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Der Berg Club Höngg feiert 100 Jahre
Seit einem Jahrhundert verbindet der Berg Club Höngg Natur, Kameradschaft und Engagement. Zum Jubiläum wanderten viele Mitglieder und Gäste trotz Regen zur Höngger Berghütte auf den Altberg.
26. Februar 2026 — Jasmine Osterwalder
Der Weg hinauf zur Höngger Berghütte in Dänikon ist an diesem Tag nass und rutschig. Doch das hält die Gäste nicht davon ab. Zahlreich sind sie erschienen, um das 100-jährige Bestehen des Berg Clubs Höngg zu feiern. Mit dem Auto ist die Hütte nicht erreichbar, nur Aktivmitglieder erhalten zeitweise eine Spezialbewilligung. Also wird gewandert, wie seit Generationen.
Neben der Hütte auf der Terrasse spannt sich ein Festzelt über die Festbänke. Drinnen wird gelacht, diskutiert, angestossen. Mitglieder und Gäste tauschen Erinnerungen aus, sprechen über die Veränderungen der letzten 100 Jahre oder geniessen eine heisse Gemüsesuppe, ein Wienerli und Most. Der Duft von Kaffee und Kuchen liegt in der Luft. Die Stimmung ist familiär, man kennt sich, und gleich beim Eingang liegt das Hüttenbuch für einen Eintrag bereit.
Vom Jugendverein zum Berg Club
Seinen Ursprung hat der Verein im Jugendverein Höngg. Gegründet wurde er einst von Pfarrer Paul Trautvetter gemeinsam mit seinen Konfirmanden. Ziel war es, jungen Männern und Frauen Kameradschaft und eine sinnvolle Freizeitgestaltung zu ermöglichen. Der erste Präsident war Rheinhold Appenzeller.
Zwanzig Jahre später erfolgte die Umbenennung in Berg Club Höngg. Mitglied werden durften anfangs ausschliesslich Hönggerinnen und Höngger. Diese Regel wurde bald gelockert: Die Suche nach neuen Mitgliedern gestaltete sich zu schwierig.
«Dass unser Club nach 100 Jahren noch besteht, ist eine Sensation»
«Dass unser Club nach 100 Jahren noch besteht, ist eine Sensation», sagt Präsident Reto Hauser, der mittlerweile 25. Präsident in der Vereinsgeschichte. Das Erfolgsrezept? «Gute Kameradschaft und tatkräftige Mitglieder.» Heute zählt der Verein 36 Aktiv- und rund 140 Passivmitglieder. Doch neue Mitglieder zu gewinnen, sei schwierig. Insbesondere junge Menschen zeigten wenig Interesse am Vereinsleben, bedauert Hauser.
Wie unterschiedlich die Wege zum Club sind, zeigen die Geschichten der Mitglieder. Erich Forster etwa entdeckte das Clubhaus zufällig bei einem Spaziergang und meldete sich noch am selben Tag mit einem Talon an.
Früher war im Jahresprogramm noch mehr los: Die Altberg-Musikanten spielten, es gab Sommer- und sogar Oktoberfeste. Heute ist das Vereinsleben ruhiger, aber nicht weniger engagiert: Zum festen Programm gehören eine Vereinswanderung, eine Besichtigung sowie ein Fondueplausch für Aktivmitglieder und ein Raclette für Aktiv- und Passivmitglieder.
Jubiläumsgeschenk: neue Photovoltaikanlage
Zum 100-jährigen Bestehen macht sich der Verein selbst ein Geschenk: Für 13 000 Franken wird eine neue Photovoltaikanlage installiert. Sie ersetzt die alte, nicht mehr funktionstüchtige Anlage und liefert künftig die vierfache Leistung. Hüttenwart Roman Rumo erklärt: «Die Hütte ist komplett autark. Den Strom produzieren wir selbst, das Wasser stammt aus einer Quelle, das Abwasser wird abgepumpt und gekocht wird mit Gas.»
Saisonstart am 29. März
Die Höngger Berghütte ist während der Sommersaison jeweils am Sonntag für die Öffentlichkeit geöffnet. Die neue Saison beginnt am 29. März und dauert bis Ende Oktober. Der Start ins Jubiläumsjahr steht unter dem Motto «Essenspreise wie vor 100 Jahren». Die Bewirtung übernehmen die Aktivmitglieder im Turnus.
«Eine wunderbare Erfahrung», erzählt ein Clubmitglied schmunzelnd. Seit sie selbst Gäste bediene, begegne sie Servicepersonal mit noch mehr Respekt und Freundlichkeit. Auch nach 100 Jahren bleibt der Berg Club Höngg ein Ort der Begegnung, der Naturverbundenheit und der gelebten Kameradschaft.





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