder aufgestellt», sagt Eva Rempfler, Teamleiterin Aktivierung & Events. Das ganze Haus werde jeweils in den frühen Morgenstunden gelüftet, Spaziergänge fänden ebenfalls nur in dieser Zeit statt. Weiter setzt das Team Aktivierung auf einen Lavendel-Themennachmittag: «Wir zupfen Lavendelblüten für Lavendelsäckli und riechen währenddessen daran. Lavendel beruhigt und strahlt Reinheit und Gelassenheit aus», so Rempfler. Zum Abschluss gibt es Atemübungen sowie kühlende Waschlappen mit ätherischem Lavendelduft für Hände, Arme, Nacken, Beine und Stirn.
Auch die Mitarbeitenden im Riedhof verschaffen sich Abkühlung: Die Sitzungen werden kurzerhand im Pool abgehalten.
Lüften und Wassermelone
Auch die Hauserstiftung, die das älteste Alters- und Pflegeheim Hönggs betreibt, setzt auf einfache, aber wirkungsvolle Massnahmen. Bereits am Morgen wird – wie im Riedhof – das Gebäude gelüftet, anschliessend bleiben Fenster und Storen geschlossen, damit sich die Räume möglichst wenig aufheizen. Das klimatisierte Stübli biete einen angenehmen Rückzugsort, teilt Institutionsleiter Romano Consoli auf Anfrage mit. Auf Wunsch erhalten die Bewohnenden Ventilatoren. Die Pflege achte besonders darauf, dass genügend getrunken wird. Wer sich abkühlen möchte, kann ein kaltes Fussbad oder eine Dusche nutzen. An heissen Tagen serviert die Küche zudem kostenlos Wassermelone.
Weniger Aktivität und viel Schatten
In der Tertianum Residenz Im Brühl werden die Bewohnenden regelmässig an die wichtigsten Massnahmen erinnert – Storen herunterlassen, genügend trinken und körperliche Anstrengungen vermeiden –, wie Leiter Beat Schmidt mitteilt. Serviert werden kühle Getränke, Wasserflaschen und am Nachmittag sogar ein Glacé. Körperlich anstrengende Aktivitäten wie Turnstunden werden reduziert. Durch konsequentes Beschatten sowie den Einsatz von Ventilatoren und Klimageräten bleiben die Temperaturen angenehm. Dank der guten Gebäudeisolation würden sich auch die Wohnungen nur wenig erwärmen.
Schützen und betreuen
Umfassende Schutzkonzepte gelten auch im Gesundheitszentrum für das Alter Bombach. Wie Joël Quirin, Fachspezialist Kommunikation bei den städtischen Gesundheitszentren, auf Anfrage mitteilt, bleiben tagsüber die Fenster geschlossen und die Räume werden ebenfalls beschattet. Nachts wird gelüftet – allerdings ohne Durchzug. In klimatisierten Bereichen entstehen sogenannte Kühlinseln. Zusätzlich sorgen Ventilatoren und Sprühduschen im Aussenbereich für Erfrischung.
Die Mitarbeitenden begleiten die Bewohnenden an schattige Orte, bieten regelmässig Getränke sowie leichte Mahlzeiten mit wasserreichem Obst und Gemüse an – wie auch in den bereits erwähnten Altersheimen – und setzen auf kühlende Fuss-, Arm- und Nackentücher oder entsprechende Wickel.
Pflegerische Massnahmen
Zu den allgemeinen pflegerischen Massnahmen gehört laut Quirin zudem, Termine möglichst auf die kühleren Tageszeiten zu legen, auf leichte Kleidung aus Leinen oder Baumwolle zu achten, kühle oder lauwarme – möglichst isotonische – Getränke anzubieten und körperliche Anstrengungen zu vermeiden. Besonders gefährdete Personen werden engmaschig betreut und ihr Gesundheitszustand laufend überprüft.
«In ausserordentlichen Situationen wie einer Hitzeperiode gilt es prioritär, das Wohlergehen der Bewohnenden in den Gesundheitszentren für das Alter zu gewährleisten. Falls nötig und zielführend, kommen vorübergehend auch Klimageräte zum Einsatz», so Quirin.
Blaues Kreuz rät: Bei Hitze besser auf Alkohol verzichten
Ein kühles Bier oder ein Glas Wein mag an heissen Tagen verlockend wirken – aus gesundheitlicher Sicht ist Alkohol bei hohen Temperaturen jedoch keine gute Idee. Das Blaue Kreuz Schweiz empfiehlt deshalb, während der aktuellen Hitzewelle möglichst auf alkoholische Getränke zu verzichten. Alkohol wirkt harntreibend und entzieht dem Körper Flüssigkeit – genau dann, wenn durch das Schwitzen besonders viel Wasser verloren geht. Dadurch steigt das Risiko für Kopfschmerzen, Kreislaufprobleme oder Erschöpfung. Zudem beeinflusst Alkohol das Herz-Kreislauf-System und kann dazu führen, dass Warnsignale des Körpers weniger gut wahrgenommen werden. «Viele Menschen unterschätzen, wie stark Hitze den Körper bereits belastet. Alkohol verstärkt diese Belastung zusätzlich. Das beste Getränk an heissen Tagen ist Wasser», sagt Marc Peterhans, Geschäftsführer des Blauen Kreuzes Schweiz.





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