Literaturparcours in Höngg: Fremdgehen ausdrücklich erwünscht

Zum zweiten Mal fand vergangene Woche der Höngger Literaturparcours «Fremdgehen» statt. Mit acht Veranstaltungsorten waren diesmal doppelt so viele dabei wie im Vorjahr. Erstmals gab es deshalb zwei Rundgänge.

Christa Prameshuber liest im Il Punto. (Foto: Andrej Weiss)
Alon Renner, Gründer vom Literaturparcours, liest bei He-Optik (Foto: Andrej Weiss)
Fremdgehen bei He-Optik (Foto: pen)
Christa Prameshuber liest im Il Punto. (Foto: Petra England)
Christa Prameshuber liest im Il Punto. (Foto: Andrej Weiss)
Christa Prameshuber liest im Il Punto. (Foto: Andrej Weiss)
Jochen Heckmann liest im Ortsmuseum (Foto: Petra England)
Jochen Heckmann liest im Ortsmuseum (Foto: Andrej Weiss)
Jochen Heckmann liest im Ortsmuseum (Foto: Andrej Weiss)
Kim Rossini vom Tattoo-Studio Kala Atelier (Foto: Petra England)
Slam Poetry mit Annika Biedermann im Kala Atelier (Foto: Andrej Weiss)
Becca Lachs liest in der Apotheke im Brühl. (Foto: Andrej Weiss)
Becca Lachs liest in der Apotheke im Brühl. (Foto: Andrej Weiss)
Katja Alves liest in der Pestalozzi-Bibliothek (Foto: Andrej Weiss)
Katja Alves liest in der Pestalozzi-Bibliothek (Foto: Andrej Weiss)
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Alon Renner, der Gründer des Literaturparcours, begann seine Lesung bei He-Optik mit einem Rückblick. Während der Corona-Pandemie öffnete er sein eigenes Haus für kulturelle Anlässe, nachdem viele Kleintheater und Kulturorte schliessen mussten. In der Waschküche, der Bibliothek und sogar im Schlafzimmer fanden Lesungen für kleine Gruppen statt. «So ist ‹Fremdgehen› entstanden. Wir haben das Konzept auf weitere Orte ausgeweitet und sind mittlerweile an 14 Standorten in der Schweiz und Liechtenstein vertreten.»

Literaturparcours Fremdgehen
Fremdgehen bei He-Optik (Foto: pen)

Heute verbindet der Anlass Kultur mit lokalen Geschäften und Begegnungsorten. Wie eng die Texte mit den Veranstaltungsorten verknüpft sind, zeigte Christa Prameshuber im Modegeschäft Il Punto. Mit der Erzählung «Kleine Dolche» aus einem Erzählband mit Schuhgeschichten und einer Passage aus ihrem Buch «Der rote Mantel» knüpfte sie an ihre Zeit als Turmeremitin im Linzer Mariendom an. Dort verbrachte sie sieben Tage auf sieben Quadratmetern in 67 Metern Höhe und streifte nachts im roten Mantel durch den dunklen Dom.

Vom Tanz zum Schreiben

Im Ortsmuseum Höngg las Jochen Heckmann einen eigens für den Anlass verfassten Text. Der Tänzer und Choreograf fand erst später zum Schreiben. «Ich bin Fremdgeher und wandle zwischen meiner langjährigen Partnerschaft, dem Tanz, und meiner Affäre, dem Schreiben, hin und her.» Obwohl er seit 13 Jahren in Höngg wohnt, betrat er das Ortsmuseum erst durch diese Einladung. Sein Text kreiste um Heimat und die Erkenntnis, dass die eigene Umgebung oft die unbekannteste ist.

Literaturparcours Fremdgehen
Kim Rossini vom Tattoo-Studio Kala Atelier (Foto: Petra England)

Für viele Gäste war es ebenfalls das erste «Fremdgehen», als sie das Tattoo-Studio Kala Atelier betraten. Dort sprach Annika Biedermann, Schweizer Poetry-Slam-Meisterin 2025 und ausgebildete Dolmetscherin, in glasklarer Sprache über Schönheitsideale und die Grenzen der Selbstoptimierung. Mit Selbstironie blickte sie auf ihr jugendliches Ich und die Aufregung zurück, welche ihre ersten Tattoos bei ihren Eltern auslösten.

Beim zweiten Rundgang lasen Linus Namm, Becca Lachs, Christian Ruch und Katja Alves bei Zweifel 1898, in der Apotheke im Brühl, in der Tertianum Residenz im Brühl sowie in der Pestalozzi-Bibliothek und begeisterten das Publikum.

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