Quartierleben
Die Abwasserreinigungsanlage Werdhölzli wird 100 Jahre alt
Sie liegt vor den Toren Hönggs: Einst gebaut, um das Fischsterben und übelriechende Flüsse zu bekämpfen, entfernt die Abwasserreinigungsanlage Werdhölzli heute sogar Mikroverunreinigungen.
18. Februar 2026 — MM (Medienmitteilung)
Die Abwasserreinigungsanlage (ARA) Werdhölzli ist die grösste der Schweiz, wie die Stadt in einer Medienmitteilung betont. Sie reinigt das Abwasser einer halben Million Menschen aus der Stadt Zürich und den umliegenden Gemeinden. Der Abwasserzulauf beträgt an Spitzentagen bis zu 500 Millionen Liter.
Mit ihrem fünfstufigen Reinigungsverfahren ist die Anlage auf dem neuesten Stand der Technik und erbringt 24 Stunden am Tag, 365 Tage im Jahr die erforderliche Reinigungsleistung. Daneben produziert sie Energie in Form von Strom und Wärme. Fachleute aus aller Welt besichtigen die Anlage, um die moderne Technik im Praxiseinsatz zu begutachten.
Jubiläumsfest am 30. Mai 2026
Zum 100-jährigen Jubiläum öffnet die ARA Werdhölzli am Samstag, 30. Mai 2026, die Tore für die Bevölkerung. Am Jubiläumsfest kann die Anlage einen Tag lang kostenlos besichtigt und erlebt werden: Ein Riesenrad bietet den Besuchenden einen atemberaubenden Blick auf das 250’000 Quadratmeter grosse Areal.
Ein Rundgang führt zu den wichtigsten Anlageteilen. Wer sich vertieft informieren möchte, erhält an Marktständen Auskünfte von Fachpersonen. Selbstverständlich ist auch für Verpflegung gesorgt (kostenpflichtig). Nähere Informationen zum Jubiläumsfest sind auf der entsprechenden Webseite zu finden.
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Bewegte Geschichte und Zukunft der ARA Werdhölzli
Im Zürichsee und in der Limmat kann ohne Bedenken wegen Verunreinigungen gebadet werden. Das war nicht immer so und unterscheidet Zürich heute noch von anderen europäischen Städten. Das Kanalisationssystem im Zusammenspiel mit der ARA ist eine wichtige zivilisatorische Errungenschaft der Stadt Zürich.
Die Gewässerqualität konnte in den vergangenen Jahrzehnten dank dem technologischen Fortschritt bei der Abwasserreinigung stark verbessert werden. Davon profitieren Menschen, Tiere und Pflanzen.
Die ARA wurde vor 100 Jahren mit einfachen Absetzbecken in Betrieb genommen. Seither ist die Anlage geprägt von stetigen Weiterentwicklungen – und die Herausforderungen bleiben: Starkwetterereignisse führen zu hohen Spitzenlasten für die ARA und das Bevölkerungswachstum bringt sie an ihre Kapazitätsgrenzen.
In den nächsten Jahren stehen darum zwei grosse Projekte an: die Erneuerung der mechanischen und die Erweiterung der biologischen Reinigung. Zudem sind die Anforderungen zum Schutz natürlicher Ressourcen und des Klimas hoch: Aus dem «Abfallprodukt» der Abwasserreinigung, dem Klärschlamm, soll das wertvolle Phosphor zurückgewonnen, aus dem Rauchgas der Klärschlammverwertung klimaschädliches CO2 abgeschieden werden.
Quelle: Medienmitteilung Stadt Zürich
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