Quartierleben
Der ehemalige Parkplatz an der Regensdorferstrasse wurde «besetzt»
Der Parkplatz bei der Regensdorferstrasse wird zur Wiese. Die SVP Kreis 10 erhielt rund 200 empörte Zuschriften aus dem Quartier – also «besetzte» sie kurzerhand die Wiese.
13. April 2026 — Daniel Diriwächter
«Bewahren, was wir lieben», prangte am provisorischen Holzzaun bei der Regensdorferstrasse 19 gegenüber der Zürcher Kantonalbank. Dort soll gemäss der Stadt eine Wiese entstehen. Hintergrund ist der angenommene Gegenvorschlag zur Volksinitiative «Stadtgrün» vom 3. September 2023. Daran stören sich viele, die den zentral gelegenen Parkplatz gerne nutzten.
Auch die «Höngger»-Redaktion erhielt Leserbriefe und Meinungsäusserungen. Zum einen benötige ausgerechnet Höngg keine so kleine Biodiversitätswiese, heisst es. Das Quartier habe schliesslich viel Natur zu bieten. Eine andere Stimme wundert sich, warum die nahe gelegenen Geschäfte und Lokale nicht protestieren.
Auf Parkhäuser weiche man ungern aus, und man werde künftig wohl – mit dem Auto – einen Bogen um das «Zentrum» Hönggs machen. Eine Debatte, die weite Kreise zieht. Selbst «20 Minuten» berichtete mit der Schlagzeile «Betreten verboten: Stadt ersetzt Parkplatz mit Insekten-Brache» darüber.
Kleiner Platz, grosses Thema
Auch die SVP Kreis 10 musste erfahren, wie ein kleiner Platz zum grossen Thema wurde. Rund 200 empörte Zuschriften habe sie erhalten, wie Präsident und Gemeinderat Johann Widmer dem «Höngger» sagt. Aus diesem Grund besetzte die Kreispartei am vergangenen Samstag die Brache und forderte den Rückbau zu einem Parkplatz.
Die «Besetzung» fand Beachtung bei Passanten; Gespräche wurden geführt und Flyer verteilt. Vor Ort ist zu erfahren, dass sich von den rund 200 Zuschriften an die SVP etwa 90 Prozent auf das Gewerbe beziehen – konkret auf Lieferwagen. Diese, so Widmer, passen nicht in die nahen Parkhäuser.
Der Parkplatz an der Regensdorferstrasse sei daher ideal gewesen: Man konnte den Wagen dort abstellen, Einkäufe erledigen oder kurz in einem Lokal einkehren. Nun falle diese Möglichkeit weg – das habe Einfluss auf Kundschaft und Gäste. Das schade dem Gewerbe in Höngg massiv.
Auftrag der Stimmberechtigten
Der «Höngger» hat im Rahmen seiner Parkplatz-Umfrage ein Interview mit Simone Brander geführt und die Stadträtin auf diese Situation angesprochen. Die Vorsteherin des Tiefbau- und Entsorgungsdepartements erklärte, dass ein Auftrag der Stimmberechtigten vorliege: Die Verwaltung sei verpflichtet, die entsprechenden Stossrichtungen – dazu gehört auch die Schaffung neuer Grünflächen – umzusetzen.
Und weiter: «Ich kann gut verstehen, dass gewisse Massnahmen für einzelne Personen schwer nachvollziehbar sind. Aber wir brauchen dringend hitzemindernde Massnahmen, und dazu zählen neben mehr Bäumen auch mehr entsiegelte Flächen.»
Die Parkplatz-Umfrage
Ergebnisse der Leserumfrage: Parkplatzsituation im Kreis 10 sorgt für Spannungen





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