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Kirche in Not: Pfarrer Christoph Schönenberger ist zu Gast in Höngg
Der aus St. Gallen stammende Priester Christoph Schönenberger wirkt seit über 35 Jahren in Südafrika. Am Donnerstag, 2. Juli, berichtet er im Gottesdienst in Heilig Geist über sein Wirken in Afrika.
1. Juli 2026 — MM (Medienmitteilung)
Als junger Priester aus St. Gallen reiste Christoph Schönenberger nach Südafrika – ursprünglich für vier Jahre. Heute sind es fast vier Jahrzehnte. Längst ist das Land zu seiner zweiten Heimat geworden, wie aus einer Medienmitteilung von Kirche in Not hervorgeht.
Dort gründete Schönenberger das Jugendzentrum Ha Phororo, das jungen Erwachsenen in scheinbar ausweglosen Situationen neue Perspektiven eröffnet. Vom 1. bis 5. Juli 2026 berichtet Pfarrer Schönenberger in der Schweiz über sein Wirken in Afrika und die bewegenden Geschichten der Jugendlichen, die er begleitet.
Auch die katholische Gemeinde in Höngg darf sich über seinen Besuch freuen: Am Donnerstag, 2. Juli, um 9 Uhr wird Schönenberger beim Gottesdienst anwesenden sein und von seiner Berufung erzählen. Im Anschluss steht er für den Austausch im Pfarreisaal bereit.
Die Republik Südafrika ist ein kulturell vielfältiger Staat, in dem Menschen unterschiedlicher Ethnien zusammenleben. Aufgrund dieser Vielfalt wird das Land oft als Regenbogennation bezeichnet.
Das Zusammenleben war jedoch nicht immer spannungsfrei: Historisch belasteten Konflikte und politische Unruhen das Verhältnis zwischen der nichteuropäischen Mehrheitsbevölkerung und den europäischstämmigen Einwanderern sowie deren Nachfahren – insbesondere während der Zeit der Apartheid.
Wirtschaftlich gilt Südafrika als die am weitesten entwickelte Volkswirtschaft Afrikas und ist nach Nigeria die zweitgrösste des Kontinents.
Hohe Arbeitslosigkeit und Kriminalität
Auch nach dem Ende der Apartheid ist es nicht gelungen, die wirtschaftliche Benachteiligung der nichtweissen Bevölkerung nachhaltig zu überwinden. 2025 lag die Arbeitslosenquote bei rund 32 Prozent – ein wesentlicher Grund für die weit verbreitete Armut.
Die verschiedenen Regierungen versuchen mit gesetzlichen Massnahmen, die historische Ungleichheit zu korrigieren. Kritiker bemängeln jedoch, dass dabei das Leistungsprinzip in den Hintergrund rücke, wenn die Hautfarbe im Vordergrund stehe. In der Folge wandern Fachkräfte, darunter Ärztinnen und Ärzte sowie Ingenieurinnen und Ingenieure, aus.
Zugleich gilt die Kriminalitätsrate als hoch. Überfälle sind keine Seltenheit. Aufgrund der oft grossen Gewaltbereitschaft wird geraten, keinen Widerstand zu leisten, da die Täter häufig bewaffnet sind und rücksichtslos vorgehen.
Pfarrer Christoph Schönenberger und sein Projekt
Als Christoph Schönenberger nach Südafrika kam, wirkte er zunächst in einer abgelegenen Region Lesothos. Dort reifte in ihm die Vision eines Zentrums, das junge Menschen in ihrer Spiritualität, Persönlichkeitsentwicklung sowie im gemeinschaftlichen Leben und Arbeiten stärkt.
Aus dieser Idee entstand das ökumenische Ha Phororo Youth Retreat Centre in Hartbeespoort. Der Schweizer Geistliche wird für seine einfühlsame Führung und sein grosses Engagement für die ganzheitliche Förderung junger Menschen geschätzt.
Jugendliche mit wenig Perspektive und ohne familiären Rückhalt erhalten hier die Möglichkeit zu einer einjährigen Anlehre, die ihnen später den Einstieg in eine Berufsausbildung erleichtert. Neben der praktischen Mitarbeit im Zentrum umfasst das Programm auch schulischen Unterricht in Pretoria.
Im Geist von Taizé verbindet das Projekt religiöse Bildung mit gelebter Gemeinschaft. Der Glaube ist kein Zusatzprogramm, sondern selbstverständlicher Teil des Alltags. Trotz unterschiedlicher konfessioneller Prägungen verbindet die Jugendlichen ein offener und natürlicher Umgang mit Gott.
Rückkehr in die Schweiz?
Auf die Frage nach einer möglichen Rückkehr antwortet Pfarrer Schönenberger mit einem Sprichwort: Ich bin Afrikaner, nicht weil ich in Afrika geboren wurde, sondern weil Afrika in mir geboren wurde.
Wenn er erwähnt, dass er bald pensioniert werde und seinen Lebensmittelpunkt in die Schweiz verlegen möchte, reagieren viele ungläubig. Afrika sei zu sehr Teil seines Wesens geworden – er gehöre hierher.
Diese Worte zeigen, wie tief seine Verbundenheit mit dem Kontinent und den Menschen ist und mit welcher Leidenschaft er seine Berufung lebt.
Das Hilfswerk KIRCHE IN NOT (ACN) unterstützt jedes Jahr Dutzende Projekte in Südafrika.





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