Kultur
«Kulturelle Störgänge»: Wo Genuss zum Event wird
Vreni Giger, Leiterin Gastronomie von Zweifel 1898 in Höngg, setzt nicht nur auf die Weinwelt, sondern auch auf die Kultur. So finden in diesem Jahr vielversprechende Events in der Weinbeiz statt.
10. April 2026 — Daniel Diriwächter
Vreni Giger bringt neue Impulse in die Zweifel Weinbeiz. «Wir sind von Haus aus dem Wein verschrieben, das ist unsere Kernkompetenz», sagt die Leiterin Gastronomie, die auch als Spitzenköchin bekannt ist. Gleichzeitig will Giger das Angebot erweitern: «Ich möchte vielfältiger werden und nicht nur den Wein in den Mittelpunkt stellen, sondern auch weitere Gäste ansprechen.» Das will sie mit einem breiten Angebot an Events erreichen.
Erfahrungen mit kulturellen Formaten bringt Giger, die seit August 2025 in Höngg lebt und arbeitet, mit. Rund 20 Jahre leitete sie den «Jägerhof» in St. Gallen und organisierte sogenannte kulturelle Störgänge. «Einmal im Monat setzte ich auf Kultur – ein Konzert, eine Lesung, Klassik oder Comedy. Wichtig war, dass mir das Programm persönlich gefiel», sagt sie.
Dieses Konzept führt Giger nun in Höngg weiter. Den Auftakt machte im März eine irische Nacht: der «Kulturelle Störgang St. Patrick’s Day». «Es war ein stimmiger Anlass, anders als sonst. Die Gäste kamen nicht wegen des Weins, sondern wegen des Events.» Logisch, dass Guinness-Bier ausgeschenkt wurde.
Und so wird es weitergehen: Die Veranstaltungen sollen bewusst ein breites Publikum ansprechen. Unterstützt wird Giger von der Geschäftsleitung: «Ich habe freie Hand, gleichzeitig wissen wir, dass solche Formate Zeit brauchen.» Dabei geht es ihr auch um die Atmosphäre: «Musik und Kunst bekommen bei uns eine Plattform. Es wird nicht einfach nebenbei gegessen – man hört zu. Das hat mit Respekt zu tun.»
Kultur und Tavolatas
Am 8. Mai steht der nächste kulturelle Störgang an. Zu Gast ist die Gwandsenn-Streichmusik aus dem Appenzell. «Diese Formation begleitet mich schon lange», sagt Giger. Kulinarisch wird der Anlass derzeit noch ausgearbeitet. Sie könne sehr spontan entscheiden, so Giger. Gleichzeitig sollen möglichst viele Gäste angesprochen werden: «Es muss ein Gericht sein, das alle gerne mögen. Vegetarische Optionen und Unverträglichkeiten gehören heute dazu. Nicht zu vergessen: Unser Anspruch ist eine qualitativ hochstehende Küche.»
Der Veranstaltungskalender von Zweifel 1898 ist gut gefüllt. Neben den Störgängen sind auch die Wine-&-Dine-Abende ein sicherer Wert. Oder die Tavolatas: Bereits am Freitag, 10. April, heisst es «Mezze-Abend». Serviert wird dann das türkische Nationalgetränk Raki. «Ich bin gespannt, wie das ankommt», sagt sie.
Eine weitere Tavolata folgt am 29. Mai – im Zentrum: Spargeln. Und am 19. Juni geht es hinaus in die Natur, wenn bei «Mittsommer im Rebberg» die Gäste inmitten der Weinreben dinieren. Sie selbst werde alle Events geniessen, auch wenn sie Arbeit bedeuten: «Ich bin die Gastgeberin, das ist mein Element.»
Giger betont, wie sehr ihr das Leben und Wirken in Höngg gefällt. «Ich fühle mich in Höngg zu Hause und am richtigen Ort – sowohl im Rütihof, wo ich wohne, als auch bei Zweifel.» Sie schätzt die besondere Mischung des Quartiers: «Höngg ist ein Dorf und gleichzeitig Stadt. Das ist ein Luxus, den ich sehr geniesse.» Diese Atmosphäre spüre sie auch in der Weinbeiz. «Viele Gäste schätzen genau das Unkomplizierte bei uns.»
Zu den Events von Zweifel 1898





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